01.11.2013: Hope Aside, I Saw Daylight, Fjort - Alte Pauline - Detmold

 



Danke an Floris von SOULS FOR SALE für die tollen Momentaufnahmen!!!

Es war ein richtig guter Abend in der Alten Pauline zu Detmold! Das lag natürlich vor allem an den an diesem Abend agierenden drei Bands FJØRT, I SAW DAYLIGHT und HOPE ASIDE! Aber auch der Location und dem Pauline-Team muss Respekt dafür gezollt werden, was dort aufgebaut respektive veranstaltet wird. So bedankten sich auch alle Bands dafür, dass sie sich wohlig aufgenommen fühlten und agierten dementsprechend entspannt. Warum allerdings der Opener HOPE ASIDE mehr als 1 ½ !!! Stunden später als geplant anfing ist in die ewigen Jagdgründe der DIY-Konzertveranstaltungen zu verbannen...

Hardcore aus Bückeburg: HOPE ASIDE! Aus den Resten der im Schaumburger Land (und nicht nur da...) relativ bekannten END IS FOREVER entstanden ballerten die Vier dem leider, leider sehr spärlichem Publikum ungezügelten B-Side Hardcore/Punk vor den Latz, der durch eine sehr gute Shout-Stimme ihres Sänger/Gitarristen Sebastian (unterstützt vom Drummer) getragen wurde. Für ihren Bassisten war der Gig die Feuertaufe, zur Belohnung wurde er auch mittig platziert und machte seine Sache ordentlich. Im Gegensatz zu den anderen Bands waren HOPE ASIDE ungezügelter, roher, und einfach straighter an den Kopf. Die vielen Tempowechsel erzeugten Dynamik und es musste konstatieret werden, dass HOPE ASIDE die Materie Hardcore/Punk verinnerlichen. Ein Aufruf gegen einen Aufmarsch brauner Ärsche setzte noch einen Sympathiebonus on top! Im nachhinein waren sie der perfekte Opener, da sie die Poren für das öffneten, was noch kommen sollte.



Als nächste Band durfte I SAW DAYLIGHT den Club beackern. Und das taten sie! Nach diesem gefühlvollen, melancholische melodischen Auftritt dürften sich einige Besucher in die Ulmer verliebt haben. Allein optisch machte die Anordnung der Musiker etwas her, Bassist, Gitarrist, Sänger vor der Bühne auf Augenhöhe mit dem Publikum, Gitarristin und Drummerin auf der Bühne als Gegenpart und Blickfang (wenn ich das mal so sagen darf...). Ein emotional aufgeladener, aber in sich gekehrter Sänger Eugen, der von Kurt und Bene immer wieder durch hartes shouting unterstützt wurde, durchlebt die Songs und schafft es, weder aufgesetzt noch konstruiert, sondern authentisch rüberzukommen. Sehr gut auch die Gitarrenarbeit, eine aufbegehrende Lead drängt sich immer in den Vordergrund und unterstützt die Melodiebögen, ohne jedoch jemals zu aufdringlich zu wirken. Insgesamt ist diese band ein authentischen Abziehbild melodischen, leidenschaftlichen Hardcores und der Auftritt war auch deshalb so gelungen, weil das Gefühlvolle funktionierend direkt neben das aggressive gestellt wurde.



Und dann kamen FJORT! Das Trio Chris - vox/git, David - bass/vox und Frank – drums – starteten mit einem Intro, dass in den gleichnamigen Song ihrer „Demontage“ EP mündete. Die Aachener sind einfach eine Ausnahmeerscheinung am Horizont des intellektuellen Hardcores. Mit einem sehr guten Sound versehen wurden alle Tracks der EP und 2 neue vom aller Voraussicht nach im März kommenden Jahres erscheinenden ersten Albums gespielt. Obwohl nur zu dritt füllten sie die Bühne restlos mit ihrer Präsenz aus und die dunkle Bühneoptik mit dem Schlagzeug als Ruhepol sah einfach nur ansprechend aus. Es gab also Leidenschaft eingebettet in Härte mit progressivem Anschlag und Technik satt, wobei sehr gespannt auf die neuen Tracks gelauscht wurde. Und die sind anders. Die sind besser. Sie balancieren die starken Seiten der Band noch besser aus. Chris rückt mit seiner rauen, prägnanten und in den Shouts extrem harten Stimme mehr in Richtung Höhlenmensch, der unnachgiebig nach Futter schreit. Im Gegensatz dazu die sensiblen Parts, die in einem das Verlangen nach Umarmung aufbegehren lassen. Wie auch immer die Musik dieser Band beschrieben werden kann, als perfektes Abziehbild ist DER EP-Song „kleinaufklein“ (als vorletztes gespielt, als quasi Zugabe gab es einen neuen Song), der einen die Höhen und Tiefen von Emotionen wie eine Achterbahnfahrt erleben lässt. Wer auch immer dafür die Verantwortung trägt, dass sich diese Drei gefunden haben, ein fettes Dankeschön dafür!