14.09.2009: Fake Problems, Blakvise - Hannover - Bei Chez Heinz

 

Anscheinend ist man momentan nicht nur in Hannover zu verwöhnt (oder zu blöd?), um als Anhänger alternativer Musik in letzter Zeit ein Highlight nach dem anderen zu verpassen. So fanden sich auch in Hannover an diesem Abend gerade einmal gut fünf Dutzend Flanellhemdenträger ein, die da Zeuge des trinkfreudigen Vierers aus dem sumpfigen Naples, Florida, werden wollten. Zunächst galt es, sich den jungen Künstlern von BLAKVISE zu widmen, die mit einem gegenwärtig häufiger anzufindenden Mix aus Rock, Metal, Melodie und Gekreische antraten. Clean gespielt aber leider schon zu oft gehört, ging die Mischung aus ATREYU-ähnlichen Gitarrenparts vs. straighte 4/4-Takte alá SUGARCULT jedoch schon nach wenigen Minuten unter. Bleibt gespannt abzuwarten, wie sich die neuen Aufnahmen aus der Wohlklangforschung der vier Niedersachsen wohl gestalten mögen...



Bühne frei für die schon optisch interessanten FAKE PROBLEMS. Mit geschätzten 2,20m Körpergröße verteilt auf 50kg Körpergewicht auf der linken Bühnenseite: Derek Perry. In der rechten Ecke an der Gameboy-Telecaster mit ca. 1,65m: Geburtstagskind Casey Lee. Vorne am Mikro und hinten an den Trommeln abgerundet durch Chris und Sean brennen die Jungs direkt mit der markanten Reibeisenstimme und „1234“ los. Auch wenn nur ein Bruchteil des Publikums wirklich angefixt wirkt, lässt die Stimmung auf und von der Bühne herab nicht für eine Sekunde nach. Mit Songs wie „How Far Our Bodies Go“, „Busy Bees“ oder „Diamond Rings“ deckt Sänger Chris Farren das komplette ABC (Against Me!, Blink 182, Clash?!) der Gesangsspektren ab und wer nach den Livebewegungen von Basser Derek nicht sofort tanzen will, soll sich doch wieder seiner Counterstrike-Welt widmen. Durchweg grossartige Stimmung und brilliante Songs mit ordentlichem Country-Clash-Anteil lassen die knappe Stunde fast zu kurz erscheinen - diese geht jedoch noch mit „Crest on the Chest“ und „Dream Team“ in die Zugabenrunde. Zu diesem 5-Sterne-Abend bleibt nur hinzuzufügen, dass sich Veranstalter allerorts bei solchen Besucherzahlen wohl irgendwann auch eher mit Counterstrike beschäftigen werden... Also bewegt Eure Ärsche nächstes Mal in die Clubs und supportet Livemusik mit Hand und Herz, verdammte Axt!

ca. 70 Besucher

Moppi/Maik


Alte Kommentare

von Sno 21.09.2009 01:46

"Also bewegt Eure Ärsche nächstes Mal in die Clubs und supportet Livemusik mit Hand und Herz, verdammte Axt!" Kann ich so nur unterstreichen. Viel zu oft auf hervorragenden Konzerten mit nur ~50 Besuchern