10.01.15: Royal Blood - Live Music Hall - Köln

 



Dröhnender Bass und eine Menschenmasse, die in ihrem Altersmix kaum breiter gestreut sein könnte (von etwa 14 bis geschätzt 60 ist alles vertreten) - so wird man an diesem herrlichen Samstagabend in der Live Music Hall in Köln begrüßt. Das Wetter hat sich tatsächlich dazu entschlossen sich doch noch einmal für ein paar Stunden von seiner trockenen Seite zu zeigen sodass die ersten Begrüßungsbiere unter freiem Himmel und noch bei frischer Luft auf dem Innenhof der heutigen Lokation genossen werden können.
Von Anfang an platzt die Halle aus ihren Nähten. SOLD OUT war im Vorfeld überall im Internet zu lesen und scheinbar hatte auch jeder stolze Kartenbesitzer den Weg in die Lichtstraße gefunden. Ein Umstand, der mit Sicherheit auch die drei Jungs von Mini Mansions mit großer Freude erfüllte.
Pünktlich um 19:30Uhr ertönen ihre ersten Laute von der riesigen Bühne. Gedimmtes Licht und rote Vorhänge an den Wänden der Halle verleihen dem ganzen trotz der Vielzahl der Besucher eine fast gemütliche Atmosphäre. Das Trio um Queens Of The Stone Age – Bassist Michael Shuman stimmt hervorragend einen Abend an, den sicher keiner der Anwesenden so schnell vergessen mag. Fette Bass Lines, sägend-kratzige Synthi Sounds und Drum Beats der extravaganten Sorte gepaart mit sphärisch-melodischem Gesang zeigen von der ersten Minute an, dass dort drei Vollblutmusiker auf der Bühne stehen. Doch die Jungs könne auch ruhiger - trotzdem nicht langweilig. Insgesamt eine äußerst treffende Einleitung für das was einen noch erwarten soll an diesem Abend.

Nach knapp 40 Minuten ist dann aber schon der Umbau in vollem Gange. Gespannt wartet man auf die beiden Südengländer von denen noch ein Jahr zuvor kaum einer was gehört hatte. Gleich zwei Platz-Eins Platzierungen in den britischen Rock-Charts sowie ein nicht zu verachtender internationaler Erfolg sorgen bei den beiden Mittzwanzigern für einem Höhenflug der seinesgleichen sucht. Schon als Support für die Arctic Monkeys sorgten sie für ordentlich Gesprächsstoff. Als die Foo Fighters dann auch noch ankündigten, dass sie neben Iggy Pop den Support für ihre Wembley Shows in 2015 spielen sollen (Dave Grohl: “This band is great![…] There is hope for heavy Rock bands.”), gewann man schnell den Eindruck, dass der Sprung in die Liga der ganz Großen geschafft war.

Als dann um halb neun Bewegungen auf der Bühne zu erahnen sind und Moving Heads mit ihrem gleißend weißen Licht die Dunkelheit zerteilen explodiert die Stimmung in der Halle. Mit Come on Over beginnen Royal Blood ihr Konzert das an diesem Abend keine Wünsche offen lässt. Der Sound ist unglaublich gut, was wohlmöglich der geringen Zahl an Musikern zu verdanken ist. Manchmal ist weniger halt doch mehr.
Mit brachialem Druck und unglaublicher Brillanz präsentieren Mike Kerr (Voc, Bass) und Ben Thatcher (Drums) ihre musikalischen Werke. Im absolut positivsten Sinne schaffen es die beiden jeden Song in Plattenqualität wiederzugeben, nichts fehlt und wird durch den Live-Moment bis ins Unbeschreibliche potenziert.
Wie auch beim Sound folgt auch die Lightshow dem Motto des Abends „Weniger ist Mehr“. Nie mehr als zwei Farben illuminieren das Geschehen, dezente Spots und Beams anstelle von wilden Spielereien die die Musik in den Hintergrund drängen gepaart mit genau richtig gesetzten Blendern die für kurze Momente die gesamte Halle mit gleißendem Licht durchfluten. Alles in Allem eine perfekte Komposition passend zur Musik.



Jeder Song des ersten Albums findet seinen völlig gerechtfertigten Platz in der Setlist, sogar der B-Side Song You Want Me von der im April 2014 erschienen Single Come On Over. Als zum großen Finale des Konzerts Out of the Black angestimmt wird erreicht die Stimmung in der Halle ihren Höhepunkt und Royal Blood schmücken ihren letzten Song mit einem nicht enden wollenden Outro, ganz so also hätten sie selber noch nicht genug. Eine Zugabe gibt es nicht – braucht es auch nicht, denn die hätte diesem Ende wohl seinen ganzen Reiz genommen.
Nach insgesamt knapp 60 Minuten ist der Spaß dann leider schon vorbei - bei einer nicht mal zwei Jahre alten Band fehlt einfach das nötige Repertoire – doch wohl jeder hätte sich an diesem Abend im Westen Kölns gerne noch eine weiter Stunde von den beiden sympathischen Briten bespielen lassen.

Abschließend bleibt mir zu sagen, dass dieser Abend all meine Erwartungen übertroffen hat und ich jedem nur empfehlen kann die Chance zu ergreifen Royal Blood einmal live zu erleben.

Von Joy (Fotos) und Felix (Text)

Alte Kommentare

von Michael Shuman 12.01.2015 09:14

ist Bassist bei den Queens of the Stone Age. Gerne ändern!