09.08.2010: Goldust, Carpathian, Ruiner, Endbringer - Cafe Sputnik - Münster

 

Bekanntlich hat ja alles Gute einmal ein Ende. So verabschieden wir uns heute Abend wieder einmal, wie viel zu oft in letzter Zeit, von einer großartigen Band, die in diesem Falle RUINER heißt. Sie geben heute eines ihrer letzten Konzerte in Deutschland, bevor sie ihre Bandtätigkeit an den Nagel hängen und damit viele ihrer Fans wehmütig stimmen. Es sollte aber trotzdem kein Abend von Traurigkeit werden, sondern versprach durch Bands wie ENDBRINGER, GOLDUST und CARPATHIAN eine energiegeladene und mitreißende Show zu werden. Auch bei der Location haben die Veranstalter heute Abend ein gutes Händchen bewiesen, da man sich für das deutlich kleinere Sputnik Cafe entschied. So verlief sich die Menge nicht und es konnte ordentlich gemosht werden.

Den Startschuss geben dann ENDBRINGER, die an diesem Abend einen recht schweren Stand haben. Sie schaffen es definitiv zu begeistern und mit ihrem etwas schwermütigen Hardcore zu überzeugen, doch sieht das Publikum dies scheinbar etwas anders. Es will einfach keine Bewegung aufkommen, obwohl Sänger Simon auf der Bühne echt alles gibt. Doch legen sie einen tollen Start für diesen Abend hin und stimmen schon mal für die folgenden Bands ein.

Als nächstes sind die Münsteraner von GOLDUST, die heute ein Heimspiel haben, an der Reihe die Bühne einzunehmen. Sie legen ein irres Set hin und stoßen trotz größtenteils ausbleibender Reaktion im Publikum auf wohlgesinnte Gemüter. Die Band weiß wirklich zu überzeugen und besonders Sänger Lars sorgt mit seinen manchmal ziemlich apathisch wirkenden Posen, die sich in purer Aggressivität und Energie entladen, das Publikum mitzureißen.

Nach einer obligatorischen Umbauphase kommen nun die Herren von denen Anfangs die Rede war und damit auch mein persönliches und wahrscheinlich auch vieler weiterer Menschen Highlight des Abends. RUINER. Was soll man zu diesem Auftritt nur sagen ohne Unmengen an Superlativen zu verwenden? Seit langem habe ich nicht mehr so eine sympathische Band auf der Bühne erlebt. Sänger Rob Sullivan macht zwischen den Songs eine Ansage nach der nächsten, in denen er unheimlich sympathisch und authentisch auftritt und unter anderem die Gründe für die Auflösung von RUINER erläutert. Nebenbei spielen sie noch ein unheimlich energiegeladenes Set, welches nun das gesamte Publikum endlich in Bewegung versetzt und für ordentlich Wirbel vor der Bühne sorgt. Damit haben sie nun eine Lawine losgetreten, die so schnell nicht mehr zum Stillstand kommt. Nachdem ihr Set eigentlich beendet ist und ein breites Spektrum an Songs performt wurde, wobei meine Highlights vor allem „Two Words“ und „Dead Weight“ waren, kommen die Herren nicht so schnell von der Bühne wie sie dachten. Lautstarkes Rufen überzeugt sie schließlich noch zwei Zugaben zu spielen und so endet ein grandioses Konzert schließlich mit dem Übersong „Solitary“ und schließt so den besten Auftritt des Abends ab. Ein gebührender Abschluss einer unglaublichen Band, deren Verlust sehr bedauerlich ist.

Nach dieser Show haben CARPATHIAN nun einen schweren Stand möchte man meinen, besonders nachdem es auch Anfangs nicht wirklich zur Sache geht. Doch der Schein trügt, spätestens nach dem zweiten Song ist das Publikum wieder voll da und sorgt für ordentlich Stimmung. Zwar kommt dieser Auftritt nicht an die Energie von RUINER ran, doch sorgen vor allem Songs wie „Insomnia“ und „Ceremony“ des letzten Albums „Isolation“ für ordentlich Stage Dives und ähnliches. CARPATHIAN bieten wirklich eine tolle Show, bei der ich mir höchstens noch ein paar mehr Titel vom Album „Nothing To Lose“ für einen perfekten Abend gewünscht hätte.

So endet nun ein Abend, der seinem Publikum wahrscheinlich auf ewig ins Gedächtnis gebrannt wurde und dank dem man RUINER auf ewig in guter Erinnerung behalten wird, wobei auch die anderen Bands eine tolle Show geliefert und so das Konzert abgerundet haben.