15.08. - 17.08.2008: Highfield Festival 2008 - Hohenfelden

 


Eine Geschichte von zwei Menschen inmitten unfreundlicher Menschen, tristen Schwimmbädern und ein paar Bands.

Das Highfield Festival ist inzwischen eine feste Größe auf dem Festivalmarkt. Knapp 25.000 Menschen pilgern Jahr für Jahr nach Hohenfelden bei Erfurt um sich das Spektakel zu geben. Dieses Jahr zum ersten Mal mit dem SOLD OUT Schild vor der Türe macht sich ein junges Paar aus Köln auf den Weg in den weit entfernten Osten. Er, 20 Jahre alt ursprünglich aus der Nähe Koblenz stammend. Sie, 20 Jahre alt aus Köln. Das junge Paar begibt sich Freitag in aller Frühe auf den Weg nach Hohenfelden. Wer schon mal im Osten war, der weiß, dass die Autobahnen hier anders sind. Zweispurig nämlich und wenn dann noch ein Stau in die Quere kommt, passiert es schnell, dass man mal zu spät kommt. So passiert es, dass unser Pärchen pünktlich zu den SUBWAYS auf dem völlig überfüllten Festivalgelände steht. Die Regelungen auf Zeltplatz und Parkplatz waren soweit anstandslos, doch nun beginnt das wahre Vergnügen. Während der Regen vor sich hin prasselt, spielen die Jungspunde der SUBWAYS sich durch ihre zwei Alben die beide ihre Vorzüge haben. Das junge Pärchen findet die Songs zwar klasse, doch das umherwankende Publikum macht es nicht gerade zu einem Spaß. Die – pardon - eher erwachsen klingenden neuen Stücke der SUBWAYS jedoch schon. Selbstverständlich freut sich das junge Pärchen über den Überhit „Rock N Roll Queen“, doch der wird gnadenlos in die Länge zelebriert sodass jeglicher Spaß an dem Stück verloren geht. Enttäuscht verlassen unsere Protagonisten das Festivalgelände. Nicht unbedingt von der Musik enttäuscht, eher von dem Gelände und dem – Entschuldigung – ungehobelten Publikum. Munkelnd, was man nun mit dem Resttag anfängt, kommt sie auf die hervorragende Idee, in das nahe gelegene Schwimmbad zu gehen. Diese Idee, ist die wohl beste, die sie innerhalb der drei Tagen des Festivals hatte und so kommt es, dass beide turtelnd im kühlen Nass des wunderbaren Schwimmbades landen. Musikalisch schmerzt dies gar nicht, außer bei BLOC PARTY hört er wehmütig die Klänge der Briten und wünscht sich kurzzeitig zu den Königen des Indie, wie er sie gerne beschreibt. Dieses Wunschdenken ist spätestens dann vergessen als das Schwimmbad einen seiner zahlreichen Trümpfe ausfährt und eine reißende Strömung in das Außenbecken zaubert. Herrlich. Ach ja – Musik schauten die beiden natürlich auch noch. THE KILLERS nämlich. Diese verzücken schon allein durch die pompöse Show und der unverwechselbaren Stimme von Sänger Brandon Flowers. Entgegen aller Gerüchte, dass die Herren live nicht wirklich ihre Qualitäten hätten, boten sie eine nahezu perfekte Show mit all ihren Hits. Auch hier bemerkt das junge Paar, dass THE KILLERS zu einer der Bands gehören, die gerade live ihr ganzes Können entfalten und einem nur dann klar wird wie viel Hits hier eigentlich vorhanden sind. Das Ganze endet mit einem Feuerwerk und fast erfrorenen Beinen. Das Paar verzieht sich ins Zelt, freut sich auf den nächsten Morgen und bangt um einen schöneren Tag, als er noch heute war. Weit gefehlt. FIRE IN THE ATTIC haben den ersten Auftritt mit neuem Sänger und sind irgendwie gar nicht mehr sie selbst. Unser Pärchen entschließt sich dazu, aufgrund einer zu langen Schlange vor dem nahegelegenen Schwimmbad, einfach nach Erfurt zu fahren und dort ein Bad aufzusuchen. Dieses besticht durch DDR’sche Schlichtheit und strenges Überwachen des Bademeisters. Der Spaß vergeht zu schnell und so kommt es, dass die beiden lieber ein Nickerchen im Zelt halten, als sich das Nachmittagsprogramm zu geben. Pünktlich zu den Lieblingsposern von den HIVES erheben sich beide und schauen sich das Treiben aus sicherer Entfernung an. Er bemerkt, dass es wohl zum Trend geworden ist, sich alle zwei Sekunden im Publikum eine eigene Wall of Death zu organisieren und sie bemerkt, dass