06.04.2009: Joey Cape, Jon Snodgrass, Chad Rex - Bei Chez Heinz - Hannover

 


Schon die Grundvoraussetzungen waren perfekt: Auf dem Weg ins Chez Heinz von und zu Hannover schien die Sonne warm, das Bier perlte kalt und die Stimmung des Frühlingsabends trieb die Vorfreude auf einen Songwriterabend der Extraklasse gen Himmel.



Pünktlich um 21.00h eröffnete CHAD REX mit seiner Westerngitarre das Akustikfeuerwerk, welches sich pausenlos durch den Abend schleichen sollte. Im angenehm gefüllten Heinz machte der bebrillte Amerikaner eine gute Opener - Figur, erinnerte an klassische, romantische Collegesongs gepaart mit einer eingängigen trinkerprobten Lagerfeuerstimme. Der Kreis um die Bühne schloss sich zusehends und trug zu einer wirklichen familiären und gemütlichen Atmosphäre bei. Nach einer guten halben Stunde stieg dann ohne Pause „DRAG THE RIVER“ - Frontmann und Ex -ARMCHAIR MARTIAN - Mitstreiter JON SNODGRASS mit ins Boot und machte die Hornbrillenrunde perfekt. Auch er wusste durch Eigenkompositionen sowie ARMCHAIR MARTIAN - Nummern zu begeistern. Mit der Zahl der Künstler auf der Bühne wuchs nicht nur die Begeisterung des Publikums, sondern auch der herzliche und sofort ansteckend-freundschaftliche Umgang miteinander auf der Bühne. Weiterhin gab es nachdenkliche bis mitreissende, schlicht schöne Songs mit 2-stimmigem Gesang und sympathisch schmutzigem Gitarrensound.


Am Konzept festhaltend wurde letztlich nach ca. weiteren 45 Minuten der musikalischen Paarung SNODGRASS/REX erneut der Kreis erweitert: Mit bester Laune (trotz angeblichen Katers...) sprang der gefühlte 1,50m LAGWAGON - Flummi JOEY CAPE auf die Bühne und komplettierte das Solo-Paket. Mit ruhigen Solonummern („No Little Pill“, „Errands“, „The Ramones are Dead“) über LAGWAGON - Klassiker wie „Shaving Your Head“, „Violins“ oder „Alien8“, aber auch THIN LIZZY (Dancing In The Moonlight) oder gar NOFX - Coversongs (Linoleum) wird durch den Abend gerockt, geschmachtet und vor allem gelacht.


Die Stimmung gleicht eher einer angetrunkenen Samstagabendrunde, als einem Konzert erfahrener Musiker, was sich natürlich weiterhin auf die gute Laune des Publikums auswirkt. Zurufe, tosender Applaus, Spitzenstimmung. Nach guten 2,5 Stunden Komplettprogramm verlässt man grinsend das Bei Chez Heinz und nimmt die Weisheit mit nach Hause, dass akustisch nicht gleich trauer-geladen oder bitterernst sein muss. Schwer empfehlenswert!


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Moppi/Maik