10.04.2008: Mindless Self Indulgence, Gerilja - Köln - Luxor

 


ENTER SHIKARI vs. LORENZO und dann noch auf Speed. Aus Prime Club wurde wieder Luxor aber mit diesem verrückten Abend hat dies nicht viel zu tun. Ein halber Straßenzug ist bereits seit spätem Nachmittag voll von merkwürdig gekleideten Figuren mit H&M Style Accessoires, schwarz gefärbten Haaren und ausgefallenen Frisuren, die dem bevorstehenden Konzerthighlight entgegenfiebern. Die schillernden und extravaganten New Yorker Provokateure von MINDLESS SELF INDULGENCE sind in der Stadt und die Anhängerschaft ist zahlreich erschienen. Gegen 21:00 Uhr ist offizieller Konzertstart und die schrägen Norweger von GERILJA mit ihren naturbelassenem Haupthaar geben den leicht
progressiven Rockauftakt mit visuellem 80ies Flair. Beim Publikum vermag das Dargebotene keine großartigen, emotionalen Regungen hervorzurufen bis auf den frenetischen Applaus bei der Ankündigung des letzten Songs...

Ist dieser überstanden drängen sich die Massen nicht etwa in Richtung wohlverdienter Pinkelpause, sondern in den ersten Reihen kommt es zu einer platzoptimierenden Publikumskomprimierung in bester Win-RAR Manier. Auf das noch mehr Fans ihre Idole aus nächster Nähe betrachten können. Jene frivolen Vögel lassen sich noch ein wenig Zeit, bevor sie die Menge mit ihrer Anwesenheit in Ekstase versetzen. Die stark geschminkte Kitty hinter dem übersichtlichen Drum Kit, der doch eher unscheinbare Steve, Righ? an der Gitarre, die mit einem extrem kurzen und manuell noch einmal nachgekürzten Röckchen versehene Gerad Way Ehefrau Lyn-Z und natürlich der verrückte Enddreißiger Jimmy Urine mit Spikes, Frack und Röhrenjeans. Und dann bricht das digital geprägte Inferno, welches von der Band gerne mit dem Begriff "Industrial Jungle Pussy Punk" belegt wird, über das Luxor-Volk herein. Lyn-Z und Jimmy teilen sich die Entertainer Rolle, die eine lasziv posend und fast immer die Mähne vor dem Gesicht, der andere umso lauter. Jimmy Urine, der Provokation zu seinem obersten Mantra erchoren hat und optisch ein wenig an Superstar Lorenzo erinnert, befindet sich an diesem Abend in Höchstform: Er küsst und leckt das Publikum ab, verkauft einem Fan einen Mikrophonständer, schickt sich selber Youtube Nachrichten und drückt sich die Zigarette auf der Zunge aus. Zwischendurch setzt es immer wieder verbale Provokation, auch wenn das Publikum nicht wirklich hierauf anzuspringen scheint. Nach einer guten Stunde elektroverrückter Unterhaltung verabschieden sich die New Yorker um sich erotischer Backstage-Phantasien hinzugeben….