01.11.2008: Disfear, Victims, Seein Red, Gewapend Beton, Sick Mormons - AZ - Mülheim

 

La Familia Fest steht es in roten Lettern auf schwarzem Grund auf den Flyern des Showwochenendes, das von Potsdam über Hamburg nach Mülheim zieht. An diesem Samstag im AZ hat La Familia Releases bzw. deren Betreiber Stachel die drei Headliner DISFEAR, VICTIMS und SEEIN RED plus die Supportbands aus den Niederlanden SICK MORMONS und GEWAPEND BETON versammelt. Gerade auf DISFEAR freue ich mich an diesem verregneten Abend besonders, denn endlich sehe ich den Altmeister Tomas Tompa Lindberg (AT THE GATES, THE GREAT DECEIVER etc.) mal live. Von dieser Attraktion angelockt und natürlich auch wegen der anderen guten Bands ist das AZ schon gegen 21 Uhr brechend voll und kurz nachdem die SICK MORMNONS die Bühne betreten ist die Location sold out. Ähnlich wie GEWAPEND BETON (auch wg ähnlichen Mitgliedern) spielen SICK MORMONS Hardcorepunk alla ADOLESCENTS, also immer in die vollen. Bereits bei diesen beiden Bands ist ne Menge vor der Bühne los, die Bierfontänen spritzen gen Bühne und Crusties, Punks, Metalheads, wer auch immer feiern die beiden Supportacts ab.

Nach diesen Jungspunden, kamen die drei zynischen Mittvierziger SEEIN RED, ebenso aus den Niederlanden, auf die Aktionszentrums Bühne. Paul, Olav und Jos, die sich auf kein bestimmtes Genre festlegen sind purer politischer Punk und eckten schon öfters mit ihren Ansichten an, aber wie man so schön sagt "Punk is more than music". Diese Ansichten werden auch kurz und knapp, wie auch die Songs, vor jedem Song vorgetragen und wie bei z.Bsp. Hardcorebands wird bei den erfahrenen Herren nicht gepredigt sondern konkrete Missstände auf den Punkt gebracht. Nach einer halben Stunde wurde man von ca. 15 Songs beeindruckt, aber das Publikum sah so aus als bereitete man sich eher auf die nächsten Höhepunkte vor.

Diese kamen nun auch in erster Linie durch VICTIMS, die Crusties aus Schweden, mit einer Priese Hardcore und Punk und natürlich dem neuen spitzen Album "Killers" ausgestattet. Die drei Herren, um Front- und Rampensau Jon treten mit einer enormen Dynamik auf, viel Freude daran das AZ in Schutt und Asche zu zerlegen und das gelingt ihnen durchaus sehr gut. Das immer wieder von den Fans geforderte "We're fucked", wurde dann zum Schluss des Sets gespielt und hier kam es in den vorderen Reihen zum kollektiven Ausrasten. Ein sehr gelungener Auftritt und ich war froh die Herren nach längerer Zeit erneut gesehen zu haben. Nach diesem Auftritt wurde dann die Messlatte für DISFEAR sehr hochgelegt und Tompa und Co konnte diese locker übertrumpfen.

Nun war der Konzertraum zum Bersten gefüllt und egal ob AT THE GATES Fans oder die eingefleischten Crusties bzw. D-Beatfans und somit DISFEAR Anhängr gaben sich die sprichwörtliche Klinke vor der Bühne in die Hand. Bereits beim ersten Song "Get It Off" des aktuellen Albums brach der erste Pogo aus der Masse heraus und etliche Sing A Longs reihten sich aneinander. Bei so viel Bewegung stiegen auch die Temperaturen an und aus dem Konzertsaal wurde ein Hochofen, der durch die klasse Songs wie "Misanthropic Generation", "The Cage" oder "Powerload" zusammen gehalten wurde. Von den ersten Stücken bis zum aktuellen Release "Live the Storm" wird heute jeder Wünsch bedient und leider ist das Spektakel aus besonders hart, unangenehm oder unästhetisch klingenden Lauten und Geräuschen zu früh vorbei. Als Zugaben gibt es "Testament" und "Phantom", nass, verschwitzt und mit sehr zufriedenem Gesicht verlassen dann viele das AZ Mülheim. Der beste Ort für solch eine Show und La Familia Releases sollten öfters solche Feste feiern!