12.01.2015: Royal Blood, Mini Mansions - Berlin - Astra Kulturhaus

 

Es war ein trister Montag Abend im kalten, verregneten Berlin-Friedrichshain.
Doch das ließ die Leute nicht zu Hause bleiben, ganz im Gegenteil: Die Show des britischen Rock-Duos ROYAL BLOOD aus Brighton in England stand an und wurde wegen der großen Nachfrage extra vom Postbahnhof ins noch ein Stück größere Astra Kulturhaus im Herzen der Berliner Kulturszene verlegt.
Das ist schonmal ganz schön beeindruckend, wenn man sich vor Augen hält, dass es die Band erst seit 2013 gibt und nun schon bei ausverkauften Konzerten in Venues dieser Größenordnung gibt (ins Astra passen mehr als 1.500 Leute).
Dementsprechend groß war das Gedrängel beim Einlass, im Raucherbereich, an der Garderobe an der Bar und natürlich (aber so soll es ja auch sein) ganz vorne am Graben.

Nachdem um 20 Uhr Einlass war, ging es um 21 Uhr mit dem Opener MINI MANSIONS aus Los Angeles los, die mit dem Bassisten der QUEENS OF THE STONE AGE nicht nur im Personal punkten konnten.
Die Band, die schon unter etlichen Labels veröffentlicht hat und die letzte Erscheinung "Any Emotions" via Capitol Records rausgekommen ist, zielte gut auf die anwesende Zielgruppe ab. Das Trio liegt musikalisch zwar eher in den sanfteren Tönen gegenüber dem Headliner des Abends, einen guten Einstieg mit einer überzeugenden Show und ihrer intelligenten Stimmungsmusik konnten sie allemal liefern.
Fragt sich nur, wann hier mal ein richtiger Langspieler kommt?
Die Spielzeit von ROYAL BLOOD war für 21:00 Uhr angesetzt, dementsprechend musste die Vorband etwa eine Viertelstunde vorher aufhören. Wir sind gespannt, was da noch kommt.

Nach dem üblichen Umbauzirkus und den gefühlten Ewigkeiten, bis die Show dann endlich losgeht, oder auch für viele die Zeit, sich ein neues Bier zu besorgen, um es nachher in die Menge zu werfen, betraten die beiden Engländer Mike Kerr und Ben Thatcher im für meine Augen hervorragend inszenierten Licht die Bühne, nachdem sie von einem etwas irritierenden Hip Hop - Intro eingeläutet wurden, das ehrlich gesagt ganz schön aus der Rolle fiel und nicht wirklich ins musikalische Programm gepasst hat.

ROYAL BLOOD ist bislang auf ihrem einzigen selbstbenannten Album "Royal Blood" unterwegs, eine Art Vorstellungsalbum, das hervorragend angenommen wurde und wie man folglich sehen sollte, auch live sehr gut funktioniert.
Beide Herren sind in schwarzen Shirts gekleidet, passend zum schlichten Backdrop mit dem Motiv des Album-Covers.
Viel gesagt wurde nicht, man ließ die Musik spielen und die Pausen dazwischen wirken.
Da es bislang nur ein Album gibt, das man spielen kann, galt es eben besonders, diese Pausen auch zu nutzen.

Musikalisch konnte die Band allemal überzeugen, zumal auch der Ton im Astra wieder mal vom Fach gekommen ist.
Zwischenzeitlich musste man echt zwei Mal hinsehen, ob diese Musik wirklich lediglich von 2 Personen kam, doch besonders Bassist und Sänger Mike Kerr weiß einfach ungeheuer, wie man aus wenig Mittel viel rausholt.
Und so hat es auch nicht allzu lang gedauert, als zu Songs wie "Little Monster" oder "Careless" die ersten Crowdsurfer auf der Menschenmasse lagen.
ROYAL BLOOD, die schon vor ihrem ersten Release prominente Musiker wie Matt Helders, Drummer der ARCTIC MONKEYSm, zu ihren Unterstützern zählen konnten, haben ein Album geschaffen, auf dem jeder Song mindestens genau so gut ist wie der andere, jeder mit einer ganz eigenen Note.
So wurde es das komplette Set über nicht langweilig, sondern eine gut gefüllte Show des Garage Rock stand an.

Kritisch wurde es, als die Band dann zum Ende ihres Gigs kam. Nach gut 50 Minuten Spielzeit war Schluss, die Band verabschiedete sich mit viel Lärm und war dann verschwunden, das Licht ging an, die Abbaumusik ertönte. Die etwas verspäteten Zugabe-Rufe des Publikums haben sie wahrscheinlich gar nicht erst gehört. Hier spaltet sich die Meinung, da das Album nunmal wirklich nicht mehr hergab, angesichts des für manche späten Konzertbeginns haben sich viele jedoch eine längere Show erhofft.

Da kann man auch hier nur hoffen, dass die Band schon bald neue Sachen nachliefert, damit die nächste Tour umfassender gefahren werden kann und die Band auch auf Festivals längere Spielzeiten ergreifen kann. Schließlich hat man gestern in Berlin offensichtlich genug gesehen, dass die Leute einfach Bock auf die Band haben! Wir halten die Augen offen.

Ob ich die Band live empfehlen kann?
Auf jeden Fall, das sollte man sich mal angeguckt haben!

Setlist
Come On Over
You Can Be So Cruel
Figure It Out
You Want Me
Better Strangers
Little Monster
Blood Hands
Careless
Ten Tonne Skeleton
Loose Change
Out of the Black