02.05.2014: Groezrock Festival - Groezrock Festival in Meerhout (Belgien)

 

Das GROEZROCK Festival hat mich mal wieder bekommen. Eigentlich dachte ich, dass ich 2009 das letzte Mal in das beschauliche Dorf Meerhout in Belgien reisen würde, um dort mit Tausenden Anderen der Crème de la Crème des Punk-Rocks entgegen zu jubeln. Denn mit zunehmendem Jahr wurde aus dem beschaulichen und sympathischen Punk-Rock Festival eine große Massenveranstaltung; mit allen Vor- und Nachteilen. Einer dieser neugewonnen Vorteile ist natürlich, dass deutlich mehr Etat zur Verfügung steht um exklusive Europa Dates zu organisieren. So auch der von MODERN LIFE IS WAR, der Hauptgrund für meine Anwesenheit, aber der Reihe nach.

Freitag, 2ter Mai
Mit etwas Verspätung und diversen Pausenstopps zur Nahrungsversorgung kommen wir leider etwas zu spät für die Senkrechtstarter PUP, was mich zwar etwas ärgert, aber durch THE WONDER YEARS schnell weggemacht wird.
Die meiner Meinung nach etwas mutige Aufforderung von Sänger Dan Campell direkt anfangs des Sets mehr Stagedives sehen zu wollen, kamen die anwesenden Fans prompt nach und sorgten so sicherlich schon jetzt für ein erstes kleines Festivalhighlight. Perfekte Voraussetzung lieferte dafür unter anderem die kleine Etnies Stage ohne Wellenbrecher/Absperrung und mit gutem Sound – genau so sollte eine Festivalbühne für Punk-Rock/Hardcore Bands aussehen. Gespielt wurde fast nur Material der letzten zwei Alben, ganz zur Freude der Fans.
Um die nachfolgende Band THE MENZINGERS nicht zu verpassen konnte ich leider die letzten zwei Lieder nicht mehr komplett sehen, was aufgrund der tollen Stimmung sicherlich etwas schade war. (Wer hat eigentlich diesen Timetable gemacht?) Naja, trotz zeitgleich spielender THE WONDER YEARS und Durchstartern DEEZ NUTS war das Zelt der Mainstage sichtlich gefüllt. Dass das auch die MENZINGERS nicht so erwarteten zeigten einige sympathischen Ansagen und erfreute Gesichter seitens der Band. So spielten sie sich durch die letzten drei Alben und lieferten Hit an Hit ab, was von den anwesenden Tausenden Fans frenetisch abgefeiert und dementsprechend mitgesungen wurde.
Weiter gehen sollte es ebenfalls fast direkt im Anschluss mit IRON CHIC auf der kleinen Etnies Stage. Wohl kaum eine andere Band hat den Lauf vom Geheimtipp zum "everybody’s darling" so schnell durchlaufen wie die sympathische Band aus New York. Das gesamte Zelt ist voll und vor der Bühne ist kein Platz mehr. Alle Vorraussetzungen für ein tolles Konzert scheinen erfüllt zu sein, doch irgendwas fehlt bzw. stört. Denn Sänger Lubrano steht heute noch um einiges mehr neben sich als sonst und scheint mit der Gesamtsituation sichtlich überfordert zu sein. Als dann beim Fanlieblings- und auch letztem Lied "Cosmic Future" kurzerhand die Bühne von zig Menschen gestürmt wird scheint er gänzlich zu resignieren und desillusioniert zu sein. Das Nächste mal vielleicht etwas weniger von was auch immer, bitte!
Nach den letzten Klängen hieß es dann schon wieder die Beine in die Hand nehmen und zur Mainstage laufen, da dort bereits seit mehreren Minuten BOYSETSFIRE spielten. Nathan mittlerweile mit fescher Frisur und ohne Bart unterwegs schwelgt noch ein bisschen in Erinnerung an das Impericon Festival vom Vortag und spielt sich mit altbekannter Band durch die gesamte Diskographie, welche eine erstaunlich hohe Hitdichte aufweist. Da leider drüben im kleinen Zelt schon wieder die nächste Band anfängt bekomme ich von BOYSETSFIRE leider kaum etwas mit.
Also wieder rüber und zu LA DISPUTE. Die Amerikaner haben vor einigen Wochen ihr nunmehr drittes Album veröffentlicht und sind auf großer "Rooms Of The House" Tour. Dass diese Band ebenfalls immer größer wird zeigt bereits die Bühnenausstattung. So bringen die Jungs keinen langweiligen Banner mehr mit, oder gar gar nichts, sondern gleich Leinwand inklusive Beamer und spielen zu Liedern passende bewegte Bilder ab. Leider ist dies auch schon das einzig Positive was es von diesem Auftritt zu vermelden gibt, denn Sänger Jordan stammelt die neuen Lieder nur so vor sich hin und alte Lieder werden kaum gespielt. Gerade bei einem Festival, wo sicher nicht jeder Anwesende die Band komplett kennt, wäre eine "publikumsfreundlichere" Setlist mit mehreren alten Hits sicherlich sinnvoller gewesen. Naja.
Nach kurzer Umbaupause geht es mit dem ersten großen Highlight PAINT IT BLACK weiter. Die Band, die gefühlte 2 Shows pro Jahr spielt hat sich nach mehreren Jahre endlich wieder für eine Show nach Europa bequemt und entschuldigt sich auch prompt für die lange Abstinenz. Szene Allstar Dan Yemin (KID DYNAMITE, LIFETIME, PAINT IT BLACK) ist gewohnt giftig und stänkert gegen alles und jeden. So werden (endlich mal an diesem Festival) Ansagen politischer Natur, gegen Sexismus und für Punk-Rock gemacht. Leider ist das Zelt nicht wirklich gefüllt, da nebenan IGNITE spielen. Mir selbst erklärt es sich zwar nicht, wieso man eben dann von PAINT IT BLACK wegbleibt, aber jeder wie er mag.
Die im Anschluss spielenden DESCENDENTS lasse ich nachdem ich einen 40jährigen alten Mann I want to be stereotyped. I want to be classified. I want to be a clone stammeln höre getrost alleine weiter machen und freue mich vielmehr auf daraufhin spielenden BRAND NEW. Die New Yorker, die ähnlich selten wie PAINT IT BLACK in Europa sind, wissen immer wieder aufs Neue zu begeistern. Letzte Woche noch mit einem fast perfekten Showauftritt in Köln, nun mit einem großartigen Festivalauftritt in Belgien. Gewohnt wenig Ansagen, gewohnt viele Emotionen. Manchmal reicht halt einfach wirklich die Musik. Gespielt wurde so ziemlich jeder Lieblingssong der Fans von dem Genremeilenstein "Deja Entendu" (bis auf The Boy Who Blocked His Own Shot) und "The Devil And God Are Raging Inside Me". Lediglich, das aus Köln bereits bekannte, 10 minütige Outro von "You Won't Know" hätte man sich bei einem knapp bemessenden Festivalauftritt sparen können und lieber noch den ein oder anderen Song (The Boy Who Blocked His Own Shot) spielen können.
Mit dem Ende von BRAND NEW endet auch der erste Tag vom GROEZROCK Festival für mich. Ein anstrengender, aber schöner Tag mit vielen kleinen Highlights. Die angekündigten vier Grad im Zelt sind zwar durchaus unangenehm, aber an Schlaf ist aufgrund der Vorfreude auf MODERN LIFE IS WAR sowieso nicht zu denken.

