03.09.2007: Nine Inch Nails, Alec Empire - München - Circus Krone

03.09.2007
 

 


... doch es sollte wahrlich anders kommen. Grosser Pluspunkt für das Konzert in München war die Halle: Circus Krone, Europas grösstes Zirkusgebäude. Gross genug für NIN aber dennoch so klein und gut geschnitten, dass so etwas wie Club Show Stimmung aufkommen kann. Die Halle war gut gefüllt, wenn nicht sogar ausverkauft. Es tummelten sich wieder mal NIN Fans aus aller Herren Länder: Mexico, ganz viele Engländer, die nur für dieses Konzert angereist sind, eine gute Hand voll Amis, die sich wiedermal alle Europäischen Konzerte geben (haben die nix anderes zu tun???) und so weiter. Vorband war Alex Empire, der Mastermind von Atari Teenage Riot. Selbige wurden schon auf der Fragility Tour im Vorprogramm von den Nine Inch Nails Fans schlichtweg ignoriert. Was dieses Mal los war kann ich nicht sagen, weil ich erst in der Umbaupause ankam.

Nine Inch Nails legten gleich mit Material der neuen Year Zero Scheibe los: Intro und danach sofort mit Hyperpower und The Beginning Of The End losgelegt. Man merkte der Band sofort an, dass sie Lust hatten zu spielen und dass ihnen die Location gefällt. Trent präsentierte sich in Bestform und der Rest der Musiker liess auch nichts anbrennen. Nach den zwei Songs ging es mit Last und Sin weit zurück in die NIN Vergangenheit, wobei sich Last immer mehr als hervorragender Live Song aufdrängt, was primär Aaron North zu verdanken ist. Nach March Of The Pigs, bei dem Aaron mit seiner Gitarre ins Publikum sprang, nahmen die Jungs massig Tempo weg und brachten mit The Frail und The Wretched zwei Lieder der Fragile Doppel LP, gefolgt von Closer. Spätestens jetzt war jedem im Circus klar, was Trent mit seinem Blog Eintrag meinte, in dem er sagte, dass er mit der Lightshow der Tour im Frühjahr unzufrieden war. Dieses Mal präsentierten sich Nine Inch Nails genau so, wie man es zuletzt auf der Fragile Hallen Tour zu sehen bekam: hervorragende Musiker in Kombination mit einer perfekten, bis ins kleinste Detail ausgeklügelten Light Show mit herausragenden visuellen Effekten. Von den folgenden Songs ist insbesondere Survivalism hervorzuheben, welches von der Band richtig kantig und agressiv gespielt wurde. Nach Burn und Gave Up, bei denen sich insbesondere Josh Freese als "Roboter Drummer" hervortat, senkte sich ein riesiger, halbtransparenter "Bildschirm Vorhang" auf die Bühne herab und jeder, der in der Halle noch nicht bereits bei den Songs davor ausrastete, der war spätestens mit Me, I'm Not und The Great Destroyer, inkl. Happiness In Slavery Samples, total aus dem Häuschen. Eine aufwändigere und gleichzeitig spontanere Show (alle Sounds und die Video- / Stroboeffekte auf dem Monitor kommen live von der Bühne und können nach Belieben improvisiert werden) ist in dieser Grössenordnung wohl nicht mehr möglich. Nach Eraser, welches die von der Beside You In Time HD-DVD Video bekannten Effekte hatte, und Only wurde der Screen wieder hochgezogen und es war "Fragile Zeit": mit La Mer, Into The Void, No You Don't und The Day The World Went Away war das meiner (persönlichen) Meinung nach stärkste NIN Werk sehr prominent vertreten. Danach folgten die letzten drei Lieder. In der Regel sind das bei Nine Inch Nails Konzerten Hurt gefolgt von The Hand That Feeds und Head Like A Hole. Die letzten zwei waren genau so wie erwartet, aber anstelle von Hurt gab es die Überraschung des Abends in der Setlist: Dead Souls, das Joy Division Cover vom The Crow Soundtrack. Zugaben und Ansprachen gab es, wie üblich, keine aber sowohl das Pubilkum als auch die Band hatten sichtlich eine sehr gute Zeit miteinander. Bei dieser Show hatte jeder Spass, sogar der Light Engineer von NIN, der mit nacktem Oberkörper vorm Lichtpult abging wie ein wilder.

Zusammenfassend kann man sagen, dass das mit Sicherheit das Beste Nine Inch Nails Konzert auf deutschem Boden seit der Fragility Tour war. Die Setlist war hervorragend und könnte nur durch das Hinzufügen von And All That Could Have Been, Terrible Lie und We're In This Together perfekter sein. Ich war ehrlich gesagt froh drüber dass Dead Souls anstelle von Hurt gespielt wurde. In Sachen visueller Effekte und Light Show haben Trent und sein Team sich endlich mal wieder so in Europa präsentiert wie man es auch von Ihnen erwartet. Des Weiteren habe ich schon lange mehr kein Konzert mit einem solch guten Sound besucht. Und über das Können der Herren Freese (was für ein wahnsinns Drummer!!!), North, White, Cortini und Reznor muss man auch nichts mehr sagen.

Fazit: 10,5 von 10 Punkten ;-)

Setlist:
HYPERPOWER!
The Beginning Of The End
Last
Sin
March Of The Pigs
The Frail
The Wretched
Closer (inkl. Down In It)
Survivalism
Burn
Gave Up
Me, I'm Not
The Great Destroyer (inkl. Happiness In Slavery Samples)
Eraser
Only
Wish
The Good Soldier
La Mer
Into The Void
No You Don't
The Day The World Went Away
Dead Souls
The Hand That Feeds
Head Like A Hole