01.06.2008: Death Is Not Glamorous, Ritual, Screwed Up - Hamburg, Hafenklang

 

Endlich! Norwegens DEATH IS NOT GLAMOROUS gehören ohne Zweifel zu den besten Bands, die unser Kontinent je hervor gebracht hat, entsprechend groß war die Vorfreude darauf die Jungs das erste Mal live zu erleben. Mit vier weiteren Bands im Gepäck lud man schon zu früher Stunde ins Hafenklang (18:00 Uhr), was trotz der geradezu tropischen Temperaturen recht gut besucht war.

Dem guten Wetter ist es dann auch zu schulden, dass wir THE REALNESS und SICK TIMES verpasst haben. Für uns ging es demnach mit SCREWED UP aus Sachsen los und die lieferten einen Auftritt ab, der es echt mal in sich hatte. Musikalisch irgendwo zwischen CUT THE SHIT, BONES BRIGADE, OUTBREAK und frühen SUICIDAL TENDENCIES beheimatet, entfachten die 4 Mannen ein Old School/Trash Feuerwerk, dass komplett zu überzeugen wusste. An dem Laufpensum des Sängers kann sich jede Nationalelf für die EM schon mal ein Beispiel nehmen. Der Typ ging echt ab, wie ein Flummi in einem Pinnball-Automaten und wusste zudem auch noch mit einer selbstironischen Schlagfertigkeit zu überzeugen, die dem Auftritt der Band die Krone aufsetzte. Gute Musik, sehr gute Show, großartiges Entertainment! Beide Daumen hoch für SCREWED UP!

Nachdem die Pause noch mal dazu ermunterte sich die letzten Sonnenstrahlen des Tages auf den Pelz scheinen zu lassen, ging es danach eine ganze Ecke ernster zu. Recklinghausens RITUAL lieferten genau das, was zu erwarten war: eine souveräne Show ohne viele Worte, aber mit umso mehr rabiater Energie. Mit „Wolves“ hat man in der Tat ein feines Werk in der Hinterhand, das zwar nicht gerade vor Originalität strotzt (klingt schon extrem nach einer simpleren Version von THE HOPE CONSPIRACY), dafür aber live mächtig Energie versprüht. Dem Publikum gefiel es, auch wenn das Tanzbein wegen der bereits erwähnten Temperaturen noch geschont wurde. Gerade wenn man bedenkt, wie blutjung die Mitglieder der Band noch sind, darf man sich auf die Zukunft von RITUAL freuen.

Nach einer weiteren kurzen Umbaupause war es dann endlich an der Zeit für „Oslo’s Best Dancers“ DEATH IS NOT GLAMOROUS. Gitarrist Emanuelle kenn ich noch aus den Tagen meines alten Fanzines taketherisk.com. Damals lebte er noch in Rom, spielte in einer lokalen Punk-Band, bis er mir eines Tages eine Mail schrieb, er wäre nach Oslo umgezogen und hätte dort eine neue Band gegründet. Wenig später schickte er mir die ersten Aufnahmen von DING und von dem Moment an war mir klar, dass diese Band noch für einigen Wirbel sorgen würde. Klar, es gibt zurzeit eine Menge LIFETIME-beeinflusster Kapellen, aber kaum eine hat derart viele mitreißende Hymnen zu bieten, wie der Fünfer aus Skandinavien. Zudem paaren DING ihren Sound mit einer dicken Portion Youth-Crew Hardcore, was ihren Sound eine ganze Ecke eigenständiger macht. Wie auch immer, DING gaben vom ersten Moment an alles und spielten einen Hit nach dem nächsten. Sichtlich erfreut darüber endlich wieder auf Tour sein zu können spielte die Band nicht nur fast alle Tracks von ihrer EP und dem grandiosen Demo, sondern auch vier neue Songs, die jetzt schon Großes vom bald erscheinenden Album erwarten lassen. Der mächtige Circle-Pit beim finalen „Elephants“ wurde dem Auftritt der Band dann auch mehr als gerecht und so konnte man mit dem guten Gefühl nach Hause gehen eine Show gesehen zu haben, die die großen Erwartungen mehr als erfüllt hat.