04.11.2009: A Skylit Drive, Dance Gavin Dance, Adept - Berlin - Magnet

 


Nicht nur, dass die MTV Europe Music Awards stattfinden und U2 ein Set vorm Brandenburger Tor zum besten geben, auch die Screamo/XY-core Freunde Berlins kommen in dieser Woche voll auf ihre Kosten. Im Magent Club haben heute A Skylit Drive ihren Tourauftrakt angekündigt.

Schon eine Stunde vor dem Einlass sind die ersten Anhänger der Bands vor dem Magnet auszumachen. Ein unerwartet altes Publikum wartet in Regen und Kälte auf Einlass. Die wenigsten dürften um die 18 Jahren alt sein. Warum dem so ist, merkt man spätestens nach Einlassbeginn. Ausweiskontrolle! Die Club- oder Konzertbetreiber sind scheinbar sehr darauf bedacht, ihre Auflagen einzuhalten und so kommt wer unter 18 Jahre jung ist, nur in Begleitung „Erziehungsberechtigten“ in den Club. Eine nicht ganz unangenehme Maßnahme, die jedoch die Besucherzahlen einschränken könnten.



Über mangelnden Zuspruch kann sich der Support der Tour aber nicht beklagen. Ganz anders als erwartet begeistern Adept vom ersten Moment an das Publikum. Ihr Set beginnen sie mit dem partytauglichen Song: Caution! Boys Night Out. Von der Textsicherheit der Menge ganz angetan kommen die fünf Schweden zu Anfangs fast etwas aus dem Konzept. Mit so viel Zuspruch hatten sie wohl nicht gerechnet. Aber die Menge jubelt und lässt auch die Zweifler in den hinteren Reihen die Ohren spitzen. Leider hat man Adept im Zeitplan nicht mehr als fünf oder sechs Songs zugedacht. Schade, denn die Band beweist gekonnt, dass es durchaus noch möglich ist aus dem uniformen, überlaufenen Metalcore Standartschema auszubrechen und Musik zu schaffen, die frisch ist, Spaß macht und sich nicht so leicht in eine Schublade stecken lässt.



Von Dance Gavin Dance dürften die meisten schon mal gehört haben. Erstrecht im Bezug auf den Headliner A Skylit Drive, gibt es doch einige Verkettungen zwischen diesen beiden Bands. So hat der ehemalige Sänger von Dance Gavin Dance, Jonny Craig, zeitweise bei A Skylit Drive ausgeholfen, ehe er vor knapp zwei Jahren zu Emarosa stieß. Aber auch ein paar Touren haben diese beiden Bands schon zusammen gemeistert. Heute Abend haben Dance Gavin Dance zunächst etwas mit dem übersteuerten Sound zu kämpfen. Diese Probleme scheinen aber über ihr Set hinweg weniger zu werden. Die Band trifft beim Berliner Publikum auf recht geteilte Meinungen. Wohl, weil ihre Musik recht technisch, schnell und vielseitig ist, weiß nicht jeder damit etwas anzufangen. Dabei können sie spielerisch absolut überzeugen und auch die Vocals können sich hören lassen. Fast schon manisch wirkt ihr Fronter, wenn er aus voller Kehle ins Mikrofon schreit und sich dabei auf den Boden fallen lässt und dort schier regungslos liegenbleibt. Gänsehaut pur!



Headliner A Skylit Drive wirbeln schon den ganzen Abend über durch den Magnet. Eine aufgedrehte, beinahe nie nüchterne Truppe, die versucht den maximalen Spaß aus dem Touren zu ziehen. Ein paar deutsche Sätze haben sie seit ihrer Ankunft gestern schon gelernt, leider nur recht versautes Zeug welches sie der Menge nun frech an den Kopf werfen. Aber man darf behaupten, dass sie es sich erlauben können. Kaum betreten sie die in Nebeldunst getauchte Bühne, kaum gehen die Lichter an und die ersten Keyboard Töne erklingen – schon klebt die Menge nahezu an und auf der Bühne. Songs wie Eva The Carrier oder Wires And The Concept Of Breathing werden vom Publikum fleißig mitgeträllert. Jedoch wage ich zu bezweifeln, dass auch nur einer der Anwesenden gesanglich so hoch kommt wie A Skylit Drive Sänger Michael Jagmin, genannt Jag. Dessen Stimme ist ohne Frage das Aushängeschild der Band und zieht einen auf besondere Art und Weise in ihren Bann. Einziges Manko dürfte für die Fans der durchaus als mies abstempelbare Merch sein. Nur zwei mehr schlecht aus rechte Shirt Designs und einen dürftig bedruckten Hoodie haben sie im Gepäck.

Ein überraschend stimmiges Line-Up dreier ganz unterschiedlicher, außergewöhnlicher Bands und ein lohnendes Konzert. Die ca. 200 Anwesenden des Abends werden es gewiss in vollen Zügen genossen haben.

Alte Kommentare

von weihnachtsmann 23.11.2009 17:29

gute review! :) daumen hoch! auch wenn der DGD-frontmann nicht annähernd so viel getroffen hat, wie erhofft ;) jag hats dafür wiedergutgemacht.