12.09.2008: Metallica - O2 World - Berlin

 

Metallica luden vergangenen Freitag zur CD Release Party in die brandneue O2 World Arena in Berlin und konnten vor 17.000 Zuschauern spielen. Neben der Death Magnetic Release Party gab es noch eine weitere Premiere zu Feiern: das erste Konzert in der O2 World. Die Arena ist ein topmoderner Riesenbau nach amerikanischen Vorbild der sich zwischen Kreuzberg und Friedrichshain direkt an der Spree, Bootsanleger inklusive, befindet. Im Inneren der Arena ist alles perfekt durchorganisiert und super modern, aber auch entsprechend „kommerziell“. Der Bierpreis von 3,80 Euro spricht Bände.

Karten für das Konzert kosteten 10 Euro, welche komplett gespendet werden, und waren nur Mitgliedern des Metclubs oder von Mission:Metallica vorbehalten. Entsprechend richtete sich die Vorankündigung, dass neben neuen Songs auch zahlreiche Lieder gespielt werden, die schon lange nicht mehr live zu hören waren an die langjährigen Fans der Band. Leider gab es keine Vorband, so legten Metallica direkt auf der Bühne, die in der Mitte der Arena aufgebaut war, los. Und schon beim ersten Song war klar, dass eine Band wir Metallica eigentlich gar keine Vorbands mehr benötigt: es wurde verdammt laut im Publikum. Natürlich kommt dem auch der Aufbau der Arena der mittigen Bühne sehr entgegen: Im Innenraum betrug die maximale Entfernung zur Bühne gerade mal 7-10 Meter und die Ränge gehen sehr steil nach oben. Los gings gleich mit einem neuen Lied: „That was just your life“ und man konnte sichtlich spüren dass Metallica richtig Lust auf die neuen Songs haben und dass die neuen Lieder auch bei den Fans gut ankommen. Natürlich hatte auch dieses Konzert mit dem Krux jeder Record Release Party zu kämpfen, dass natürlich jede Menge neue Lieder gespielt werden, die aber noch kaum jemand im Publikum kennt. Die Stimmung war zwar durch die Bank hinweg gut, aber so richtig laut wurde es natürlich nur bei den alten Gassenhauern wie „Master Of Puppets“ oder „Jump In The Fire“. In den rund 2,5 Stunden stand auch ganz klar die Band im Vordergrund und nicht irgendeine Show. Es gab keine Videowalls, keine Pyros und Flammenwerfer, sondern nur Metallica und eine solide aber nicht sehr spektakuläre Lightshow. Solide war aber hingegen der Sound in der Arena und der hatte es in sich: glasklar, druckvoll und perfekt in der richtigen Lautstärke balancier. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass ich noch nie einen solch guten Sound bei einem Konzert erleben durfte. Neben dem Opener „That was just your life“ spielten die Vier noch „Cyanide“, „End Of The Line“, „Broken, Beat and Scarred“ und natürlich die aktuelle Single „The Day that never comes“ vom neuen Album. Zudem waren ein paar populäre Songs wie „Master Of Puppets“, „Blackened“, „One“ und der Standard Rausschmeisser „Seek In Destroy“ im Programm. Zu den angekündigten seltenen Songs zählten „Of Wolf and man“, „The thing that should not be“, „Blitzkrieg“ und „Jump In The Fire“. Somit gab es an diesem Abend ausnahmsweise mal kein Enter Sandman und kein Nothing Else Matters, was ich als gelungene Abwechslung wahrnahm.

Zusammenfassend kann man über Metallica sagen was man will: Live ist diese Band eine Bank und gestern waren sie extrem gut drauf. Gleiches gilt für das Publikum, das vor allem gegen Ende des Sets noch mal eine Schippe draufgelegt hat. Die letzten Songs sang wirklich jeder der Anwesenden mit. Gleiches gilt bezüglich der O2 World, hier muss man in jedem Fall anerkennen dass diese Halle was Akustik und Infrastruktur angeht ihres gleichen sucht.


Setlist:
01. That Was Just Your Life
02. End Of The Line
03. The Thing That Should Not Be
04. Of Wolf Of Man
05. One
06. Broken, Beat, and Scarred
07. Cyanide
08. Frantic
09. Until It Sleeps
10. Wherever I May Roam
11. For Whom The Bells Tolls
12. The Day That Never Comes
13. Master Of Puppets
14. Blackened
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15. Blitzkrieg
16. Jump In The Fire
17. Seek and Destroy