16.05.2009: Darkest Hour, Bleeding Through, Beneath the Massacre, Carnifex, War From A Harlots Mouth - Köln - Essigfabrik

 


Finale der Thrash And Burn Tour in Köln. Fast einen Monat lang sind sieben Bands aus Amerika / Kanada und Europa gemeinsam auf Tour gewesen und haben dabei viele Städte gesehen, Venues bespielt, Fans begeistert und gewiss auch so einiges erlebt. Die Essigfabrik ist heute Abend Schauplatz der vorerst letzten Zusammenkunft in dieser Konstellation. Es darf gefeiert werden.

SUCCESS WILL WRITE APOCALYPSE ACROSS THE SKY aus Florida geben den Opener. Knapp 30 Minuten nach Einlassbeginn stehen die sechs, bzw. fünf Mannen auf der Bühne. Denn einer der Gitarristen hat es vorgezogen im Sitzen zu spielen, der Grund bleibt dem Publikum jedoch verborgen. Ihre Musik erinnert insbesondere am Anfang stark an berühmt berüchtigte Elektro-Core Formationen. Aber nach ein paar Sekunden hat es sich ausgesampelt und SWWAATS zeigen ihr wahres Gesicht, und das ist vor allem laut und metalllastig. Unterstützung gibt es durch Mitglieder anderer Bands und der Crew der Thrash And Burn Tour, die gegen Ende gemeinsam die Bühne stürmen.

ARSONISTS GET ALL THE GIRLS haben zwar nicht den längsten Bandnamen des Abends, dafür aber die wohl jüngsten Bandmitglieder. Aber viel zu „löschen“ gibt es für die sechs aus dem Sonnenstaate Kalifornien heute Abend zunächst nicht. Die sprichwörtliche Hütte ist zu Beginn ihres Auftritts schon mal nicht am brennen. Schon allein weil das Publikum nur spärlich warm mit der Band wird. Obgleich AGATG, Mitglied in der großen, bunten Century Media Familie, sich ordentlich Mühe gibt und ganz schön über die Bühne wirbelt. Beim vorletzten Song bekommen auch AGATS Unterstützung. Nico, Frontmann von WFAHM ergreift das am Rande stehende, zweite Mikrofon und singt ein paar Zeilen mit. Spätestens jetzt ist auch das Publikum zum Teil in Bewegung gekommen wovon sich Sänger Cameron Reed so sehr mitreißen lässt, dass er den letzten Song im Publikum verbringt.

Eben schon erwähnte WAR FROM A HARLOTS MOUTH müssen heute auf Gitarrist Daniel verzichten. Er befindet sich im Krankenhaus. Der Stimmung in der Essigfabrik tut das jedoch kaum einen Abbruch, den auch mit nur vierköpfiger Besetzung bringt das „Abrissunternehmen WFAHM“ die erwartete Energie voll rüber. Die einzige deutsche Band des Abends wird von den Kölnern ganz groß gefeiert. Schon beim ersten Song schmeißt sich Sänger Nico in die Menge die ihn gerne auf Händen trägt. WAR FROM A HARLOTS MOUTH haben erst kürzlich ihre neue Platte „In Shoals“ veröffentlicht und stellen heute einige Songs aus der Scheibe vor. Die Band liefert einen guten Mix aus älteren und neueren Songs. Und während es im Hintergrundgeschehen ein Bussi auf die Wange für Drummer Paule gibt, tobt vor der Bühne die Menge zu „Uptown Girl“, dem Song auf den WFAHM schon mal gern reduziert werden. Zum Abschluss rufen WFAHM, die übrigens die einzige nicht im Nightliner reisende Kapelle sind, zur Wall Of Death. Abriss eingeleitet!

Als Viertes müssen CARNIFEX ran. Ganz das Gegenstück zu AGATG und WFAHM, die man als junge Wilde bezeichnen könnte, geben sich CARNIFEX etwas zurückhaltender. Fast schon düstern wirk ihr recht statischer Auftritt. "My Heart In Atrophy" und "Lie To My Face" werden zum Besten gegeben und kommen merklich gut an. CARNIFEX erbitten sich viele Stagediver und dieser Bitte kommt das Publikum gerne nach.

Die zuvor viel gelobten BENEATH THE MASSACRE, eine vierköpfige Truppe aus Kanada überzeugen im Anschluss mit einem Mix aus Grind- und Metalcore. Wobei die düsteren und dunklen Elemente überwiegen. BENEATH THE MASSACRE präsentieren als zweiten Song ihres etwas über eine halbe Stunde andauernden Sets den Track "Reign Of Terror". Doch der Aufforderung zum Hüpfen und Rumspringen kommt vor der Bühne kaum einer nach. Dafür haben sich einmal mehr Crew und Bands aus dem Backstagebereich auf die Bühne verirrt. Da werden Robotermoves und Ägyptergang dargestellt. Spätestens jetzt merkt man, dass die Tour heute ihren Abschluss findet und die Bands nebst Beiwerke dies albern und ausgelassen feiern wollen. Mit einem nur ca. einminütigen Song beenden BENEATH THE MASSACRE umjubelt ihr Set.

