11.04.2008: Jet Market, Tackleberry, Bedtime For Charlie - Berlin - Subversiv

 


An diesem Freitagabend hatte das Subversiv in Berlin-Mitte – ein Hausprojekt für linke Lebensqualität – zu 22 Uhr geladen. Der Eintritt war mit fünf Euro sehr fair, die Stimmung war an der Bar schon ausgezeichnet, also konnten wir uns mit dem obligatorischen Bier für die erste Vorband auf den Weg in den Keller machen.

Dieser platzte schon aus allen Nähten und BEDTIME FOR CHARLIE schlugen pünktlich um 23 Uhr ihre ersten Akkorde in die Seiten. Musikalisch war daran nichts auszusetzen, der Sound war auch ordentlich. Für die nicht unbedingt soundfreundliche Location, holte das Organisationsteam das Optimum raus. Die drei Jungs aus Rom waren angesichts dessen und der vielen Besucher bestens gelaunt und spielten energischen Punkrock/Skatepunk, der an gute alte Zeiten erinnern ließ. Die Italiener ließen aber nicht viel Zeit für sentimentale Momente. Im Lagwagon-Stil (sehr grob beschrieben…) rockten sie in gut 30 Minuten durch ihr Set und witzelten ab und an über ihr Aussehen oder über ihr musikalisches Unvermögen. Daraufhin gaben sie zwei Coversongs zum Besten und verwiesen darauf, dass man an solchen Notlösungen Bands erkennt, die einfach keine Songs schreiben können. Vereinzelt wurde gemosht, ansonsten die solide Leistung beklatscht.

Nach kurzer Pause ging’s dann mit der Band weiter, wegen der ich gekommen war. TACKLEBERRY aus Kiel spielten wieder mal in Berlin. Mit ihrem aggressivem, teils politischen und dennoch sehr positiven Hardcore/Punk verwandelten sie die vordere Hälfte des Kellers innerhalb der ersten 30 Sekunden in ein tobendes Pit. Obwohl wenig Platz war, wurde abgefeiert was das Zeug hielt. Es dauert nicht lange bis zum ersten Dive, der erste Circle Pit ließ trotz der dafür widrigen Umstände auch nicht lange auf sich warten. Tackleberry spielten sich durch quasi alle Songs des kürzlich erschienenen Albums „Call me green“. Klassiker wie „We are the power Rangers of HC“ oder „The Youngblooded“ wurden natürlich nicht vergessen. Letzterer bildete nach gut 35 Minuten den Abschluss des regulären Sets, bei dem die unglaubliche Energie zwischen Band und Publikum die Technik ein ums andere Mal an die Grenzen des Möglichen brachte. Anschließend wurde noch ein Song von „Call me Green“ und das schon zum Inventar gehörende „Bonzen raus!“ Cover von Deny Everything gezockt und dann war aber auch Schluss. Glücklich, zufrieden und völlig erschöpft hätte der Konzertabend hier enden können.

Nach einem Erfrischungsbier betraten aber noch JET MARKET die Bühne. Die drei sympathischen Herren aus Rom spielten melodischen Punkrock mit Hardcore Anleihen. Darauf jedenfalls einigte ich mich mit einem Kumpel während des Konzerts. Kraftvoll drückten sie aufs Gaspedal und fügten hin und wieder mal langsame Stücke ein. Der Sound war wie bei den anderen Bands erstaunlich gut, was dem sehr an Belvedere erinnern Stil nur gut tat. Erfrischend waren die politischen Ansagen die sich hauptsächlich um Animal Rights drehten. Auch hier war noch Bewegung im Pit, die Band dankte es mit drei Zugaben und einem ganzen Sack voll guter Laune. Alles in allem ein super Konzert!

Rob