11.08.2009: Madball, Walls of Jericho, The Red Chord - Aachen - Musikbunker

 


Wie heißt es so schön, Spontanaktionen sind immer noch die schönsten Aktionen. Das dachte sich wohl auch Beer and Music und so stellte man kurzerhand eine angenehme Show auf die Beine, der es tatsächlich an nichts mangelte. So wurde die Show zu Anfang aus diversen Gründen (Beispielsweise dem Pressurefest, welches an dem Abend auch seinen Senf abbekam) nicht mit MADBALL sondern einer "NYHC Legende" angekündigt und lediglich BLOODTRIAL und die CHEAP THRILLS waren bekannt.

Dass mit THE RED CHORD und WALLS OF JERICHO noch eine weitere Tour in den Abend integriert wurde, ist dabei nur ein Glücksfall und so sorgten Fünf Bands für ein fast ausverkauftes Haus, bzw. für einen fast ausverkauften Aachener Musikbunker.




Dieser versprüht seinen ganz eigenen Charme als man die endlos scheinenden Treppen und Gänge passiert bis man endlich im verwinkelten Konzertraum steht und BLOODTRIAL wie auch CHEAP THRILLS bereits vorüber sind. Dafür beginnen pünktlich gegen 21h THE RED CHORD mit ihrem Gemisch aus Death Metal und Grindcore-Anleihen, welche noch niemanden so recht interessierten. So vernahm das (angenehm alte) Publikum die Musik sehr wohl aufmerksam, allerdings ohne großartige Regung. Indes machten THE RED CHORD alles richtig, zeigten musikalisches Finesse und eine überraschend sympathische Ausstrahlung. Der Abend kann nur gut werden.



Die nachfolgenden WALLS OF JERICHO hatten dann erwartet leichtes Spiel. Der prall gefüllte Bunker setzte sich in sofortige Bewegung und feierte altes wie auch neues Material massiv ab. Im Rahmen der Euphorie kam zu einigen Verletzungen, sodass das Waschbecken der Herren-Toilette schnell blutverschmiert war, im Großen und Ganzen blieb es allerdings erstaunlich friedlich. So soll es ja auch sein. Frontflummi Candace hat dabei jedenfalls sichtlich Spaß und will das ganze noch mal 2 Nummern intensiver. Stage-Dives werden angezettelt, das texterfahrene Publikum nach vorn gewunken. Der Stimmungssiedepunkt bleibt zwar heute leider aus, jedoch ist das trotzdem mehr als solide, vor allem wenn man bedenkt, dass WALLS OF JERICHO vor zwei Wochen erst an selbiger Stelle (Wenn auch ohne Frontfrau) standen.



Der Headliner MADBALL lässt sich dann erstmal Zeit. So wird in Ruhe umgebaut, danach bleibt die Bühne erstmal eine Zeit lang leer bis man endlich startet. Doch es sei ihnen verziehen. Mit Vollgas legen die Schwergewichte ein unglaublich gutes Set ab und feiern gemeinsam mit dem Publikum eine angenehme Party. So fehlt kein einziger Hit und dank druckvollem Sound wandelt sich der Auftritt von Song zu Song mehr zu einer wahren Freude. Freddy Cricien besticht mit seiner Sympathie und Menschennähe in den Songpausen und begrüßt erstmal fleißig alle Fans, dessen erste MADBALL Show heute stattfindet mit einem höflichen "Welcome, Welcome to the Family. Look at him, first MADBALL Show and in front of the stage. Nice". Kaum bekommt er sich ein, da steht bereits Drummer Ben auf und nickt respektvoll mit dem Kopf. Schön ist das und hat dank dem annehmenden Applaus von Seiten des Publikums tatsächlich etwas von Familie. Nach dem Mini-Abriss von "Set It Off" nutzt Freddy MADBALL die gunst der Stunde um sich über Hardcore Shows auszulassen. "That's what I'm talking about. I love these nice little club shows. Not like "Poserfest" last weekend. Don't you agree Candance? Too much posers there." Und selbige nickt zustimmend. Ein wenig Schadenfreude kommt da schon auf, vor allem wenn man bedenkt, dass das Pressure über die doch signifikanten Bandabsagen erst einen Tag vor Festivalbeginn unterrichtete.



Aber bleiben wir beim heutigen Fest, welches gebührend abgefeiert wird. So gab Candance später noch mal einen Gastauftritt, Freddy ließ sich diverse Stage-Dives nicht nehmen und intonierte gegen Ende des Sets temporär sogar in seiner Muttersprache. Auch das Publikum verschlug es immer öfter auf die Bühne. So spielte sich über eine Stunde ein enorm energisches Set ab und ein jeder, der dieser spontanen Party beiwohnte kann im Nachhinein frohen Mutes den Gang nach Hause angesetzt haben. Sehr schön.