04.10.2008: Fire In The Attic, Herrenmagazin - Köln - Werkstatt

 

Ole Feltes wünschte sich eine Riesensauferei statt einer Abschiedsshow, doch die blieb ihm nicht erspart. Schließlich stand er fünf Jahre lang mit FIRE IN THE ATTIC auf der Bühne und lieh der Band seine Stimme. So eine Zeit muss man standesgemäß ausklingen lassen und deshalb gab Ole Feltes sich am Samstag ein letztes Mal die Ehre, die Bühne mit FIRE IN THE ATTIC zu rocken…

Die Werkstatt ist leicht gefüllt mit FIRE IN THE ATTIC T-Shirt-Trägern. Vor der Bühne fragt man sich, ob noch mehr kommen werden, um Ole zu verabschieden oder ob das schon alles ist. Vielleicht ist die Konkurrenz in Köln an diesem Samstag einfach zu groß. Aber die echten Fans und Freunde lassen sich die Chance nicht entgehen, Ole einen schönen Abschied zu bescheren und sich krachend von ihm zu verabschieden.

Bevor die sentimentale Abschiedsshow beginnen kann, betreten die Indieliebhaber von HERRENMAGAZIN die Bühne. Ihre locker leichte Indiemusik erinnert stark an Bands wie Tomte und Kettcar. Die leicht unbeholfenen Ansagen der Band stören keinen, doch man merkt einfach, dass dieser Abend unter dem Stern von Oles Abschied steht. HERRENMAGAZIN stellen deshalb nur einen netten Zeitvertreib dar, der die Wartezeit angenehmer erscheinen lässt. In den Köpfen, die leicht zur Indie-Musik wippen, spielt sich aber was ganz anderes ab. Eine kleiner Ole-damals-heute-Vergleich findet statt. Vom rundlichen, planlosen Chaot zum Röhrenjeans tragenden, selbstbewussten FITA Frontmann. Seine Bühnenansagen hatte er damals auch nicht gerade mit dem goldenen Löffel gefressen und sie klangen sicherlich so unbeholfen, wie die von HERRENMAGAZIN. Doch am Ende des kleinen Vergleichs muss man sagen: Ole hat sich gemacht.

Nach einem kurzen Soundcheck von den FIRE IN THE ATTIC Herren ist es dann so weit. Richard, Crebelli, Plotzki und Dennis betreten die Bühne. Zuletzt erscheint im weißen Nebel dann auch der Hauptmann des Abends auf der Bühne: Ole Feltes. Ganz schnell wird klar, wem dieser Abend gewidmet ist, denn das Publikum verfällt sofort in Ole-Chöre. Ohne große Worte geht es los mit der Show und schon beim ersten Song merkt jeder, dass Ole noch einmal alles geben will. Seine letzte FIRE IN THE ATTIC Stunde hat geschlagen und er genießt sie in vollen Zügen. Nach zwei Song fühlt er sich schon wie nach 75. Vor der Bühne bekommt davon aber niemand etwas mit, denn er holt trotzdem noch mal alle Töne aus sich heraus. Die Oles Ansagen zwischendurch, bei denen Wert darauf gelegt wird, dass sie nicht zu sentimental sind, übertragen seine gute Laune auch in den Zuschauerraum. Ole ist an diesem Abend der Marionettenspieler, seine Puppen stehen vor der Bühne und machen wirklich alles, was er ihnen sagt: einen Circle Pit, ein bisschen tanzen, ein bisschen singen und ein bisschen klatschen. Er hat sie alle in der Hand und er hat ihre volle Aufmerksamkeit. Dankesreden werden kurz gehalten, doch Richard lässt es sich nicht nehmen, Ole für seine Bandzeit zu danken. Auch Ole kann gar nicht oft genug Danke sagen für die schöne Zeit. Songtechnisch kommen auch alle auf ihre Kosten: die Fans der ersten Stunde und die, die später dazugestoßen sind. Bei ihrer fast 90-minütigen Show boten FIRE IN THE ATTIC Songs wie “Senses Riding Shotgun”, “The City”, “An Audience Of One”, “The Progress”, “The Requiem” und “Decision and Action”. Bei einem späteren Song kramen die weiblichen Fans in den ersten Reihen in ihren Taschen und packen Wunderkerzen aus. Es gibt ein exklusives Wunderkerzenmeer zum Abschied. „Wie süß“, findet Ole. Dann gibt er seinen Fans noch ein Versprechen: „Ich werde mit allen hier nachher noch ein Bier trinken, das liegt mir persönlich sehr am Herzen.“ Ob er es wirklich geschafft hat und wenn ja, wie es ihm jetzt geht, wissen wir leider nicht. Doch eins wissen wir sicher: Ole hat seinen Abschied gebührend gefeiert.