Samstag, 3ter Mai
Den zweiten Tag beginnen recht früh DRUG CHURCH bzw. Patrick Kindlon. Der Alleinunterhalter, der ebenfalls aus SELF DEFENSE FAMILY bekannt sein dürfte, schafft es mit seiner ironischen und komischen Art schon zu solch früher Stunde (13:30)viele Leute vor die große Impericon Bühne zu locken. Gewohnt selbstironisch verarscht er Metalfrontmänner, den anwesenden "Pushpit" und eigentlich mehr oder weniger das gesamte Festival. Man muss zwar nicht die Musik mögen, aber Patrick zu hassen ist wirklich nicht einfach.
Im Vergleich zum Freitag ist der Samstag Mittag leider relativ mau und kommt erst mit den DOOMRIDERS wieder so richtig in Fahrt. Die Band um Mastermind Nate von CONVERGE freut sich sichtlich über das volle Zelt und spielt sich durch das komplette neue Album "Grand Blood" mit möglichst wenigen Ansagen, um mehr Zeit für Lieder zu haben. Lediglich typische Festivalansagen wie "Yeah", "Wow" und "How are you doing?" dürfen natürlich nicht fehlen.
Gleichzeitig fangen auf kleiner Bühne die Hardcore Superstars TOUCHÉ AMORÉ mit ihrem Set an und das komplette Zelt steht kopf. Mehr Stagedives und Singalongs wird man an diesem Festival nicht mehr zu Gesicht bekommen. Lediglich Sänger Jeremy ist ungewohnt stumm, sodass ihm keine einzelne Ansage bis zum letzten Lied "Honest Sleep / Condolences" über die Lippen kommt. Vielleicht wurde auch einfach nur genossen, verdient hätte er es sich nachdem Erreichten. Es ist angeheizt für MODERN LIFE IS WAR.
Im Anschluss an TOUCHÉ AMORÉ spielt die, zusammen mit PARKWAY DRIVE, wohl sympathischste Metalcore Band auf diesem Planeten: THE GHOST INSIDE. Im Publikum tummeln sich zwar einige unsympathischen Vollidioten, die es sich zum Ziel gemacht haben andere Zuschauer zu verletzten, aber das ist man ja leider schon gewohnt. Irgendwie traurig. Sänger Vigil kündigt neben Hits der "Returners" und "Get What You Give" Platte mal ebenso eine Neue an, die gerade geschrieben wird. Wenn die Band an das hohe Niveau anknüpfen kann, dann darf man mehr als nur gespannt sein. Dass sie die Songs anschaulich umsetzen können, haben sie einmal mehr auf dem GROEZROCK bewiesen.
Und dann, 20:20 Ortszeit, soll es soweit sein. Die Band aus dem kleinen Iowa in Amerika betritt zum ersten Mal seit Reunion europäischen Boden. MODERN LIFE IS WAR sind zurück. Schon bei den ersten Tönen von "The Outsiders (AKA Hell Is For Heroes Part I)" kennt das gesamte Zelt kein Halten mehr. Sänger Jeffrey Eaton scheint zwar relativ unbeeindruckt (sowas muss er einfach gewohnt sein) - freut sich aber dennoch zusammen mit den Fans und spielt eine nahezu perfekte Hardcore Show. Alle Hits der "My Love. My Way." und "Witness", "Fuck The Sex Pistols" von der nicht ganz so geliebten aber dennoch großartigen "Midnight In America" und zwei neue Lieder von "Fever Hunting" ("Chasing My Tail" & "Brothers In Arms Forever") finden ihren Weg in die Setlist und am Ende bleiben keine Wünsche mehr offen. Danke dafür.

