15.10.2005: As I Lay Dying, Heaven Shall Burn, Evergreen Terrace, Agents Of Man, End Of Days - Berlin - SO36

 

Schweiß, Schweiß und Schweiß. Mehr Schweiß. Das ist so das persönliche Geruchs- und Tasterlebnis im Rückblick auf das gestrige Hell On Earth Festival in Berlin. Aber mal gut, dass es ja bei einem Konzert hauptsächlich um Hören und Sehen geht! Und diese beiden Sinne sind bei mir immer noch ganz weggetreten vom gestrigen Erlebnis. Das Konzert war NATÜRLICH ausverkauft und das merkte man dem SO36 auch an. Voll, voll und voller (hab ich schon Schweiß erwähnt?!) sind da noch Schlagworte, die mir hier gleich einfallen. Aber auch das ist ja nicht so schlimm, wenn die Musik denn gut ist.

Los ging es mit Agents of Man und mit ihnen auch gleich in die vollen. Nachdem Kampf in eine der vorderen Reihen, ging auch gleich das Geschubse, Gemoshe, und Kickboxen los. Super. Nun ja, alles in Grenzen und die Kids hatten ihren Spaß. Zu meiner Freude war auch Stagediving gestern sehr beliebt. Ich dachte diese alte Kunst des Ich-find-die-Mukke-geil-Ausdrucks wäre mittlerweile ausgestorben, verpönt (denn Kickboxen ist ja sooo „in“) oder verboten. Nix da. Gleich bei der ersten Band werden verschwitzte Menschen über die Köpfe anderer verschwitzter Menschen getragen. Agents of Man sind auch sichtlich begeistert und sogar ein ordentlicher Circle Pit lässt sich um halb sieben Uhr abends schon anzetteln. Die Mukke der Amis ist auch gleich schon schönes Mett und Brett. Eine nette Mischung auch zwischen HC/Metal/einer Prise Emo, die die Menge mitreißen kann.

Leider gibt es den ganzen Abend wegen dem strikten Zeitplan von keiner einzigen Band eine Zugabe, was vor allem später bei Heaven Shall Burn und As I Lay Dying sehr schmerzhaft ein Raunen durch die Menge gehen lässt und der einzige Wermutstropfen des Abends ist. Als nächsten entern Neaera die Bühne und sind noch glücklich über die Interaktion mit dem Publikum als Agents of Man. Der Sound und die Musik der Münsteraner erinnert sehr an Bands(und Vorbilder?) wie Heaven Shall Burn oder Caliban und ist ordentlich, aber nicht unbedingt mein persönliches Highlight des Festivals(was nun auch bei dem Line Up hart umkämpft ist!).

End Of Days machen mit ihrem Metal schon ein bisschen das Abendprogramm bunter mit ihrem ganz eigenen Sound und einem Gitarristen mit Endlos-Haaren in einer Helikopterschleife. Da wird ordentlich gerockt und die Haarpracht geschwungen.

Als nächstes geht’s etwas(aber auch nur etwas) gediegener zur Sache mit Evergreen Terrace, die ihrem neuesten Album mit so vielen tollen Plattenkritiken auch alle Ehre macht. Für mich sind sie die heimlichen Favoriten des Abends. Mittlerweile wird nicht nur gestagdivt, sondern auch von hinten bis ganz nach vorn zur Bühne die Crowd gesurft. Noch mehr Schweiß – überall! Aber das verbindet das Publikum ja nur noch mehr...

Heaven Shall Burn haben sich es dann zur Aufgabe gemacht, das SO36 auseinander zu nehmen und die Menge steigt drauf ein. Der Moshpit wird zur Mosh-Ebene! Es wird lauthals mitgesungen und gegrölt und die Helden der deutschen Metalcoreszene gebührend gefeiert. Und die danken es dem Publikum mit der gewohnt tighten Show.

As I Lay Dying spielen dann mit einiger Verspätung aber nicht weniger Energie. Der Drummer verhöhnt die Drumkünste der meisten Drummer die ich kenne, in dem er absolut auf den Punkt spielt und dennoch abgeht wie der Duracellhase auf Speed. Unglaublich!Beneidenswert! Zwar ist die Menge mittlerweile ein wenig ruhiger geworden auf Grund der Länge des Abends, aber gemosht und gedivt wird immer noch eisern bis zum Schluss. Eine Zugabe von As I Lay Dying hätte den Abend perfekt gemacht, aber leider war das nicht drin. Der Wermutstropfen eben. Ansonsten war es ein unglaublich guter Abend mit gut gelaunten Bands mit ebenso überzeugendem Können wie Spaßfaktor. Note 1, setzen!