die HIVES verdammt viele Hits haben. Wie immer agieren die jungen Schweden herrlich überheblich ohne dabei jemals dämlich daher zu kommen. Alte Songs mischen sich perfekt mit den neuen Stücken des aktuellen „Black and White Album“ und lassen keine Wünsche offen. Der Soundmensch hat heute scheinbar auch einen guten Tag erwischt und so endet der Auftritt nach guten 90 Minuten. DIE ÄRZTE spielen heute Headliner und soviel soll verraten sein – es ist ein Erlebnis die drei Berliner zu sehen. Er ist noch ein wenig stutzig, wo er doch immer der Toten Hosen Fan war, doch nach spätestens der ersten Ansage ist er hin und weg. Sie schwebt sowieso im siebten Himmel und feiert jeden Ton ab während die ÄRZTE einen Querschnitt all ihres Schaffens zum besten geben. Egal ob alt oder neu, ihre treue Fanbase würdigt es mit massig Bewegung und macht alles, aber wirklich alles was Farin U. und Kollegen verlangen. Sei es eine beeindruckende Sitzlaola, eine gigantische Wall of Death oder das lauthals Mitsingen – sie tun es alles. Ein, wohl angehender Religionslehrer, pfeift so laut, dass der Dame unserer Geschichte die Ohren schmerzen. Er, als pflichtbewusster Partner, lässt das natürlich nicht so stehen und macht einfach mal auf dicke Hose. Gedroht wird was das Zeug gibt und schnell verschwindet der Lehrer in die hinteren Reihen. Herrlich, ein solches Machtgefühl, denkt sich unser junger Mann und fühlt sich bei dem Blick seiner Freundin verdammt groß. Nach knapp zwei Stunden und schon jetzt zweimaliger Zugabe wird es unserem Pärchen viel zu kalt und sie verziehen sich ins noch viel kältere Zelt. Der nächste Morgen beginnt mit dem Abbau von selbigem und musikalisch mit THE BONES. Diese sprangen ein für das ALKALINE TRIO, die kurzzeitig die Show cancelten. Irgendwie fehlt dem Sound zu diesem Zeitpunkt noch jeglicher Druck, jedoch ist das Gelände jetzt noch herrlich leer. Man kann sich in Ruhe alle Stände anschauen und je nach Laune lauthals den Übersong „Denial“ mitbrüllen. Die Spaßpunker von MXPX versüßen den Nachmittag mit lockerem Punkrock und sind sichtlich erfreut als der erste Wellenbrecher anfängt zu tanzen. Als nächstes kommen THRICE. Er freut sich darauf wie Bolle. Sie ist eher unbeeindruckt, tut sich das Ganze ihm zuliebe dennoch an. Er findet das prima und konzentriert sich auf Dustin Kensure und Co.. Sichtlich enttäuscht lässt er sich nach den ersten Tracks an den Bierbrunnen fallen. Wo ist die Intensität und die Atmosphäre hin, die auf Platte nahezu genial umgesetzt wird? Spätestens als „The Messenger“ angespielt wird, ist diese Frage verworfen. Scheinbar brauchen die Herren ein wenig Anlaufzeit und sogar Songs wie „Ditigal Sea“ funktionieren plötzlich perfekt. Im Laufe der Show werden THRICE immer besser und laufen zu Höchstform auf. „Stare at the Sun“ und „All That’s Left“ fungieren als Bewegungsanstoß und „Deadbolt“ treibt ihm vor lauter Erinnerungswahn an ein Werk der THRICE Frühzeit Tränen in die Augen. „Was muss es auf den Gigs der Herren früher rund gegangen sein“ fragt er sich leise und malt sich die herrlichsten Szenen aus. Erstaunlicherweise spielen THRICE viel von „Artist in the Ambulance“. „Ist ja auch gespickt mit Hits“ denkt er sich und schaut derweil seine gelangweilt drein schauende Freundin an. Schön, dass sie sich das mit ihm anschaut, wo es doch so gar nicht ihre Musik ist. Das muss Liebe sein. Schade, dass „Broken Lungs“ nicht gespielt wird seufzt er leise in sich herein und muss sein persönliches Highlight nach 45 Minuten verlassen. Aber was, was bitte soll bei dieser Band noch kommen? Vier mehr oder weniger perfekte Alben und 4 EP’s, die sich allesamt quasi neu erfanden. Und was nun? Bitte aufpassen liebe THRICE. Bitte! Ebenso wie die vier aus Orange County verlässt das junge Pärchen das Festival und weiß genau – nie mehr Highfield. Es sei denn es werden 10.000 Tickets weniger verkauft. Denn dann könnte das schön werden. Verdammt schön sogar.

