14.12.2015: UFO, JUDAS PRIEST - Stuttgart - Schleyerhalle

 

Im Rahmen der Redeemer of Souls Tour machten die Altrocker JUDAS PRIEST in der Stuttgarter Schleyerhalle halt. Etwas düster sah die Schleyerhalle diesmal aus. Große schwarze Vorhänge verhüllten die Sitzplätze. Es hieß also für (fast) alle Fans stehen. Gestört hat das jedoch niemanden. Nicht mal die etwas älteren Semester, denen nach geraumer Zeit der Rücken schmerzte. Denn, was ist schon so ein kleines Wehwehchen, wenn man dafür ein Stück seiner Jugend in die Gegenwart holen und miterleben kann? JUDAS PRIEST haben sich gut gehalten. Klar, es ist kein einziges Gründungsmitglied mehr mit dabei, aber Sänger Rob Halford, Gitarrist Glenn Tipton und Bassist Ian Hill sind immerhin schon seit den 70ern am Start. Ein großer JUDAS PRIEST-Vorhang verhüllt die Bühne. Als dieser fällt bombardiert die Zuschauer zunächst ein Lichtermeer. Drei große LED-Wände und unzählige Lichtkegel sorgen während des gesamten Sets für Reizüberflutung. Aber, dies ist keinesfalls ein Ablenkungsmanöver. Es unterstreicht vielmehr die etwas reduzierte Performance der Band. Während das Publikum beim Support UFO noch relativ verhalten wirkt, wird bei JUDAS PRIEST ordentlich mitgetanzt. Bei einigen älteren Herrschaften spürt und sieht man die Begeisterung deutlich. Die hätten mit ihren Performance-Künsten zum Teil einen besseren Job erledigt als Halford auf der Bühne. Dieser beschränkt sich zwar auf ein bisschen Hin- und Hergelaufe, punktet dafür aber mit etwas ganz anderem. Zum Ende jedes Liedes läuft er Richtung schwarzem Vorhang auf der Bühne und verschwindet für eine Weile. Die Band spielt weiter. Das nächste Lied beginnt. Halford singt, ist aber nirgendwo zu entdecken. Die Spannung steigt. Und da ist er wieder. Mit neuem Mantel. Das macht er gefühlte 10 Mal, vermutlich passiert es in Wirklichkeit wohl etwas seltener. Für einen weiteren Spannungsmoment sorgt starke Rauchentwicklung auf der Bühne. Dazu ein röhrendes Geräusch. Halford kommt auf einem schicken Motorrad auf die Bühne gefahren. Musikalisch ist die Performance einwandfrei. Das Publikum wird motoviert zum zurücksingen von verschiedenen „Yeahs“ und dankt JUDAS PRIEST mit kräftigem Applaus. Halford haut hohe und tiefe Töne ohne Mühe raus. Auch die Gitarrensolos sind hörenswert.

Das muss man auch UFO lassen. Die Gitarrensolos gehören zum Besten was die Formation aus England zu bieten hat. Abgesehen davon plätschert der Auftritt (der ungewöhnlich lange für einen Support, nämlich fast eine Stunde, dauert) so vor sich hin. Eine scheinbar schwebende Akustikgitarre schafft im ersten Moment Verwunderung. Zeigt UFO etwa auch Zaubertricks? Nein – schuld ist ein Ständer für die Gitarre, damit Gitarrist Vinnie Moore diese spielen kann, während er seine E-Gitarre umhängen hat. Abgesehen davon birgt der Auftritt von UFO wenige Highlights. Auch das Publikum geht nicht mit. Damit war klar JUDAS PRIEST der Gewinner des Abends.