Schlussendlich bleibt zu sagen, dass das GROEZROCK Festival nach wie vor ein schönes Festival ist, wenn man auf solch eine Musikrichtung steht. Ein Festival, dass wie anfangs erwähnt Vor- und Nachteile hat. Vorteile sind sicherlich die günstige Lage, mit einem schönen Festivalgelände und kontinuierlich gutem Line-Up. Nachteile sind sicherlich die mittlerweile hohen Eintritts-, sowie Getränke- und Essenspreise auf dem Festival. Außerdem könnte das Datum (normalerweise Ende April) ein wenig in Richtung Wärme und Sonne verschoben werden. Es kann ja schließlich nicht jedes Jahr MODERN LIFE IS WAR spielen für warme Gedanken. Wobei, wieso eigentlich nicht?

Alte Kommentare

von Vandersmutify 12.05.2014 19:58

so geniale bands dort gewesen, und du schaust dir die bands an?

von Sorry, 13.05.2014 16:10

aber wenn Du die einmalige Chance verpaßt, die Descendents anzuschauen, dann schreib am Besten keine Reviews mehr. Sträfliche Ignoranz nennt man sowas!

von Fabian 13.05.2014 17:56

Ich hab die Descendents schon mal gesehen und war ähnlich unbegeistert. Zenit überschritten ist wohl noch deutlich untertrieben. Sah übrigens nicht nur ich so an dem Abend.

von @Fabian 14.05.2014 17:50

Wann hast Du die bitte das letzte Mal gesehen? Nach Deinem Musikgeschmack und den Bands die Du auf dem Groezrock abgefeiert hast,zu urteilen, bist Du doch höchstens 25? Descendents ham hier aber schon seit über 10 Jahre nich mehr getourt. Schwer vorstellbar,daß Du mit 15 schon bei denen rumgesprungen bist.

von Fabian 15.05.2014 00:13

Stark, dass du anhand der Bands mein Alter schätzt.. Aber bevor du mir ein Reviewverbot geben willst, informiere dich doch bitte richtig und schau dir mal das Groezrock 2011 Lineup an!

von günter schabowski 16.05.2014 00:21

erst bane und jetzt das hier... jeder andere hier hätte sich über die gesparten 125€ gefreut und etwas engagierter über die 70 (!) bands des festivals berichtet. wusstest du, dass es eine vierte bühne gab? warum keine headliner? schade, hätte mich als nicht anwesender über ein paar mehr infos gefreut.

