16.01.2016: Frank Turner & The Sleeping Souls, Skinny Lister, Will Varley - Bremen - Pier 2

 

Samstagabend, Bremen. Nach und nach schlittern immer mehr Menschen Richtung Pier 2. Angekündigt hat sich Frank Turner mit seiner Band The Sleeping Souls. Nach einer ausverkauften Clubtour 2015 ist Frank Turner nun wieder mit Band unterwegs. Auch auf dieser Tour sind viele Konzerte ausverkauft, in Bremen zeigt sich das Pier 2 gut gefüllt, jedoch sind noch ausreichend Tickets an der Abendkasse verfügbar.

Um 20 Uhr betritt WILL VARLEY aus London die Bühne. Ganz allein, nur mit seiner Akustikgitarre in der Hand steht er in der Bühnenmitte und wärmt das Publikum mit einem gelungenen Folk-Rock-Mix auf. Der sympathische Brite spricht zwischen seinen Songs immer wieder mit den Besuchern und überzeugt sowohl musikalisch als auch durch seinen Humor. Nach einer halben Stunde übergibt er die Bühne an den zweiten Support: SKINNY LISTER. Die ebenfalls bei Xtra Mile Recordings unter Vertrag stehende Gruppe fügt sich gut in den Abend ein und trägt dazu bei, dass die Temperaturen in der Halle so langsam steigen. Die Folk Band spielt Up-Tempo Nummern mit Einflüssen aus Rock und bietet allerhand Möglichkeiten mitzusingen. Trotz der großen Energie, die SKINNY LISTER auf der Bühne verbreiten, bleibt das Bremer Publikum recht verhalten - es scheint als würden sie auf den Star des Abends warten.

Dieser betritt gegen 22 Uhr die Bühne und startet gleich mit seinem aktuellen Radiohit "The Next Storm" in sein Set. TURNER scheint keine Ruhe aufkommen lassen zu wollen,  auf "The Road" folgen "Losing Days" und "Euology". Die Bremer sind zufrieden und belohnen den Singer/Songwriter mit Applaus. Erst zur Mitte des Konzertes wird einen Gang runter geschaltet: TURNERS Band THE SLEEPING SOULS, bestehend aus Ben Lloyd (Gitarre), Matt Nasir (Keyboard), Tarrant Anderson (Bass) und Nigel Powell (Schlagzeug) verlassen die Bühne und TURNER spielt alleine die Songs "Tattoos", "My Kingdom For A Horse" und "The Ballad Of Me And My Friends". Dass FRANK TURNER durch seine sechs Alben und sechs EP's auf eine riesige Songauswahl zurückgreifen kann wird im zweiten Teil deutlich: wer nun dachte der Abend neigt sich langsam dem Ende hat weit gefehlt: es folgen neun weitere Songs. Und auch nach diesen, die ebenfalls von seinen Hits gespickt waren, entlässt er das Publikum erst nach einer Zugabe von weiteren vier Liedern endgültig in die kalte Nacht.

Obwohl FRANK TURNER an diesem Abend stimmlich absolut überzeugen konnte, bleibt doch das Gefühl "in einem kleinen Club würde die Musik viel besser rüber kommen". Der Brite bemüht sich zwar, unter anderem durch viel Kommunikation mit den Besuchern, eine intime Atmosphäre zu erschaffen, wirklich mitgerissen wurden jedoch eher die vorderen Reihen, die auch eine räumliche Nähe zu ihm hatten.

Setlist:

The Next Storm
The Road
Losing Days
Eulogy
If Ever I Stray
Try This at Home
One Foot Before the Other
Josephine
Polaroid Picture
Poetry of the Deed
Peggy Sang the Blues

Frank solo:
Tattoos
My Kingdom for a Horse
The Ballad of Me and My Friends

mit Band:
Reasons Not to Be an Idiot
Glory Hallelujah
Mittens
Long Live the Queen
Out of Breath
Photosynthesis
Plain Sailing Weather
Get Better
Recovery

Zugabe:
St. Christopher Is Coming Home
The Way I Tend to Be
I Still Believe
Four Simple Words