08.07.2009: Portugal The Man, Atlantic Pacific - Köln - Stereo Wonderland

 

Atlantic/Pacific waren wieder einmal angekündigt. Nach dem letzten Auftritt auf er wohl unpassenden Visions-Party in der großen Werkstatt nun in kleinem Ambiente: dem Stereo Wonderland. Es schien ein schöner Abend werden zu können, bis unerwarteter Besuche angekündigt wurde.

Da den netten Menschen von Portugal.The Man ein Konzerttermin in Belgien kurzfristig abgesagt wurde fragten sie an, ob sie in Köln einen kleinen Akustik-Gig spielen könnten. Der Veranstalter
des Atlantic/Pacific-Konzertes entschied sich also in der Nacht vor dem Konzert, das Line-Up um die Band aus Alaska zu erweitern.

Sicher, eine reizvolle Idee, Portugal.The Man in einem solchen Rahmen zu sehen. Da jedoch zu erwarten war, dass die kleine Location dem Ansturm nicht gewachsen sein könnte galt es, sich eine VVK-Karte zu holen. Wie zu erwarten war das Konzert bereits über eine halbe Stunde vor Beginn ausverkauft. Wie man später feststellen musste, mehr als das.

Kurz nach 21 Uhr begannen dann Atlantic/Pacific. Obwohl Portugal.The Man kurzfristig eingesprungen war schienen sie doch als Headliner des Konzertes zu gelten, wohl aus der Befürchtung, die Leute könnten nach der ersten Band bereits den Ort des Konzertes verlassen. Rückblickend eine Entscheidung, die den Abend zu einer Enttäuschung werden lassen würde. Eine erste Lektion in Sachen Portugal.The Man-Fans: Ignoranz. Viele konnten mit der ehrlichen, schönen Musik der drei Männer an den Gitarren nichts anfangen, waren anscheinend viel zu Jung um Namen wie Texas Is the Reason oder Solea überhaupt einordnen zu können. Und hatten auch nicht den Ehrgeiz, der Musik eine Chance zu geben, sondern liefen fleißig umher, unterhielten sich und schafften es so, jedem, der nicht unmittelbar vor der Bühne stand, jegliches Feeling zu nehmen. Ich denke, Atlantic/Pacific hätten vor einem Dutzend Besuchern, welche ihnen eine Chance gegeben hätten, einen wunderbaren Auftritt hingelegt. Auch so gaben sie sich redliche Mühe, bei mir konnte der Funken jedoch nicht ganz überspringen. Schade drum.

Als dann Portugal.The Man nach 22 Uhr (laut Stereo Wonderland-Homepage enden Konzerte dort unter der Woche gegen 22 Uhr, der Veranstalter war leider im Vorfeld nicht in der Lage auf die geänderte Situation aufmerksam zu machen) begannen bekam man die zweite Lektion der für die "Hauptband" angereisten Fans: Rücksichtslosigkeit. Die in meinen Augen mehr als ausverkaufte Kneipe wurde zum Tummelplatz der Ellenbogen-Gesellschaft. Freundliche Bitten, den Zigarettenrauch doch nicht in die Gesichter der anderen zu blasen wurden mit dummen Sprüchen beantwortet, Höflichkeit blieb auf er Strecke und Rücksichtnahme auf andere wurde zum Fremdwort. nach vielen, schönen Portugal.The Man-Konzerten eine erste Enttäuschung. Anscheinend wird die Band mehr und mehr von dem Publikum eingeholt, dem sie sich doch auf den ersten Blick zu verweigern scheint. Wobei sie die letzten sind, denen man hier einen Vorwurf machen kann. Viel Mühe gaben sie sich, Herzblut war zu spüren und die Band schien gut gelaunt. Doch all das ging leider unter, nach einer guten halben Stunde war ihr Auftritt für mich leider vorbei.

Gute Nacht. Musikkultur.