05.06.2010: Harmful, Philadelphia Grand Jury, Cancer Bats - Bielefeld Forum

 

Touren, touren und nochmals touren. Das ist es, was die Cancer Bats dieser Zeit machen. Seit Monaten sind sie nun schon in Deutschland unterwegs um ihr neues Album „Bears, Majors, Scraps and Bones“ zu promoten. Dabei treten sie mit Bands wie Callejon, Atreyu, Bullet for my Valentine und vor tausenden Fans beim Rock am Ring auf.
Doch heute geht es nochmal etwas intimer zu als beim Rock am Ring. Vor knapp 100 Leuten werden sie heute im Rahmen der Visionsparty die Bühne entern.

Den Anfang macht zuvor jedoch die fantastische Philadelphia Grand Jury aus Australien. Sie spielen eine wirklich eingängige Mischung aus Indie, Rock, Punk und Soul, die einen wenn schon nicht zum tanzen, so doch zumindest zu einem stetigen Kopf- oder Fußwippen verleitet. Zudem haben die Herren offensichtlich einen riesigen Spaß auf der Bühne, der sich auch auf das Publikum übertragen hat, denn den Menschen um mich herum war das dicke Grinsen nur so ins Gesicht geschrieben. Zwischendurch gab es noch ein unglaubliches Drumsolo von Drummer Calvin Welch, welches wohl auch den Sänger der Philadelphia Grand Jury, Simon Berckelman, begeisterte. Dieser gesellte sich nämlich mal eben ins Publikum um es sich von dort aus anzuschauen. Das einzig störende waren die vom Band kommenden Ansagen der Songs die von einer extrem hohen und kreischenden Stimme verkündet wurden. Ansonsten war es ein super Auftritt einer wirklich sympathischen Band, die mit ihrer Musik und der Nähe zum Publikum für ordentlich Stimmung sorgte.

Danach war mit den Cancer Bats auch schon der Höhepunkt des Abends erreicht. Man sollte ja meinen bei einer so stressigen Tour, bei der fast jeden Tag eine andere Stadt auf dem Plan steht, ist irgendwann die Luft raus und die Band am Ende. Aber bei den Cancer Bats war davon keine Spur zu sehen. Sie lieferten eine unheimlich energiegeladene Show und gaben wirklich alles an diesem Abend. Sänger Liam Cormier schien schon fast etwas verwundert das überhaupt 100 Mann zum Konzert gekommen sind, obwohl sie doch an diesem Abend starke Konkurrenz hatten. Rise Against spielten nämlich zur gleichen Zeit ebenfalls in Bielefeld. Jedoch ließ sich die geringe Zuschauerzahl eher positiv vermerken, da dadurch eine ziemlich intime Atmosphäre zustande kam. Musikalisch gab es viel vom neuen Album „Bears, Majors, Scraps and Bones“ auf die Ohren. Absolute Highlights dabei waren „Scared to Death“, „Dead Wrong“ und das Beastie Boys Cover „Sabotage“. Den Abschluss ihres Auftritts gestaltete wie so oft natürlich der Song „Hail Destroyer“, der den Höhepunkt des Abends markierte. Nach diesem Auftritt konnte es nur noch bergab gehen.

Als letzte Band dieses Abends spielten Harmful aus Frankfurt. Diese schon seit 18 Jahren bestehende Band, die im Vorfeld vom Visions-Magazin so sehr angepriesen wurde konnte eher weniger überzeugen. Dies machte sich auch in der Halle bemerkbar, denn etwa die Hälfte des Publikums verließ das Konzert bereits vorzeitig, so dass der Raum nur noch minimal gefüllt war. Auch die Resonanz der verbliebenen Zuschauer hielt sich in Grenzen und reichte nicht über ein Anstandsklatschen hinaus. Es schien fast so als wenn man mit dem Konzert nur die Wartezeit bis zum Beginn der Visionsparty überbrücken wollte.

Somit endet ein sehr unterhaltsamer Abend mit sehr unterschiedlichen Bands, von denen mich zwei (Philadelphia Grand Jury, Cancer Bats) wirklich überzeugt haben.