13.11.2015: IMPERICON NEVER SAY DIE! TOUR - Hamburg - Markthalle

 

Die Impericon Never Say Die! Tour machte Halt im norddeutschen Hamburg. BURNING DOWN ALASKA, FIT FOR A KING, CRUEL HAND, BEING AS AN OCEAN, DEFEATER und Headliner THE AMITY AFFLICTION versprachen einen feinen Freitagabend in der Martkhalle.

 

Kurz vor Einlassbeginn an der Martkhalle angekommen, zeigte sich, dass es noch recht früh war für ein Konzert, keine lange Schlange und etwaiges Drängeln, sondern „gemütliches“ Sitzen auf der Treppe waren angesagt. Ausverkauft war die Markthalle zu diesem Zeitpunkt auch nicht, wurde sie auch nicht mehr. Trotzdem füllte sich dieselbige dann letztendlich um 18 Uhr, pünktlich zum Auftritt von BURNING DOWN ALASKA schon mindestens zur Hälfte. BURNING DOWN ALASKA kamen auf die Bühne und sofort überzeugte eine starke Bühnenpräsenz und ein satter Sound. Die Recklinghausener wirkten im Vergleich zum Support-Auftritt bei PARKWAY DRIVE im Juni in Hamburg deutlich selbstsicherer. Auch ein Zusammenstoß von Sänger Tobias Rische und Bassist Julian Englisch, der dazu führte, dass sich Tobias auf dem Bühnenboden wiederfand, brachte die Jungs nicht aus dem Konzept. Eine halbe Stunde später war das ganze dann aber auch schon wieder vorbei.

 

 

15 Minuten (Umbau-)Pause bevor dann FIT FOR A KING zum ersten Mal eine Hamburger Bühne betraten. Die Texaner sind im Rahmen der Impericon Never Say Die! Tour zum ersten Mal in Deutschland unterwegs. Sänger Ryan Kirby hat ein beeindruckendes Live-Organ. Die Jungs dürfen gerne wieder ihren Weg nach Deutschland finden! Etwas irritierend war die Kleiderwahl von Gitarrist und Bassist, die FIT FOR A KING-Regenjacken (?) trugen, in denen es unfassbar heiß gewesen sein muss! Aber: eine gelungene Wahl der Booker der Tour, musikalisch passten sie 1A in das Gesamtbild ohne langweilig zu sein! Nach weiteren 15 Minuten Pause gab es mit CRUEL HAND neben DEFEATER dann Hardcore-Fraktion des Billings auf die Ohren. Besonders gefiel Sänger Chris Linkovich, der die Bühne beackerte als ob er Kilometer- und Sprunggeld bekommen würde. Persönlich konnte ich mit der Musik zwar nicht so viel anfangen, der Auftritt wusste aber trotzdem zu überzeugen. Leider kam das nicht so hundertprozentig an, was Sänger .. zu der Annahme „You're saving your energy for BEING AS AN OCEAN and DEFEATER, right?“ führte. Er sollte Recht behalten, denn...

 

 

...als BEING AS AN OCEAN die Bühne betraten, war Eskalation angesagt. Wirkte das Publikum bei den ersten drei Bands des Abends noch etwas müde und zurückhaltend, brach die Energe nun förmlich aus (fast) allen heraus. Sänger Joel Quartuccio hielt sich eine halbe Minute auf der Bühne, dann war er auch schon, wie gewohnt, am Wellenbrecher, ganz nah bei den Fans. Diese Fannähe ist immer wieder faszinierend, wenn man BEING AS AN OCEAN. Es wirkt so als wäre Joel einfach ein Fan, der sich das Mikro schnappt und Arm in Arm mit dem Rest des Konzertsaals die Musik feiert. Vom Wellenbrecher ging es in Publikum, die Crowdsurfer flossen nur so Richtung Bühne, die Security hatte alle Hände voll zu tun. Wahnsinn! Viel mehr fällt mir zu BEING AS AN OCEAN nicht ein. Das vierte Mal, dass ich diese Band live erleben durfte. Von Mal zu Mal besser, denn auch der Rest der Band war an diesem Tag zu 100% da. Drummer Connor Denis prügelte sich die Seele aus dem Leib und Clean-Sänge Michael McGough zeigte, was er für eine beeindruckende Stimme besitzt. Für mich der heimliche Headliner des Abends. Leider nur eine halbe Stunde Spielzeit. Erneut 15 Minuten Pause, ehe DEFEATER die Bühne enterten und ungefähr da weitermachten wo BEING AS AN OCEAN aufgehört hatten. Vor dem Auftritt wirkten DEFEATER sehr ruhig und introvertiert, gaben sich die Hand vor dem Auftritt als würden sie einen Vertrag schließen. Doch was dann kam, war alles andere als ruhig und introvertiert. Mit Bastards ging es auf eine 40-minütige Reise durch die Diskografie der Band. Dei Vocals waren angenehm laut, sodass man Sänger Derek Archambault kräftig shouten hören konnte. DEFEATER gaben richtig Gas und überzeugten auf ganzer Linie. Auch das Publikum war inzwischen aufgetaut, nass geschwitzt und hatte jetzt die richtige Betriebstemperatur für den Moshpit. Eine kurze Verschnaufpause gab es bei meinem persönlichen Liebling Empty Glass, welcher kräftig gefeiert wurde. Im Anschluss wurden dann nochmal alle Kräfte mobilisiert bevor die letzte Umbaupause des Abends auf dem Plan stand.

 

Leichte technische Schwierigkeiten führten dazu, dass THE AMITY AFFLICTION fünf Minuten später als geplant auf die Bühne konnten, ansonsten wurde der Timetable aber nahezu perfekt eingehalten. Ein großes Lob an dieser Stelle für dieses organisatorische Kunststück! Nun aber zu den Australieren von THE AMITY AFFLICTION, die vom Hamburger Publikum jubelnd empfangen wurden. Dementsprechend lächelnd betraten die Mannen die Bühne und legten mit Open Letter los. Die Australier waren gut an diesem Abend, keine Frage. Eine fette Lichtshow, super Sound und starker Gesang, egal ob clean oder nicht. Aber trotzdem wollte der Funke nicht so recht überspringen. In den ersten Reihen wurde gefeiert, ging man jedoch weiter nach hinten in der Markthalle wurde eher mit dem Kopf genickt. Zumal schon einige Besucher gegangen waren.

 

 

Trotzdem boten THE AMITY AFFLICTION eine gute Show und spielten ein gutes Set. Leider nur mit Songs aus den letzten beiden Veröffentlichungen Let The Ocean Take Me (2014) und Chasing Ghosts (2012). Doch wer soll ihnen das verdenken, schließlich landeten beide Alben an der Spitze der australischen Charts. THE AMITY AFFLICTION sind eine gute Live-Band, BEING AS AN OCEAN und DEFEATER hinterließen bei mir jedoch einen bleibenderen Eindruck. In jedem Fall sollte man sich das Gesamtpaket der Impericon Never Say Die! Tour auf den noch verbleibenden Tourstationen nicht entgehen lassen!

 

Alle Bilder gibt es hier zu sehen:

 

BURNING DOWN ALASKA

FIT FOR A KING

CRUEL HAND

BEING AS AN OCEAN

DEFEATER

THE AMITY AFFLICTION