04.04.2014: The World Is A Beautiful Place & I Am No Longer Afraid To Die, Empire! Empire! (I Was a Lonely Estate) - MTC Köln

 

Endlich. Endlich betritt die Band, mit dem wohl längstem Namen aller Zeiten, europäisches Festland. THE WORLD IS A BEAUTIFUL PLACE & I AM NO LONGER AFRAID TO DIE (TWIABP) haben zu ihrer ersten ausgiebigen Europatour geladen und gleich ihre Freunde und Labelkollegen, mit dem nicht wesentlich kürzeren Namen, EMPIRE! EMPIRE! (I WAS A LONELY ESTATE) mitgebracht.

Da es in Köln sonst keinerlei Vorband gab, begaben sich pünktlich gegen halb neun Keith Latinen und Kollegen auf die kleine und für die Anzahl an Bandmitgliedern zugegebenermaßen recht enge Bühne des Kölner MTCs. Da Latinens Ehefrau (eigentlich zweiter und einziger weiterer Bestandteil von EMPIRE! EMPIRE!) leider nicht mit auf Tour kommen konnte, wurde Latinen von einer Tourband, die aus Mitgliedern von TWIABP bestand, unterstützt. Gespielt wurden sehr viele neue Songs von dem schon so oft angekündigten, aber im Sommer wohl definitiv erscheinenden Nachfolgealbum zu What It Takes To Move Forward. Zwischendurch gab es einige kurze Ansagen, die aber beim Publikum auf wenig Reaktion trafen. Statt also große Reden zu schwingen wurde das kurze Set um Lieder des eben genannten Albums und On Time Spent Waiting Or Placing Weight Of The World On The Shoulders Of Those You Love The Most ergänzt. Das klang zwar musikalisch alles ganz nett, konnte aber leider stimmlich ganz und gar nicht begeistern. Es erwartet zwar sicherlich von einer Indie/Emo Band niemand einen perfekten Auftritt, aber trotzdem war die dargebotene Leistung von Sänger Latinen weit entfernt von seiner tollen Stimme auf Platte. Schade - ist doch gerade genau diese das Markenzeichen der Band.

Nach einer kurzen Umbaupause, die in Anbetracht dessen, wie viele neue Instrumente / Menschen auf die Bühne geschafft werden mussten, erstaunlich schnell von statten ging, betraten THE WORLD IS A BEAUTIFUL PLACE & I AM NO LONGER AFRAID TO DIE unter großem Applaus die Bühne.
Ohne großes lange fackeln und genießen des Applaus begannen sie mit dem Intro und dem ersten richtigen Song ihres neuen Albums Whenever, If Ever, welches sicherlich maßgeblich dazu beigetragen hat, dass sich die Herren und Dame derzeit überhaupt in Europa tummeln. Denn wohl kaum jemand, der sich mit diesem Genre beschäftigt, kam letztes Jahr um das Erstlingswerk der Band aus Connecticut herum. Schöne Melodien, stimmige Atmosphäre und gute Texte. All das galt es nun auch auf die Bühne zu bringen und dafür versuchten TWIABP alles. Nette und witzige Ansagen, lange Interludes, Blasinstrumente, drei verschiedene Sänger, zwei Gitarristen, ein Bassist, eine Keyboarderin und ein Schlagzeuger. Macht sieben engagierte Musiker und ein Funke, der zu Beginn leider nicht so recht überspringen mochte.
Gerade die etwas ruhigeren Lieder, die auf Platte super funktionieren, wurden live leider teilweise etwas grundlos in die Länge gezogen, was sicherlich nicht jedem gefallen hat. Die schnelleren Lieder, wie z.B. Pictures Of A Tree That Doesn’t Look Okay funktionierten hingegen hervorragend und machten Lust auf mehr. So viel Lust auf mehr, dass die Zuschauer die Band nach Wait...What? keinesfalls von der Bühne lassen wollten.
Als dann also als Zugabe Getting Sodas, was ebenfalls als letztes Albumlied fungiert, gespielt wurde, stimmten sie dann doch noch den letzten Zweifler und Kritiker zufrieden. Und wenn Sänger David dann auch noch zum gefühlt hundertstens male The world is a beautiful place but we have to make it that way. Whenever you find home we’ll make it more than just a shelter. And if everyone belongs there it will hold us all together. If you’re afraid to die, then so am I. singt, dann, ja dann ist die Welt in Köln wirklich ein schöner Ort.