14.07.2008: The Handshake Affair - Köln, Werkstatt

 

Die schönsten Shows sind immer solche, bei denen man Bands live auf der Bühne sieht, die man irgendwann mal zufällig oder zu lustigen Gegebenheiten kennengelernt hat. So ging es mir bei den Jungs von "The Handshake Affair" aus dem schönen Osten, irgendwo zwischen Polen und Poprocker Silbermond. Die gut gelaunte Truppe kam später als einige wartende Fans an. Diese hatten sich wohl schon seit Stunden vor der Werkstatt postiert. Dieser Club bei Tageslicht? Was total neues für mich, wirkt irgendwie kleiner. Im schicken roten Pizza-taxi... nein Bus wurde vorgefahren. Die Jungs und ihr italienischer Anhang namens "Hopes Die Last", nicht zu verwechseln mit "Hope Dies Last", wurde direkt durch den quirligen Tontechniker begrüßt. Klamotten reinschaffen, aufbauen, futtern und dann Soundcheck bitte hieß es. Aber da die Show erst spät beginnen sollte, war ja dafür genug Zeit.


Den Anfang machen an diesem Abend die Essener Midsummer Records-Neuerrungenschaft genannt "Left The Crowd". Irgendwoher kam mir dieser Name dunkel bekannt vor. Einige Zeit zuvor hatte ich sie mehr als nur einmal im "Pott" gesehen. Ich glaube jedoch um die Herren war es in den letzten Jahr eher stiller geworden, aber ich möchte nichts vermuten sondern lasse mal die Fakten des Abends sprechen. Nach kurzen Intro wurde dem Publikum ein Mix aus deutschsprachigen Screamo, mit Doublebassgewitter und netter Bühnenaction geboten. Keine schlechte Wahl für einen Opener, jedoch auch nichts was mich total von den Socken gehauen hätte. Vielleicht geht's ja im Lager von LTC bald wieder rund, dann kann man sich diese Band gern nochmal ansehen. Für heute wurden sie nach recht kurzer Spielzeit erst mal ihren Namen gerecht und verließen die Masse vor der Bühne die ihren Auftritt mit Applaus bedachte.

Warm wars geworden. Aber Zeit zum Ausruhen blieb den Jungs von "The Handshake Affair" nicht, sie waren die nächsten. Muss schon zugeben das ich schwer gespannt war, denn live hatte ich sie bisher noch nie erleben dürfen. Der Auftritt begann mit "Mr. Oizo" als Intro. Schön elektronisch und leicht albern, sollte es wirken, doch dank starker
Übersteuerung kam da einiges an Gefiepse aus den Boxen. Nicht grade ein Ohrenschmaus. Das blieb aber auch das einzige technische Problem seitens des Clubs. Als erste wurde "Goodbye Gravity" performt. "Was heißt hier Goodbye? Jetzt geht's doch erst richtig!", los sagten sich einige allseitsbekannte Trendszenenvertreter und begannen zugleich ihre Art von Interpretation eines Moshpits vor der Bühne darzubieten. Die Band tat ihren Teil dazu bei und schmetterte einen Song nach den Anderen dahin. Es mag wohl in England oder im weit weit entfernten Amerika schon Gang und Gebe sein seien Songs mit mehr also nur einem Introsample zu pimpen, hier in Deutschland schwappt dieser
Trend aber derweilen auch über. Und wer braucht schon Enter Shikari wenn wer Souter Eric samt Microkorg Elektrokiste und Co hat? Richtig, auf dieser Show niemand. Durchaus eine Form der musikalischen Untermalung die sich sehen lassen kann. Selbst wenn die gepitchte Stimme von Gitarrist Chris in Einige die Erinnerung an Dancefloorcharts und Co wiederauferwecken ließ. Außerdem muss man in der neuen Formation, denn der alte Sänger hat die Band vor kurzen
verlassen, noch an anderer Stelle aufrüsten. Das ist scheinbar geglückt. Wohlan die Herren, rund 40 tolle Minuten voller spaßmachender Stimmungsmusik. Ich freu mich auf die Tour mit den Herren und Intohimo aus Schweden im Herbst.

Bei der nun folgenden Formation, "Hopes Die Last" möchte ich doch am Anfang mal das Augenmerkt auf die recht verplante Crew dieser Jungs werfen. Merchandise Helfer die kein Wort Englisch sprechen dafür aber alles weibliche anbaggern was bei drei nicht auf den Bäumen ist? Sorry Jungs, aber die zwei Surferboys hättet ihr echt daheim lassen
können. Naja wenigstens die beiden schon zu Anfang erwähnten Frühankömmlinge der Fans hatten ihren Spaß. Aber was sagt das schon groß aus. Der Rest, sprich die Band selbst, bestand aus einen recht bunten Haufen aufgeweckter Italiener. Wobei es lustig ist zu sehn das der Kleinste zugleich der Älteste ist. Ganz schön niedlich mag man
meinen. Nicht ganz so süß kam ihr Auftritt daher. Denn diese Jungs haben durchaus das Potenzial mehr als nur die ca. 200 Mann der Werkstatt zu rocken. Der Titel "Thanks for Coming" ging gut ab. Die Band hatte sichtlich Spaß den Leuten einzuheizen. Schweißgebadet und ganz ohne erhoffte Zugaben verließen Sie am Ende unter großen Jubel die Bühne. Ließen sich es aber nicht nehmen noch alle Autogramm- und Fotowünsche zu erfüllen.

Wohlan, ein gelungener Abend.