12.05.2012: Die Apokalyptischen Reiter, Malrun - Osnabrück-Hyde Park

 



”Hast du Lust mit mir nach Osnabrück zu fahren, um ein paar Worte mit MALRUN zu wechseln? Ich fahre auch…”…“Ja klar!!!“

Und es wurde ein sehr relaxter Abend im Osnabrücker Hyde Park. Immer wieder gern wird die Titty Twister Atmosphäre eingeatmet und die vielen Extravaganzen dieser Lokalität genossen. So gibt es in der Zirkuszelt-Arena mehrere Theken mit fairen Preisen und hinten in der Ecke den besten Imbiss der Welt mit südamerikanischen Spezialitäten. Nach 4 José Pepes war dann aber Schluss mit Entspannung, denn gegen 19 Uhr fingen MALRUN als erste von zwei Vorbands an, die bisher eingetrudelten Besucher zu unterhalten.

Und der Modern Metal kam auch unerwartet sehr gut an, da wurden Hände in die Höhe gehalten und Pommesgabeln gereckt, Matten geschüttelt und sich tänzerisch bewegt. Respekt an die Herren, schließlich handelt es sich um ein DIE APOKALYPTISCHEN REITER Vorprogramm und wer schon einmal auf einer Reitershow war, weiß wie speziell deren Fans sind. Vornehmlich mussten Songs vom sehr guten zweiten MALRUN Album herhalten, die sowohl über klassische Metalcore-Elemente (Shouts/Klargesang in den Refrains) als auch über leichte Prog-Anleihen verfügen. Dabei sind die Dänen durchweg aggressiv und haben ein erstaunlich rundes Songwriting, das nicht einfach so Teile aneinander klatscht. Nach der Show konnte ich ein wenig mit der Band plaudern und wurde bestätigt, dass es sich um nette, sehr höfliche Jungs handelt.

Mit zwei 36-jährigen Zugpferden soll versucht werden, irgendwann mal mit der Band Geld zu verdienen. Auf Nachfrage wurde sogar von „von der Band leben“ gesprochen. Die klare Zielsetzung scheint ob des fortgeschrittenen Alters der Hauptsongwriter (der Rest der Bande ist Anfang/Mitte zwanzig) ein wenig…sagen wir mal…enthusiastisch. Doch warum sollten nicht auch einmal Träume in Erfüllung gehen und mit einem Hit die Charts gesprengt werden? Genug Potential besitzen ihre Alben und auch der Auftritt vor klatschenden andersartigen Metallern war mehr als überzeugend. Interessant auch zu erfahren, dass MALRUN zwar nichts mit der Musik der Reiter anfangen können, aber die Professionalität und die Show durchaus würdigen, um sich davon ein diches Stück abzuschneiden. „Wir können von dieser Tour, die zu Beginn mit den EMIL BULLS begonnen wurde und mit den Reitern ausläuft, nur lernen. Alle Beteiligten haben eine professionelle Einstellung und mittlerweile ist es sogar bei uns so, dass der Songfindungs- respektive Songschreibundsprozess oder das Zocken/Spielen nur noch einen kleinen Teil von MALRUN ausmachen. Der wichtigste Part sei das Business, das koordinieren von Auftritten, Interviews oder das Suchen nach einem passenden Label“.

Dann haben wir uns zusammen den Auftritt DER APOKALYPTISCHEN REITER angesehen und die ca. 500 Leute (300 mit Reiter, 150 mit Wacken und 50 mit irgendetwas Ekligem Shirts) waren mal wieder bestens unterhalten. Dr. Pest hatte seine Sado-Maso Maske auf und schaukelte/peitschte im eigens für ihn konstruiertem Schaukelgestell, die langhaarigen an Gitarre/Bass bangten sich die Seele aus dem Leib und Fuchs ist mittlerweile ein sympathischer, ewig lachender Vollblutprofi als Frontmann (Kleidungswechsel inklusive) geworden, der sämtliche Gesten/Kniffe beherrscht und die hungrige Meute von Anfang bis Ende im Griff hatte. IE APOKALYPTISCHEN REITER haben es verinnerlicht, was es bedeutet, eine Show abzuliefern!

Da es dann auch noch alkoholfreies Weizen (aus Pepsi 0,75ml Pappbechern) und eine Bayern Klatsche im DFB Pokal gab, war es ein rundum gelungener Abend mit 2 musikalisch extrem auseinanderdriftenden Bands.

Die zweite Vorband KONTRUST aus Wien habe ich wegen der Unterhaltung mit MALRUN verpasst. Das, was ich aufgefangen habe, klang nach der ersten allgemeinen Verunsicherung anno 2012 und hat mich überhaupt nicht mitgerissen…