16.05.2006: The Appleseed Cast, Gregor Samsa - Münster - Gleis 22

 

mit einer Tour beehrten. Damals hörte man nach dem Konzert jede Menge Leute, die irgendwas vor sich hinbrabbelten wie „Heftig...also das.....das, unglaublich...soooo laut, und also... manmanman....Wahnsinn, das waren ja 20 songs in nicht mal ´ner halben Stunde.“.

So ungefähr ging es mir als die erste Band des Abends, Gregor Samsa, ihr Set beendet hatte. Mit einem entscheidenden Unterschied. Laut wurde es nur selten bei dem Sextett aus den USA. Wenn es aber laut wurde, waren es die wohl intensivsten Momente des Abends. Mit Keyboard, Moog, Gitarre, Bass, Schlagzeug/Perkussion und einer Geige bauten die 4 Musiker und 2 Musikerinnen eine Soundwand von einer Intensität auf die ich selten erlebt habe. Bedächtig und zerbrechlich scheinen die Werke, steigern sich aber in den, teilweise zehn Minuten langen Songs zu wahren Epen (und das ist ganz bestimmt nicht zu dick aufgetragen). Abwechselnd schmiegen sich dann noch die beiden Stimmen des Sängers und Gitarristen und der Sängerin und Keyboarderin in die Songs ein, so dass man sich wie in Trance benommen endgültig der Band hingeben musste. Performt wurden die Songs aus ihrem aktuellen Album „55 12“. Jeder der eine Platte zum Einschlafen, Entspannen oder für lange Autofahrten sucht sollte dieses Werk auf jeden mal antesten.

Nach knapp 45 min. und sechs Songs betraten dann die Headliner des Abends, The Appleseed Cast die Bühne. Mit neuem Album, namens Peregrine, im Gepäck gings sofort im typischen Appleseed Cast Style los. Ausufernde, tolle Melodien gepaart mit charismatischem Gesang prägen auch das neue Album. Teilweise sind die Songs auch ganz ohne Gesang gehalten, dafür aber experimentierfreudiger. Eine etwas verwirrt scheinende Frau mittleren Alters merkte dann noch an, die Lieder seien ja gar nicht so melancholisch und klängen nach The Cure. Ersterem stimme ich noch zu, wo sie die zweite Assoziation hergeholt hat kann ich mir allerdings nicht erklären. Natürlich gab es dann auch noch die „Hits“ des letzen Albums „Two Conversations“ (z.B. Fight Song etc.), und nach zwei Zugaben war auch dieses Set nach ca. 45 min. beendet.

Im direkten Vergleich haben für mich persönlich Gregor Samsa „gewonnen“. Die Intensität der Songs und die überzeugende Show ging dann doch ein wenig über die von The Appleseed Cast hinaus. Alles in allem war es aber dennoch ein mehr als gelungener Abend. Wer die beiden Bands noch Live sehen möchte sollte das bald tun, denn The Appleseed Cast spielen nur noch zwei Dates in Deutschland (am 26. Mai auf dem Immergut Festival, und am 28. Mai in Dresden.). Gregor Samsa sind noch bis zum 27. Mai in Deutschland unterwegs. Zusammen könnt ihr beide Bands allerdings nur noch auf dem Immergut Festival sehen!