16.01.2006: Terror, Blacklisted, Donnybrook - Hannover - Bei Chez Heinz

 

Endlich mal wieder ein vernünftiges Montagskonzert im Bei Chez Heinz in Hannover und "vernünftig" ist eine Untertreibung sondergleichen, denn ein dickes Oldschool Hardcore Package steht auf dem Programm: TERROR, BLACKLISTED und DONNYBROOK. Alleine jede dieser drei Bands hätte das Bei Chez Heinz füllen können, gemeinsam haben wir hier eine geballte Sprengkraft die einiges verspricht.

Auch wenn die Montagskonzerte sonst erst gegen 22.00 Uhr starten, laufen wir bereits gegen 20:30 Uhr auf, denn als die Jungs von TERROR das letzte mal im Juli Hannover beehrten war die Bude richtig voll. Und siehe da, eine Schlange vorm Eingang, so was kennt man hier gar nicht. Die 12 Euro für die drei Combos sind jedenfalls angemessen und aus dem näheren Einzugsgebiet sind die Heads angereist. Da der Tourbus am folgenden Tag in Hamburg einen Stopp einlegt ist das Bei Chez Heinz zwar voll aber definitiv nicht ausverkauft.

Ziemlich zeitig legen dann auch DONNYBROOK aus Los Angeles los. Die noch recht junge im Jahr 2003 formierte Combo und ihr imposanter glatzköpfiger, Bandana tragender Fronter Dre Steward machen sich auf der Crowd einzuheizen. Erst im Sommer wurde die Debüt Scheibe "Lions In This Game" via Alveran auf den Markt gebracht und eben diesen Longplayer spielen die Jungs rauf und runter. Dem Publikum gefällt’s, man hält sich jedoch mit verschränkten Armen zurück und ein Halbkreis vor der Bühne bleibt frei. Der Sound der Orange County Combo stimmt und mit wuchtigem Hardcore und animierenden Ansagen bekommt man dann doch einige wenige zum Violent Dancing, die den Freiraum dankend mit ihren Moves füllen. Für das auf dem Longplayer enthaltenen Feature von Scott Vogel bemüht sich der TERROR Fronter leider nicht aus dem Backstage Bereich. Ein wenig länger als eine halbe Stunde dauert das Set, welches einen angenehmen Nachgeschmack hinterlässt und die Crowd so richtig in Stimmung gebracht hat.

BLACKLISTED aus Philadelphia wurden in Europa ja via Reflections Records ins Rennen gebracht. Nach dem ersten, vorsichtigen Anklopfen mit der Raritätensammlung "We’re Unstoppable" legte man erst kürzlich die Dampfwalze "The Beat Goes On" auf der Überholspur ab und schon erlebt man die Jungs als Teil dieses großartigen Packages auf der heimischen Bühne. Ich war ein wenig überrascht wie jung Fronter George und seine Leute doch aussehen, jegliche Skepsis wurde jedoch mit den ersten wuchtigen Riffs von der Bühne gespült. Auch das Publikum wagt sich an die Bühnengrenze nach vorne und lässt sich vom angepissten, rauen Sound der Band mitreißen. Irgendwo zwischen THE PROMISE, AMERICAN NIGHTMARE und TERROR räumen die Jungs gewaltig auf und lassen den Energien freien Lauf. Man lässt sich Zeit für längere Instrumentalpassagen, scherzt ein wenig und nutzt die kleine Bühne in alle Richtungen aus. Das Publikum dankt es der Band aber die ersten Ausbrüche kommen erst deutlich nach der Hälfte des Sets. Eigentlich schade, denn BLACKLISTED überzeugen absolut und lassen keine Wünsche offen. Bereits gegen 22.00 Uhr geben die Jungs die Bühne für den Headliner frei.

TERROR nahmen nach nur kurzer Pause die Bühne für sich in Anspruch und ein besonders gut gelaunter Scott Vogel lässt unmittelbar die Köpfe Kreisen. Unglaubliche Power mach sich im Saal breit und es zeichnet sich erneut das Bild aus dem Sommer ab, welches sich in meiner Netzhaut festgebrannt hat: Eine tobende Menge, die von der kleinen Bühne springt, wütet und den ein oder anderen Scheinwerfer von der Decke reißt. Dabei sind TERROR quasi in einer Notbesetzung angereist. Gitarrist Frank Novinec hat keinen Pass erhalte und sitzt somit daheim, der ausgestiegene Basser Carl Schwartz wurde nur am Rande erwähnt. Als Ersatzmann wurde hingegen jener von THE PROMISE ausgeliehen. Natürlich gab es wieder reichlig Ansagen von Vogel, der sich diesmal auch diverse Male in die Crowd fallen ließ. Er sprach natürlich von Unity und das es ihm egal sei, ob man raucht, säuft oder sxe sei, interessanter waren die Shoutouts an die europäischen Hardcore Helden wie ZERO MENTALITY und SIDEKICK (RIP). Vor der Bühne ging es mal wieder richtig hoch her und einige Idioten, die sich leider auch durch eine Band wie TERROR angezogen fühlen, nutzten jede Gelegenheit um nachzutreten. Vogel pushte ebenfalls seine Kollegen von DONNYBROOK, bezeichnete sie als eine der derzeit besten HC Combos und holte sich jeweils einen der beiden Sänger bei unterschiedlichen Songs mit auf die Bühne. Natürlich wurden die Hits von "Spit My Rage" über "One with the Underdogs" bis hin zu "Lowest of the Low" zum Besten gegeben, bei dem einzigen neuen Track verhielt sich das Publikum jedoch ein wenig zaghaft. Nach einer Zugabe ist der explosive Montag Abend auch vorbei und man schafft es ausnahmsweise noch vor 0:00 Uhr nach Hause.

Was bleibt ist die Forderung nach mehr Shows dieser Klasse sowie BLACKLISTED und DONNYBROOK, die sicher den ein oder anderen Anhänger gefunden haben.

Alte Kommentare

von flin 20.01.2006 08:19

coole show...die anreise hat sich echt gelohnt!!!

von Seb 20.01.2006 10:35

auf jeden fall ne coole show. einzig negativ aufgefallen sind diese \"ich hab vorm halben jahr noch nu metal gehört - bind mir ein brooklynkopftuch um, mach mir n ring durch die nase, zieh unter mein madballhoodi ein kickboxshirt und höre jetzt terror weil der name so geil ist und freu mich mit meiner crew, wenn einer davon einfach wahllos in die menge oder in den rücken von anderen tritt \"-typen. mir is sogar violent dancing scheissegal und wenn man vorn steht, muss man damit rechnen einen abzukriegen. aber reintreten und dann so tun als wär man es nich gewesen, ist einfach lächerlich. die arschlöcher, die ich meine, werden sich dann schon angesprochen fühlen. meine 2 cent

von fred 20.01.2006 12:59

word to the seb

von was reg ich mich 20.01.2006 16:04

eigentlich über solche six month faces auf? diese new jacks sind eh im halben jahr wider verschwunden. nur schade, dass sie madball und ähnlich geile bands als werbung benutzen.