02.10.2010: August Burns Red, Blessthefall, Of Mice And Men - LOGO, Hamburg

 

An dieser Stelle vorweg ein Dankeschön an meinen Chef, der mir dieses Live-Erlebnis ermöglicht hat. Es war ein wahrhaft grandioser Abend und ich bin mit Sicherheit nicht der einzige, der auf seine Kosten gekommen ist.
2. Oktober 2010, gegen 21:00 Uhr im Hamburger LOGO – die Bude ist bis unter das Dach gefüllt und wir bekommen zuerst nur schlechte Stehplätze ganz hinten beim Mischer. Auf den Plakaten zollen große „Ausverkauft“ Schriftzüge den Bands des abends ihren Tribut und Mann und Frau wussten schon, warum sie den (für einige auf jeden Fall) weiten Weg nach Hamburg gemacht hatten. Der Opener hat hat ja bekanntlich die schlechtesten Karten, da es eine schwere Bürde sein kann die Zuschauer zu animieren. OF MICE AND MEN hatten damit zumindest keine Schwierigkeiten, denn das Publikum war heute äußerst gut gestellt. Obwohl von Anfang an in aller Munde „ABR – Number one!“ lag, applaudierte man mehr als höflich und ließ bereits zu Anfang die Matten kreisen und den Pit anfangen zu brodeln. Doch überkochen sollte er nicht. OF MICE AND MEN mussten sich aber auch überhaupt nicht vor den folgenden Bands verstecken. Ihr Post-Hardcore mit ordentlich Gebölke und klarem Gesang, der streckenweise diverse Parallelen der Halbgötter EVERYTIME I DIE aufwies, erzeugte unglaublich viel Druck und auch die Spielfreude des Quintetts entzündete beim Publikum mehr als nur einen Funken. Pause. Bier tanken. Und auf in die nächste Runde. BLESS THE FALL unterscheiden sich von der Vorgängerband hauptsächlich dadurch, dass die Truppe um den schönen Beau Boken, der die Damen allesamt dahin schmelzen ließ, ihr Hauptaugenmerk auf klaren Gesang legt. Eine Band deren Musik ich nicht besonders gut fand und finde, die aber live unglaublich energetisch sind und den Schmelztigel zum kochen brachten. „Higinia“, „To Hell and Back“ oder What´s Left of Me“ bringen den Mob zum Schwitzen und auch auf der Bühne fließen die Sturzbäche. Muss man mögen oder nicht, aber an diesem Abend bewies BLESS THE FALL, dass sie Livequalität besitzt. Wo BLESS THE FALL das LOGO angerissen haben, riss der Headliner es dann endgültig ab.



Das Quintett aus Pennsylvania, USA, feuerte eine Groove-Salve nach der nächsten ab. Mit den Openern „Composure“ und „Truth of a Liar“ brachten sie die Grundfesten des kleinen Hamburger Ladens zum erzittern. Die Drums waren wie eine Flack und die Gitaren MG-Salven, die kein Ziel verfehlten. „Meddler“, „Escape Artist“ und das absolut grandiose Meisterwerk „Up Against The Ropes“ wurden unter anderem von „Redemption“ gefolgt, bevor es nach gefühlten 5 Minuten bereits mit „White Washed“ in die Endrunde ging. Der technisch hoch versierte Metal der US amerikanischen Band ist auch live ein Hochgenuss, dem sich jeder einmal aussetzen sollte. Schön war hier nicht nur die Auslese an Songs aus den drei Alben „Thrill Seeker“, „Messengers“ und dem aktuellen „Constellations“, sondern auch die mitunter ergreifenden Danksagungen Jake Luhrs. Noch nie hat mich diese Band live enttäuscht und es sieht so aus, als hätte sie dieses auch nicht in naher Zukunft vor. Jene Nörgler die mir vorher versichert haben, dass man bei der christlich-ambitionierten Band eine Bibel am Eingang ausgehändigt bekommt, muss ich leider enttäuschen ein freundliches „God Bless!“ auf einem der Plakate war alles, was ABRs Frontmann an missionarischen Zielen zu verwirklichten suchte.
Am Ende wurde dann noch eine kleine Umfrage bei einzelnen Fans durchgeführt:
1. Beste Band des Abends? Natürlich „ABR – Number One!“
2. Bierpreise? Waren ok, könnten aber niedriger sein.
3. Sound? Wurde erst bei ABR besser. Sonst gewohnt LOGO: Zu viel Bass, Gesang der lauter könnte und Gitarren, die zu leise sind.
4. Merch-Preise? Unverschämt. 20 Euro für ein Shirt sind sehr viel (Zieht man aber in Betracht, dass bei Imperial die Klammotten nur unweit günstiger sind und die Bands alle eine hervorragende Live-Performance an den Tag gelegt haben, ist dies zu verzeihen).

Ich hätte sehr gerne an dieser Stelle das Flash-Interview mit Jake Luhrs abgedruckt, da er dies aber per Mail machen wollte (wie er mir versicherte sehr schnell!), warte ich immer noch auf die Antworten. Aber sobald diese eintrudeln, werdet ihr es als erste erfahren.

Mit freundlichen Grüßen

Linc und Becks

Tracklist AUGUST BURNS RED

1. Composure
2. Truth of a Liar
3. Thirty and Seven
4. Meddler
5. Escape Artist
6. Indonesia
7. Marianas Trench
8. Up Against The Ropes
9. American Dream
10. Backburner
11. Redemption
12. White Washed

Alte Kommentare

von Donnerbar 07.10.2010 15:28

Schönes Review. Wobei mich interessieren würde inwieweit ABR das mit der (meiner Meinung nach) extrem beschissenen Bühne gemacht haben. Aber schön zu sehen, dass ein Review auch mal wiedergeben kann wie die Stimmung war.

von requos 07.10.2010 17:34

Gut das sie immernoch Klassiker wie Backburner spielen

von :) 07.10.2010 22:58

Wer hat den Indonesia Part gesungen? Oder haben die die Alternativversion gespielt? ^^

von ? 10.10.2010 13:56

Schön war hier nicht nur die Auslese an Songs aus den drei Alben „Thrill Seeker“, „Messengers“ und dem aktuellen „Constellations“ Welche Songs wurden denn von Thrillseeker gespielt???

von de papp 10.10.2010 21:37

ja, das war sicherlich besser als beim heimischen gottesdienst, oder? bless the fall UND abr zusammen auf misson, hauptsache die mucke ist fett, ne? ;)

von gnihihi 10.10.2010 23:26

mach den kopp zu. abr sind und waren nie missionarisch unterwegs. immer auf dieser christenschie zu fahren ist bei abr in etwa so passend wie bei comeback kid. auch atheisten können im übrigen missionarisch unterwegs sein.