12.10.1012: Satellite Stories - Hamburg- Molotow

 



Spätkonzerte sind ja schon ein wenig problematisch. Natürlich ist ein Einlass um 23h total coooool, doch der an diesem Tag arbeitende Teil der Bevölkerung macht schlapp und das Wetter schreit einem eher ins Gesicht: "Bleib zu Hause! Film, Sofa, Chips, wegen mir auch Strickzeug! Spießig? Geil!"

Doch man hat die Platte schon so oft so sehr abgefeiert und wenn die Herren von SATELLITE STORIES schon aus Finnland hier runter gurken, so kann und muss man doch mal über seinen Schatten springen und sich der nächtlich strömenden Sonne aussetzen. Einlass wie gesagt um 23h und dann um 1h stehen die Jungs endlich auf der Bühne. Keine Vorband, sondern ein Vor- und Nach-DJ. Dirty Dancing ist heute angesagt. Die lange Wartezeit wird aber sehr schnell belohnt. Das Molotow ist in klein voll. Technisch legen SATELLITE STORIES ein fast einwandfreies Set hin. Die Menge dankt es ihnen, singt und tanzt euphorisch mit. Als Rampensäue entpuppen sich die Finnen zwar nicht gerade, aber sie sind ja auch noch so jung. Die Band erledigt konzentriert ihren Job und geben sich scheu in Punkto Interaktion mit dem Publikum. KAKKMADDAFAKKA, RETRO STEFSON und wie sie alle heißen waren auch noch eher pubertär, als sie die Bühnen sehr erfolgreich enterten, von Entertainment jenseits der gespielten Musik konnte man dort auch nicht sprechen. Aber eigentlich geht es ja irgendwie auch hauptsächlich um Musik, oder? Kleine Verspielereien und Rhythmusstolperer machen SATELLITE STORIES da nur sympathischer und zeigen, dass das hier eben live und echt und handgemacht ist. Der Schweiß fließt. Herr Gitarrist sieht aus, als wolle er lieber schnelle Metalläufe zum Besten geben. Die vier Finnen können mit der Abfeierei vor ihnen zwar etwas anfangen, sehen aber so aus, als könnten sie es selbst noch nicht so ganz fassen. Niedlich. Sie spielen ungefähr einmal das aktuelle und Debutalbum in verkehrter Reihenfolge ab. Ein neuer Song darf auch noch mit und kündigt weiteres Schönes an. Auf jeden Fall können SATELLITE STORIES an diesem Abend begeistern und schaffen es, das gut gefüllt Molotow in ihren Bann zu ziehen. Eine weitere Band die man auf dem Zettel haben sollte und sollten sie noch auftauen, kann man in ein paar Jahren in den größeren Läden locker behaupten: "Ich kannte die, da haben die noch in kleinen Clubs gespielt." Die Nacht ist gerettet und die Sonne strömt dann draußen auch nicht mehr.