01.11.2009: The Devil Wears Prada, Your Demise, Parachutes, Beastwar Returns, Phoenix Cry - Bochum - Matrix

 


Während in Köln Suicide Silence, Caliban und Emmure toben, ist in der Bochumer Matrix kurz vor dem Auftritt der ersten Band eine gähnende Leere unbestreitbar. Nur wenige sind gekommen um sich die christlich geprägte Kapelle The Devil Wears Prada aus Ohio anzuschauen.

Den Anfang machen jedoch Phoenix Cry aus Dortmund. Eine recht junge Truppe, die scheinbar mehr Wert auf gutes, massentaugliches Merchdesing legt, als auf ihre Songs. Mit viel Elan gehen sie an den Auftritt und toben sich vor einer verschwindend geringen Menschenmenge übertrieben aus. Nicht anders verhält es sich mit den wegen ihres Namens im Vorfeld belächelten Beastwar Returns. Mit einem entscheidenden Unterschied. Tags zuvor konnten sie bereits das Publikum des ausverkauften Beastfests "knacken". Und auch heute ernten sie überraschend viel Zuspruch. Dabei lassen sie sich eher wenig von dem scheppernden Sound beirren. 30 Minuten lang legen sie ein Set hin, welches eindeutig erkennen lässt, warum die Jungs am vergangen Tag so gefeiert wurden. Saubere Leistung.



Parachutes als Sorgenkind der Tour zu bezeichnen wäre zwar etwas zu weit hergeholt, trotzdem ist auch heute wieder merkbar - es passt nicht. In der Konstellation der Tour fallen die Herren aus dem Saarland eher etwas aus dem Rahmen. Im Frühjahr konnten sie gemeinsam mit Alesana beweisen, dass sie eindeutig keine Unbekannten der deutschen Emocore/Screamo Szene sind und einiges mitreißen. Heute haben sie es jedoch schwer. Und so ist auch die Stimmung vor wie auf der Bühne eher gedrückt. Nichtsdestotrotz bleiben sich die Parachutes selbst treu und liefern eine ordentliche Leistung. Schade nur, dass die Menge nicht viel mehr als einen warmen Applaus für sie über hat.



Aber auch Your Demise tun sich heute überraschend schwer. Während sie gestern in Stuttgart groß von der Menge gefeiert wurden, herrscht heute zu Anfang eher eine gleichgültige Haltung ihnen gegenüber. Nur die üblichen Verdächtigen kicken wild in der derweilen ein wenig angewachsenen Menge rum und machen sich eindeutig mangels Taktgefühl ein wenig lächerlich. Der Sound hat noch mal einen Lautstärkeschub erfahren, so dass jedem Konzertbesucher ohne Gehörschutz die Ohren klingeln dürften. Die Band selbst trumpft gegen Ende des Sets mit dem Titel Burnt Tongues nochmal ordentlich auf. Ein Song, den wenigstens jeder Dritte mitsingen kann.



The Devil Wears Prada nehmen einiges an Umbauzeit in Anspruch. Aber das mag man ihnen nicht verübeln, ist doch das Ergebnis durchaus vorzeigbar und vor allem auch vom Sound her erträglicher, wenn auch die Keyboard-Einspieler etwas untergehen. Die Band legt direkt ordentlich los. Schade nur, dass das Bochumer Publikum eher sparsam mit Applaus oder unterstützendem Gesang umgeht. Bei Hey John, whats your name again? sieht man die Menge dann erst erwachen. Dafür musste sich Christenband Frontmann Mike Hranica jedoch erst auf den Kopf stellen. Und das ist durchaus wörtlich zu nehmen, denn er performt auf der Bühne allerlei Kunststücke oder kletter auch mal unter die Anrichte des Drumsets und bleibt dort nahezu manisch liegen. Über 40 Minuten hinweg schafft es die Band Härte und Gefühl gekonnt zu kombinieren. Eine gelungene Darbietung die leider zu wenig Anklang bei der Menge findet.