Als vorletzte Band geben BLEEDING THROUGH nach recht lang andauernder Umbaupause ihre Show zum Besten. "Love Lost In A Hail Of Gunfire" wird gefühlvoll performt. Vor allem die ruhigeren Parts der BLEEDING THROUGH Songs können überzeugen. Schließlich hat die Band nicht nur einen Shouter der nicht nur schreien sondern auch singen kann, sondern auch etwas für's Auge für alle männlichen Anwesenden. Denn am rechten Bühnenrand präsentiert sich auf hochhackigen Schuhen die umschwärmte Marta, ihres Zeichens Keyboarderin der Band. Auch BLEEDING THROUGH lassen sich eine kleine Dankesrede nicht nehmen. Mit "Love In Slow Motion" und "Kill To Believe" beendet die Band nach ca. 45 Minuten ihr Set und kündigt für die Zukunft ein neues Album an. Man darf also gespannt sein.

Den krönenden Abschluss bilden DARKEST HOUR. Schon eine ganze Zeit lang haben sie sich nicht in Deutschland blicken lassen, umso größer ist das Gedränge nun vor der Bühne. Wer die Herren aus Washington D.C. einige Wochen zuvor auf dem Groezrock Festival erleben durfte, weiß was ihn nun erwartet. Ein eindrucksvoller und mitreißender Auftritt der in Erinnerung bleiben wird. Nicht zuletzt weil direkt zum Anfang ihres Auftritts abermals Crew und Bands auf die Bühne treten um dort rumzualbern, dieses Mal bilden sie eine Menschenpyramide. Zum dem Track "Sound Of Surrender" stellt die Band ihren neuen Gitarristen vor. Dieses hat sich nahtlos in das Bild der Band eingefügt und überzeugt auf ganzer Linie. Auch die Lichttechnik lässt sich nun feiern und stellt die Band unter Dauerstrobolicht. Convalescence" und " With a Thousand Words to Say But One" werden lautstark mitgesungen. Als Finale fordern DARKEST HOUR die Menge auf die Bühne zu stürmen, und so geschieht es. Knapp ein Drittel aller Anwesenden erklimmt die Bühne. Das gebührend gefeierterte Tourfinale endet für die Zuschauer gegen halb zwölf, für Bands und Crew gewiss aber noch bedeutend später.


Galeries:
Darkest Hour - Köln - Essigfabrik (16.05.2009)
Bleeding Through - Köln - Essigfabrik (16.05.2009)
Beneath The Massacre - Köln - Essigfabrik (16.05.2009)
Carnifex - Köln - Essigfabrik (16.05.2009)
War From A Harlots Mouth - Köln - Essigfabrik (16.05.2009)
Arsonists Get All The Girls - Köln - Essigfabrik (16.05.2009)

Alte Kommentare

von Ruth MOSHner 21.05.2009 21:35

In Münster haben DH nen neuen Song gespielt ;) Achja und der Bleeding Through Sänger hat einen Fan verhauen und so wie ich es von Konzertbesuchern aus Hamburg gehört habe, hat Brandan es dort wohl auch getan...

von und 21.05.2009 23:26

weiß jemand warum?

von olivier // allschools 22.05.2009 01:03

Jup, ist in der aktuellen Fuze nachzulesen. "Im Nachhinein stellte sich heraus, dass der Typ ihn die ganze Zeit mit Bier bespritzt hat, bis Brandan ihm die Flasche wegnahm und ihn mit dem Bier übergoss. Daraufhin fing der Typ an, dem Sänger ständig auf die Füße zu kloppen. Außerdem hat er ihm wohl eine Schelle gegeben und eine Flasche auf die Bühne geworfen. Jedenfalls hatte Brandan mehrmals darum gebeten, den Typen rauszuwerfen, aber es geschah nichts, und so kam es zur Selbstjustiz. Er griff sich die Dreadlocks des Typen und trat ihm ein paar mal in die Fresse." - Fuze 16, Seite 42

von hansi 22.05.2009 10:56

haha wie gut ey xD richtig so ^^ neaj köln war musikal ganz gut ... darkest hour absoluter höhepunkt...eine schande das die nbur noch vor einem drittel der personen gespielt haben ... man siehts da ist zuwenig though guy shit drinne

von brendan@hamburg 22.05.2009 14:41

da war nichts! münster war die einzige show, wo so etwas vorkam! und wie bereits geschrieben, nicht ganz unbegründet!

von Sno 22.05.2009 16:20

Richtig so, seit wann muss man sich von solchen Idioten alles gefallen lassen.

von Andy 24.05.2009 22:29

"Denn einer der Gitarristen hat es vorgezogen im Sitzen zu spielen, der Grund bleibt dem Publikum jedoch verborgen." Das Bein das Gitarristen war eingegipst, also hat ers sich wohl gebrochen. Zwischendrin hat der Sänger auch noch aufgefordert "He's a cripple" zu rufen.