07.04.2016: ITCHY POOPZKID - Karlsruhe - Substage

 

ITCHY POOPZKID sind live immer wieder (und wieder und wieder) eine Macht. Bei ITCHY POOPZKID weiß man genau was man bekommt - 3 sympathische Jungs, die einfach Bock haben Musik zu machen und den Zuschauern einen schönen Abend zu bieten. So auch in Karlsruhe.

Allein in der Substage in Karlsruhe sehe ich die Schwaben heute zum dritten Mal. Selbst haben die Jungs aus Eislingen an der Fils wohl schon um die 12-mal an jenem Ort gespielt und trotzdem ist die Substage auch heute wieder gut gefüllt, auch wenn der hintere Teil des Clubs abgehängt und der Raum somit künstlich verkleinert wurde.
Als wir die Substage betreten spielen bereits FATHEAD. FATHEAD sind 4 Jungs aus dem badischen Ubstadt-Weiher/Phillipsburg, die eine Mischung aus klassischem Punk, Pop und Rock spielen. Den Karlsruhern scheint es zu gefallen und so wird hier und da schon das Pogo-Aufwärmprogramm für ITCHY POOPZKID gestartet. Die Jungs haben Bock, das merkt man, auch wenn die einzelnen Posen etwas einstudiert wirken. FATHEAD haben Spaß, die Zuschauer haben Spaß – passt.

Jedoch ist die Show von FATHEAD nichts gegen die von JOY BECAME CLEAR, die den zweiten Vorband-Slot an diesem Abend übernehmen dürfen - jene haben ihren kompletten Auftritt vor dem Spiegel ein geprobt, so wirkt das Ganze zumindest. Da wird eine Rockstar-Pose nach der anderen eingenommen, eine unnötige Ansage nach der anderen gemacht und sich am laufenden Band selbst abgefeiert. Disco-Party-Power-Pop-Punk-Metalcore. Hier wird alles zusammengemischt was irgendwie nach stumpfer Rock-Party klingt. Zwischendurch wird noch, zur endgültigen Selbstabfeierei, ein Cover mit ins Set eingebaut, welches jedoch für erstaunlich viel Stimmung sorgt. Warum der relativ eingängige Sound der Badener unbedingt 3 Gitarristen braucht, wo andere Bands (teilweise) mit nur einem Gitarristen auskommen, bleibt mir auch (bis zum Ende des Sets) ein Rätsel. Kann man so machen, muss man aber nicht.

Kurz darauf betreten endlich ITCHY POOPZKID die Bühne und legen direkt mit vollem Einsatz, dafür aber mit falsch gestimmten Instrumenten, los.

„Ein Applaus für Backliner Pommes!“

Also wird, anstatt direkt in Song 2 überzugehen, die Gitarre bzw. der Bass gestimmt und mit kurzer Unterbrechung da weitergemacht wo, aufgrund von Pommes’s Stimmkünsten, aufgehört werden musste. Aber genau für jenes Chaotische, Ungeplante lieben die Fans ITCHY POOPZKID ja bekanntlich.
Die Setlist ist, auch an diesem Abend, wieder eine bunte Mischung aus 15 Jahren Bandgeschichte. Alte Songs reihen sich an neue, ruhige an laute. Sogar die Akustik Gitarre wird für einen Song ausgepackt und in bester THE BOSSHOSS-manier den Country-Sänger gemimt. Was erstmal uncool klingt, macht live jedoch ziemlich viel Spaß, was vor allem daran liegt dass ITCHY POOPZKID jenes nicht ernst, sondern mit der nötigen Portion Ironie vortragen. ITCHY POOPZKID sind einfach 3 Leute zum lieb haben. Sympathisch, lustig, immer mit einem dummen Spruch auf den Lippen.

Sibbi: „Wer von euch schreibt im Moment eigentlich Abi?“
einige Zuschauer: „WIIIIIIRRR!“ […] „MOOORGEN“
Sibbi: „WAAS? Ihr seid echt,…. dumm.“

Und schmettert gleich (zum x-ten Mal) die Story hinterher wie Panzer eine 7 tägige Konzertreihe vor seinem Matheabitur gespielt hat und sich in jenem im Anschluss zu exakt 0 Punkten geabert hat. „Mittlerweile haben wir aber alle Abitur! …, und schaut was aus uns geworden ist.“

Im Folgenden werden noch einige Ausflüge in den Zuschauerraum unternommen, Pommes darf seine Gesangs bzw. Schreikünste unter Beweis stellen und es wird ein Hit nach dem anderen geschmettert. ITCHY POOPZKID sind live immer wieder und wieder und wieder eine Macht. Bei ITCHY POOPZKID weiß man genau was man bekommt,… mehr braucht man eigentlich nicht sagen. Gerne wieder und wieder und wieder und wieder,…