07.06.2008: Rival Schools, Trip Fontaine - Köln - Luxor

 


Walter Schreifels mag Köln. Daran besteht eigentlich überhaupt kein Zweifel. Bereits im Jahre 2002 beehrte er die Domstadt mit Ian Love, Cache Tolman und Schlagzeugtausendsassa Sammy Siegler im Gepäck, um das RIVAL SCHOOLS-Debüt "United By Fate" zu präsentieren. Unprätentiös, ganz auf die Musik konzentriert und mit der Schreifels typischen Leichtigkeit wurde das Material damals vorgetragen und - um der alten Zeiten willen - auch mal das legendäre 'Start Today'-Riff herausgekramt. Nach der überraschenden Auflösung der Band war Herr Schreifels ein immer noch gern gesehener Gast in der Stadt. Ob unter seinem WALKING CONCERT Alter Ego, unter seinem richtigen Namen auftretend und die "Hits" singend oder bei der heftig umfeierten Reunion-Show der GORILLA BISCUITS in der Kölner Kantine. Er bestand in sämtlichen Lebenslagen. 2008 sind RIVAL SCHOOLS also wieder da. Erneut in einem eher überschaubaren Club in Köln. Erneut mitreißend, wobei ein kleines Fünkchen besagter Leichtigkeit fehlte.

TRIP FONTAINE, dieser leicht spleenige Fünfer aus Rudgau, indes erweist sich als gute Opener-Wahl. Während auf der Bühne lustiges Instrumente-Tauschen herrscht, der Gig mitunter eher Improvisationscharakter hat und von anwesenden Gästen Gitarrensaiten aufgezogen lassen werden, herrscht vor der Bühne einstimmiges Köpfenicken. Die sind gut. Ein wenig neben der Spur zwar. Aber trotzdem gut. AT THE DRIVE-IN Taktquerschläger gepaart mit künstlerischem Anspruch, dabei die Gratwanderung zwischen studentischer Abgehobenheit und Songdienlichkeit so gerade noch beherrschend.

Um kurz vor neun schließlich betreten RIVAL SCHOOLS die Bühne des Luxor. Wirkt der Club beim Auftritt der Vorband noch eher sehr spärlich besucht, drängen sich nach und nach immer mehr Besucher in die vordersten Reihen. In sich gekehrt, ohne viele Ansagen spielt die Band das immer noch fantastische Debüt (fast) in Gänze, wobei vor allem die „alternative“ Version von 'Holding Sand' („Der Song mit dem wir so unsere Probleme haben“) etwas aus dem ansonsten recht vorhersehbaren Rahmen fällt. Gut ins Set integriert wirken auch die neuen Songs, die zwar nicht auf übermäßige Veränderungen im Bandsound schließen, dennoch auf eine interessante Veröffentlichung hoffen lassen. Dass auch auf einer RIVAL SCHOOLS-Show der wohlige Gänsehautschauer nicht zu kurz kommt, dafür sorgt in der Regel (und auch an diesem Abend) ein Song: 'Undercovers On' vorgetragen als erste Zugabe, das unbestrittene Highlight des Auftritts. Überraschungen gibt es an diesem Abend eigentlich keine – von der fortgeschritteneren Körperfülle Ian Loves einmal abgesehen. RIVAL SCHOOLS lassen halt lieber die Songs für sich sprechen. Auch auf eine QUICKSAND- Coverversion werden wir Banausen wohl auf ewig warten müssen…
Der Abend der großen, schweißgebadeten Emotionen sollte an diesem Samstag übrigens einer anderen Band gehören. Einem Quartett aus New Jersey mit Vorliebe für Springsteen, THE CLASH und HOT WATER MUSIC. Diese Geschichte erzählt jedoch jemand anderes.

Alte Kommentare

von si 11.06.2008 15:17

..kann ich nicht mehr ernstnehmen den schreifels..der hangelt sich durch seine musikalische (durwachsene) vergangenheit und besser wird der kram irgendwie nicht...

von saitam 15.06.2008 11:31

Außerdem war das doch eine eher magere Veranstaltung. Alles in allem haben Schreifels & Co. gerade mal eine Stunde gespielt - und wirkten nicht mal da besonders motiviert. Ich mochte Rival Schools eigentlich immer, aber das war definitiv eine schwache Nummer. Zumal ich nicht glaube, daß man so neue Fans gewinnt...