05.10.2010: Sex Jams, Dead To Me - Hamburg - Hafenklang

 

Schwertransporter + Feierabendverkehr + einspurige A7 = lediglich 1,5 Sex Jams Songs. Extrovertierte und lebendige Sängerin fetzt mit Wiener Indie-Power-Pop-Kollegen über die kleine Bühne, schreit, singt, tanzt, dankt, zu Ende.

Die durchaus weitere Anreise heute Abend haben mit 8.880km aber Dead To Me aus San Francisco. Mit (schon wieder) neuem Line-Up (Ken von Enemy You und Sam von No Friends) setzen die FatWreck-Amipunks mit günstigen Ticket- (7,- VVK in Hamburg!), und Merchandisepreisen (10,- Shirts, 10,- Vinyl, 25,- Hoodie) direkt ein Sympathiezeichen. Der doch eher spärlich gefüllte Hafenklang drängt sich dementsprechend glücklich und anhänglich vor die Bühne, auf der Chicken und Co. mit gewohntem Vollgas das Fuss wippen und Faust schwingen erklären. „A Day Without A War“, „Splendid Isolation“ oder „Something New“ rocken und sind wie alter kräftiger Speck gut durchgehangen, jedoch erscheint Ken an der Gitarre als nahezu überflüssig und verunsichert, während der Neuzugang rechts auf der Bühne seine Gesangsparts nur ebenso spärlich etablieren kann. Schon Ex-Sänger Nathan Grice konnte den Charme und Stimmcharakter von Ex-One Man Army Krächzhals und DTM-Gründer Jack nicht ersetzen, doch mit Sam wird das Eis dünner und dünner und droht teils zu brechen. Auch Exoten wie „X“ oder „Arrhythmic Palpitations“ finden Platz auf der knapp 50 Minuten langenden Setlist und werde höchstens durch Chickens persönlichen News-Blog („Our Kicker-Team is called BFU – Babyfoot United. They call „Kicker“ „Babyfoot“ in Paris!“) oder clevere, nicht nervende Standpunktansagen unterbrochen. Leider kommt „Cruel World“ nicht mehr auf den Gabentisch, so entschuldigt der Dead To Me-Frontmann und heimliches Frisurmodel sich für die ausbleibende Zugabe mit der faden Ausrede, dass „Dead To Me´s sloppy playing“ keine weiteren Songs zu lasse. Zugaben sind auch nicht besonders Punk. Aber come on, ist doch Hamburg! Die haben ja neben der Reeperbahn sogar einen linken Fussballverein! Na gut, dann doch einen Song. Aber nur einen. Und nur in Hamburg. Die 8.880km sollen sich doch lohnen! Haben sie.