04.02.2009: Forever The Sickest Kids, Attack! Attack!, At The Farewell Party - Köln - Underground

 


In Amerika sind sie längst Stars und ziehen hunderte junge Leute auf ihre unzähligen Shows. In Deutschland sind FOREVER THE SICKEST KIDS noch eher unbekannt. Wer aber eine ihrer drei Deutschlandshows miterleben durfte, ist mit ziemlicher Sicherheit schnell ein Fan ihres powergeladenen Pop-Punk Mixes geworden. Am vergangenen Mittwoch starten sie ihre Tour im Kölner Underground.

Doch ehe man FOREVER THE SICKEST KIDS live erleben darf, muss man erstmal mit den Vorlands vorlieb nehmen. Und so machen AT THE FAREWELL PARTY aus dem Frankfurter Umkreis den Anfang. Sie stellen zu Beginn ihres Sets den Song „Fire Fire“ vor, für dessen Record Release Termin sie das Undergroundpublikum nach Hessen einladen. Die fünf Jünglinge haben sich für ihre Tour den ehemaligen Drummer Tom von „Mariposa Syndrome“ ausgeliehen. Respekt für ihn. Drummer mit nur einem Bein die trotzdem ihr Handwerk so gut beherrschen gibt es wohl eher selten. Ansonsten ist heutzutage alles schon mal da gewesen. Man kann sich AT THE FAREWELL PARTY zwar anhören, wird aber wenig finden was einen fesselt und an ihrer Musik Begeisterung finden lässt. Standard Emopunk kommt eben heute nicht mehr so gut an wie noch vor ein paar Jahren.

Weiter geht’s mit ATTACK ATTACK!. Schon nach dem ersten Song fällt auf, hier stimmt was nicht. Denn irgendwie fehlt ein ganzes Instrument. Wo ist das Keyboard, oder doch wenigstens der Computer? Die Antwort lautet: Namesklau. Traurig aber wahr. Es stehen nicht ATTACK ATTACK! aus den USA mit ihrer rasanten Mischung aus Screamo, Pop und Electro auf der Bühne, sondern ATTACK! ATTACK! aus Wales. Wichtig: mit zwei Ausrufezeichen geschrieben, nicht nur mit einem!! Schade, ich hätte sehr viel lieber die amerikanischen Namenszwillinge live erleben dürfen. Aber auch mit ihren Pop-Punk lässt es sich im Zweifelsfalle gut aushalten. Die Band macht zwar optisch längst nicht so viel her wie der haarstyleerfahrene Opener des Abends, bietet aber dafür klaren Sound und Songs die man gerne mitfeiert. Außerdem ist es nicht der erste Besuch der vier Musiker von der Insel in Deutschland. Zuvor tourten sie bereits mit „The Blackout“ durch Deutschland. Und dabei scheinen sie einige Fans gefunden zu haben, die an diesem Abend natürlich auch lautstark anwesend sind. Und so werden Songs wie „This Is A Test“ und „Too Bad Son“ mitgesunden und bejubelt. Im Anschluss gibt es unter dem Publikum einen Run auf die nur 5 € teure Platte die es sich lohnt mal anzuhören.

In der folgenden Umbaupause wird es noch einmal richtig voll im Underground. Die Zahl der Anwesenden hat sich im Vergleich zum Beginn des Konzertes merklich verdoppelt. Kein Wundern, nun folgen FOREVER THE SICKEST KIDS. Nach einem Intro das ganz in alter Stadionmanier die Band ankündigt, betreten die sechs quirlige, trinkfeste und sympathischen Kerle aus Texas die Bühne. Der Sänger trägt nicht nur eine dicke Winterjacke sondern hat sich scheinbar „Enter Shikari“ zum Vorbild gekommen, denn an seinen Fingern blinken bereits bekannten Fingerlichter. FTSK, so oft abgekürzt und in Glitzerbuchstaben am Mikrofonständer niedergeschrieben, beginnen ihr Set mit „Belive Me I'm Lying“. Von Anfang an haben sie das Publikum fest um ihren Finger gewickelt. Nicht zuletzt weil Sänger Jonathan und Gitarrist Caleb sich als wahre Entertainer zeigen und das Publikum in ihre Show miteinbeziehen. „Burger King, Mc Donalds oder doch lieber was ganz anderes?“, ist nur eine der Fragen die sie den Fans stellen. Diese sind teilweise scheinbar echt sehr weit angereist. Denn auf die Frage woher das Publikum stammt, kommen nicht nur Antworten wie Düsseldorf oder Frankfurt, sondern auch London, Belgien, Schweiz oder gar Texas. Eindeutig, FTSK haben mehr Fans hier als zu Anfang noch erwartet. Das Publikum lernt: In Texas sagt man nicht „Hallo/Hello“ sondern „Howdy“. Mit dieser Phrase wird ab jetzt jeder weitere Song bedacht, angekündigt oder beendet. In den folgenden Minuten wird die Fantreue mit einem tollen Set belohnt. Der Song „Breakdown“ verfügt zwar über keinen Selbigen, aber dafür wird bei „Phonecall“ das Publikum gebeten doch mal die Handys auszupacken. Jeder Song der sechs handelt in irgendeiner Form von Liebe. Liebe die sie scheinbar auch gegenüber des Publikums haben, denn die textsicheren Anwesenden bekommen als Dank ein Herz mit den Fingern geformt. Und spätestens bei „Hey Brittney“ und „Whoa Oh“ hält es dann keinen mehr auf seinen Platz. FOREVER THE SICKEST KIDS verstehen es zu begeistern. Aber sie haben ja auch schon mehr als genug Erfahrung sammeln dürfen. Nach acht Songs gibt es leider nur noch eine Zugabe in Form des Mitsinghits „She's A Lady“. Dann verlassen die sechs durchgeschwitzt aber scheinbar glücklich die Bühne.

Die folgenden Konzerte der Tour werden nicht so gut besucht sein und abgefeiert werden wie diese Abend im Underground. Aber man darf sich bei FOREVER THE SICKEST KIDS sicher sein, dass sie bald wieder ihren Weg nach Deutschland finden werden. Auch wenn jetzt erst mal eine lange Tour durch England und Amerika vor ihnen steht. Howdy Jungs, und gute Reise!