10.10.2008: Hell On Earth - Berlin - SO36

 


Wie bei den meisten anderen Tourstops der "Hell On Earth Tour 2008" war der Club, in diesem Fall das SO36 in Berlin, ziemlich gut besucht. Immerhin konnte man an der Kasse schon des öfteren Sachen wie "leider ausverkauft" aufschnappen. Opener des Abends waren STICK TO YOUR GUNS, welche mit ihrer Mischung aus Hardcore und Metal ziemlich gut loslegten und damit langsam aber sicher das Publikum aufgewärmt haben.

Abgelöst wurden STYG von ANIMOSITY. Die Jungs haben sich in den letzten Jahren einen guten Ruf und einige Fans in Berlin erspielt und erfeiert. Auch dieses Mal wurden die Erwartungen erfüllt, das Publikum ist langsam lockerer geworden und vor allem der sympathische Shouter Leo (im Glitter-Obama-Yes-We-Can-Shirt) hat gut aufgedreht. Der Rest der Band war leider etwas statisch, trotzdem: gute Show mit vielen Songs von der aktuellen Platte, die man sich übrigens offiziell und ganz legal für Lau aus dem World Wide Web ziehen darf!

Die Bühne übernommen haben die Jungs von THE RED CHORD, einer sympathischen Grindcore/Deatchcore-Combo aus Boston. Vom technischen her NOCH krasser als Animosity, prügelten sie 45 Minuten lang gute Laune durch ihre Verstärker - das Publikum dankte ihnen mit viel Pit-Action, vereinzelten Sing-A-Longs und ein paar Stagedives. Für diejenigen die sich am besten mit dieser Art von Musik anfreunden können wohl das Highlight des Abends.

Nach einer furchtbar langen Umbaupause auf Grund technischer Probleme, waren dann Cataract an der Reihe. Das letzte Mal als ich die Schweizer Metalcore Band gesehen hatte, war auf dem Fluff Fest 2008 als sie am Sonntag in der prallen Nachmittagshitze gespielt haben und einfach bei niemandem Stimmung aufkam, weder bei ihnen selber, noch dem Publikum. Bei der Hell On Earth Tour war das allerdings wirklich anders: im Publikum rührte sich wirklich was, es wurde fleißig gestage-dived und natürlich gab's auch reichliches mitgeshoute von den ersten 3 Reihen. Auch wenn die Moves des Gitarristen und Bassers teilweise etwas zu sehr eingeübt und etwas amerikanisch rüberkamen, wurden sie wirklich vom Publikum gefeiert! Zu Recht, meiner Meinung nach.

Weiter ging's mit den Wolfbikern EVERGREEN TERRACE. Was soll man dazu sagen, ET sind einfach jedes Mal wieder eine wahnsinnig spassige Band und sind es alleine schon wert auf ein Konzert zu gehen! Vor allem für diejenigen die nicht nur auf bretterhartes Geknüppel stehen: ET bieten eine angenehm melodische Mischung aus Metalcore und irgendwas, was schon in eine fast poppige Richtung geht, zB die zahlreichen Coverversionen wie zB die von "Maniac", "Mad World", etc...

Headliner der HELL ON EARTH Tour waren dieses Jahr "WALLS OF JERICHO" aus Detroit. Markenzeichen der Band ist wohl Frontfrau Candace, die vielen pubertären Jungs wohl mehr als einen schönen Abend beschert hat. Jedoch sollte man nicht den Fehler machen und die Band auf sie beschränken, da diese 5er Combo wirklich einiges zu bieten hat! Musikalisch auf jeden Fall die Band mit der meisten Erfahrung auf der Tour und ist daher auch zurecht Headliner. Es wurde gestage-dived, gemosht und sogar ein paar ziemlich große Circle Pits taten sich auf. Einzig und allein war es etwas schade, dass die Leute zwischen den Songs (aka Musik AUS) auf die Bühne geklettert sind um dann zu crowdsurfen. Die Band hat die ganze Sache aber ziemlich gut gelöst und einfach mal 50 Leute auf die Bühne geholt, die dann einen Gruppendive hingelegt haben. Insgesamt eine wahnsinnig kraftvolle und mitreißende Show!

Als Fazit zum Abend kann man eigentlich nur sagen, dass es wohl für alle Beteiligten ein voller Erfolg war und das jede Band dazu beigetragen hat einen echt angenehmen Abend mit passender musikalischer Untermalung zu haben. Wer also noch die Chance hat, auf einen Termin der H O E - Tour zu gehen sollte dies auf jeden Fall tun, es lohnt sich wirklich!