Galeries:
Samstag:
Highfield 2008 - The Hives - (16.08.2008)
Highfield 2008 - Flogging Molly - (16.08.2008)

Sonntag:
Highfield 2008 - Sonntag - Beatsteaks - (17.08.2008)
Highfield 2008 - Sonntag - Dropkick Murphys - (17.08.2008)
Highfield 2008 - Sonntag - Serj Tankian - (17.08.2008)
Highfield 2008 - Sonntag - Less Than Jake - (17.08.2008)
Highfield 2008 - Sonntag - Thrice - (17.08.2008)
Highfield 2008 - Sonntag - MxPx - (17.08.2008)
Highfield 2008 - Sonntag - The Bones - (17.08.2008)

Alte Kommentare

von kamikaze 19.08.2008 23:38

Ist das so schlimm geworden? Ich war da vor 4 Jahren mal und fand es trotz des suboptimalen Geländes (ist zwar schön mit dem See aber man fühlt sich da schon ein wenig eingepfercht) eigentlich ganz angenehm. Damals gab es aber auch noch keinen Wellenbrecher.

von Klasse 20.08.2008 01:08

"..Weit gefehlt. FIRE IN THE ATTIC haben den ersten Auftritt mit neuem Sänger und sind irgendwie gar nicht mehr sie selbst." na super aussage!!! und wie wars ?

von blake schwarzenbach 20.08.2008 09:50

stichwort: absätze

von blake schwarzenbach 20.08.2008 10:08

stichwort 2: fremdschämen (so schrecklich das wort auch ist)

von bensen 20.08.2008 11:13

fährt man aufn festival um sich nur eine handvoll bands zu geben?

von Raphael 20.08.2008 11:32

FITA waren schlecht. @benson wir hätten uns jede menge bands gerne angeschaut aber aufgrund der totalen überfüllung hatten wir keine lust uns das an zu tun. @blake wie wäre es, wenn du auch mal was schreibst und wir dann mal sehen können ob du so der große typ bist wie du immer tust

von Duhude 20.08.2008 13:16

Blake, wenn du Absätze willst, kauf dir doch n Paar Hochhackige, du Knaller! Deine Sorgen möcht ich haben

von bree ! 20.08.2008 16:00

"Das junge Pärchen" BOAH HALTS MAUL ! noch nie so ne schlechte review gelesen !

von jona 20.08.2008 16:26

seh ich auch so. da geh ich sogar mal mit blake d'accord (fremdschäm - galore)

von blake schwarzenbach 20.08.2008 17:09

@raphael: einfach zum kiosk gehen, 2,70 bezahlen und lesen. ist ganz einfach. und um größe gehts hier doch gar nicht. lediglich um gute und schlechte texte.

von Jesus Christus 20.08.2008 18:01

die bravo kostet mittlerweile schon 2,70? die nehmen die jugendlichen aber auch aus heutzutage !

von gadget 20.08.2008 20:30

showreview? ich lese hier nur ein wochenendbericht eines schlecht gelaunten, pubertierenden 20iger der seiner freundin für ein wochenende die große weite welt zeigen wollte und damit mächtig auf die schnauze gefallen ist. sorry aber für 5 bands brauchst die hier nicht einen auf dicke eier machen und nen festivalreview schreiben....

von seb 20.08.2008 22:04

es is ja so: wie bereits erwähnt gibts gute und schlechte reviews. dem einen gefällts, dem anderen nicht. aber: wenn du hier ein review schreibst, hast du auch eine akreditierung für das festival, ergo du kommst für umme rein. anhand dieser tatsache finde ich, dass es dann nicht um lust geht sich einige bands anzuschauen, sondern schon einen größeren teil (auch mal welche, die man nicht mag). und ob die veranstalter beim nächsten mal ne karte gegen review eintauschen kann ich mir nicht vorstellen...

von alter!!!!! 20.08.2008 22:07

der pfosten kommt umsonst rein und geht ins schwimmbad! und so eine scheiße schreibt der auch noch.

von @alter! 21.08.2008 09:23

Haha,bestes Posting hier seit langem, und auch noch true!!

von André 21.08.2008 13:06

"Er, als pflichtbewusster Partner, lässt das natürlich nicht so stehen und macht einfach mal auf dicke Hose. Gedroht wird was das Zeug gibt und schnell verschwindet der Lehrer in die hinteren Reihen. Herrlich, ein solches Machtgefühl, denkt sich unser junger Mann und fühlt sich bei dem Blick seiner Freundin verdammt groß." Hat - mal ganz abgeshen von der Peinlichkeit dieser Zeilen - mit Review echt nicht mehr viel zu tun. Und wie kann man bitte schwimmen gehen anstatt Bloc Party zu gucken?

von torben | allschools 21.08.2008 13:33

danke für die anregungen / kritik. sobald hier jedoch leute persönlich beleidigt werden, lösche ich die comments..

von franz_ose 21.08.2008 13:35

also ich finde den text ganz lustig und er ist ja wohl bewusst an einigen stellen überzeichnend.. denke ich zumindest.

von damehle 21.08.2008 13:35

immer ruhig bleiben hier!! alles nicht so schlimm!! mich gehts grad viel mehr an das ich nicht doch aufs frequency gefahren bin um mir thrice anzusehen, sonscheiß!!

von blake schwarzenbach 21.08.2008 13:51

@torben: danke gott

von @alter 21.08.2008 20:30

kann es sein, dass du vielleicht ein ganz klein wenig dumm bist? Mich würde interessieren, wie die Editors waren, falls der Verfasser sie gesehen/im Schwimmbad gehört hat.

von blake schwarzenbach 21.08.2008 21:46

ich bin der horst. ich bin der depp. ich habe einen klitzekleinen lachs. umberto eco ist ein homo.

von Raphael 21.08.2008 23:44

@@alter die Editors haben gar nicht gespielt. blake, wie heißt denn eigentlich das magazin für welches du schreibst ?