14.02.2008: Jimmy Eat World, Sparkadia - Wiesbaden - Schlachthof

 


Ein komisches Gefühl ist das. Man sieht eine seiner Favoriten Bands Live und hat irgendwie Angst, so wie am Donnerstag bei Jimmy Eat World in Wiesbaden. Bereits 2005 sah ich die Jungs im Palladium in Köln und war völlig enttäuscht. Und heute war die Hoffnung da, aber aus Liebe zur Band habe ich meine Erwartungen recht niedrig gesteckt um nicht zuviel zu meckern.

Aber wir werden sehen. Als wir den Schlachthof erreichen ist der Einlass schon erfolgt und somit stehen wir recht schnell in der viel zu großen Location an der man immer wieder erkennt, dass sie wirklich mal ein Schlachthof war. Ziemlich schnell gehen dann auch schon die Lichter aus und die Vorband Sparkadia betreten die Bühne. Unspektakuläre Indiemusik die zeitweise an U2 oder Interpol erinnern soll, es aber eigentlich nicht so recht tut. Dem Publikum scheint es zu gefallen und Sparkadia erhalten viel Beifall und die ersten 30 Verrückten tanzen sich bereits warm.

Dann eine endlos scheinende Umbaupause. Mein Herz rutscht in die Hose. Ich bin tatsächlich so aufgeregt wie bei meinem allerersten Konzert. Plötzlich geht doch ganz zügig das Licht aus und aus den Boxen erklingt „Big Casino“. Das Publikum das heute Bunt gemischt ist und von Alt bis Jung wirklich alles bereit hält, nimmt den Song direkt freudig entgegen. Da „Big Casino“ noch einer der starken Songs vom „Chase this Light“ Album ist, bin ich auch erst mal beruhigt. Nach und nach kommen dann alle Kracher raus. Am neuen Album wird nicht gespart. Zwischendurch mal was von Futures. Irgendwas fehlt. Und dann kommt es. „The First Star I see, may not be a Star“ singt Jim Adkins mit seiner unglaublich guten Stimme und ich bin erstmal seelig. Ein wunderbares Lied vom besten Album aller Zeiten. Was allerdings den Kids einfällt bei so einem Song den Pogo zu starten frage ich mich noch jetzt…

Bei „Bleed American“ ticken natürlich alle komplett aus und der ein oder andere Blaue Fleck wird riskiert. Kurze Zeit später dann „Blister“. Ich bin vollkommen aus dem Häuschen. Wenigstens dieser Song wird nicht ausgelassen und entgegen aller Berichte, die ich sonst zur Tour gelesen habe gab es auch „Lucky Denver Mint“. Wunderbar solche Songs noch mal live zu hören. Sehr gefreut habe ich mich über „Disintegration“. Was hier an Atmosphäre rüberkommt ist unglaublich. Die 4 Jungs spielen ihr Set sehr routiniert herunter. Jim hält sich mit Kommentaren komplett zurück bis auf ein, zwei Ansagen kommt da nicht viel. Aber es geht ja auch um die Musik. Leider haben Jimmy Eat World zwischen all den Stimmungsbomben viel zu oft langsame Lieder gespielt sodass einfach nie richtig Stimmung aufkommen konnte. Mit „Pain“ schließt dann der reguläre Konzertteil noch mal mit einem Tanzbaren Kracher ab der lauthals mitgebrüllt wurde.

Der Zugabenteil wurde dann zur absoluten Gähnnummer mit „Dizzy“ vom neuen Album und einer absolut komischen Version vom eigentlich so schönen „Your House“. Immerhin war „Hear you me“ dabei. Als letztes gab es dann noch mal „The Middle“ um auch den letzten noch nicht grinsenden Fan glücklich zu machen. Alles in einem war es eigentlich ein wunderbares Wiedersehen mit alten Bekannten. Könnten sie nur irgendwann mal die „Chase this Light“ Sachen mit der „Static Prevails“ und der „Clarity“ tauschen, dann wäre alles perfekt. Trotzdem sind Jimmy Eat World immer noch besser als der Rest. Es muss ja nicht immer Hardcore sein.