von Dörte Maier 16.05.2014 00:21

Äh ich dachte du warst 2009 das letzte Mal auf dem Groezrock und nicht 2011?

von Mick 16.05.2014 07:40

Das ist so ziemlich das mieseste Live-Review was hier bisher gelesen haben. Bitte das nächste mal jemanden schreiben lassen, der weiß was er da tut. Ich war nicht da, hätte mir aber sehr gern einen externen Überblick verschafft. Aber bei der Bandauswahl (ich weiß, Geschmäcker sind verschieden, aber bitte?!) und diesem Runterdreschen von Floskeln bzw. Abfertigen der Bands macht das Lesen überhaupt keinen Spaß. P.S.: ich finde schon, dass man anhand von Schreibstil und Bandauswahl rückschließen KANN, wie alt der Schreiberling ist... und, nunja, ich würde bei den maximal 25 auch mitgehen. Das ist ja auch nicht wild, aber das Groezrock und diese Bands haben sicherlich etwas mehr verdient als das hier. Sorry!

von Mimimimi 16.05.2014 10:19

Meine Lieblingsband wurde hier nicht erwähnt, mimimi

von Uargh, 17.05.2014 15:26

Ich finde deinen Schreibstil teilweise recht arrogant. Und mir persönlich sind da zuviele Unterstellungen und Mutmaßungen drin - wer wie fertig ist, wer sich über was nicht freut, wer desillusioniert und überfordert ist etc. War selbst auch nicht da und kann mir durch dieses Review ehrlich gesagt nichtmal einen ungefähren Eindruck verschaffen. Außerdem hättest du vielleicht noch einmal (mehr?) drüberlesen sollen, denn die Art zu Schreiben ist wirklich nicht sehr gut und es macht (wie zuvor bereits schon erwähnt) keinen sonderlichen Spaß, dies zu lesen. Aber wie sagst du in deinem Review selbst so treffend? "...aber jeder wie er mag." Zudem steht in deinem Profil ja dein Geburtsjahr drin (1990), wieso regst du dich dann so künstlich auf, wenn jemand dich auf "höchstens 25" schätzt?

von reuden 22.05.2014 16:13

Natürlich hätte man mehr und ausführlicher und tendenziell auch etwas "objektiver" schreiben können. Dass sich der Rezensent wohl nur seine "Lieblingsbands" angesehen hat, ist irgendwo nachvollziehbar, ein paar mehr hätten es aber schon sein dürfen. Grundsätzlich muss man sagen, dass es bei der Masse an Bands an zwei Tagen und den damit verbundenen "fiesen Überschneidungen" wirklich schwierig ist, zu entscheiden welche Band man sich jetzt anschaut und welche nicht oder ob man nur die Hälfte einer Band schaut und dann weiterzieht. Wenn man dann auch noch ins Merchzelt will, essen, trinken bzw. saufen (wichtig!) oder einfach mal die Festivalatmosphäre aufsaugen will, hat man schnell mal diverse Bands verpasst, die man eigentlich sehen wollte. Luxusprobleme halt. Ansonsten ist das Festival schon ganz cool, wenn man mal die bekannte Zeltplatzproblematik (Platzvorgabe, Warterei, Schlepperei)außen vor lässt. Dieses Jahr fand ich neben dem fetten Headlinerauftritt von Offspring Boysetsfire, Liferuiner, The Wonder Years, Norma Jean, Bayside und Schande über mein Haupt: Falling in Reverse ziemlich gut.

von ISETFIRE 23.05.2014 11:44

"denn Sänger Jordan stammelt die neuen Lieder nur so vor sich hin und alte Lieder werden kaum gespielt" Als langjähriger La Dispute-Fan der auch auf Konzerten vor der Erscheinung von Wildlife war, bin ich über die neuen Setlists zwar ähnlich enttäuscht, aber zu sagen Dreyer würde die neuen Lieder vor sich hin stammeln ist schon etwas frech in meinen Augen. Im Gegenteil: Dreyer haucht den neuen, nicht so energetischen (um nicht zu sagen: lahmen) Lieder live zumindest etwas mehr Leben ein - in meinen Ohren.

von Meine güte... 24.05.2014 18:33

der Typ der das Review geschrieben hat is bestimmt auch mit dem bescheuerten Begriff "Sludge Metal" angekommen.Da zitiere ich doch gern Fat Mike von den großartigen NOFX der schon anno 1996 wußte...FUCK THE KIDS!!!