17.04.2006: No Use For A Name, The Lawrence Arms, Versus The World - Hannover - Musikzentrum

 

Jetzt besuchen uns die Melody-Corler von NO USE FOR A NAME schon im Halbjahrestakt, aber ich will mich ja weiß Gott nicht beklagen, denn die Jungs garantieren nun mal einen fröhlichen Abend. Das letzte Mal besuchten uns Tony Sly und Konsorten im Hochsommer und gegen Ende der Schulferien, entsprechend voll zeigte sich damals bereits der Parkplatz zu frühen Stunde. Diesmal sind wieder Ferien und zwar Osterferien und anstatt den Israelis von USELESS ID trumpft das heutige Line-Up sowohl mit den Fat Wreck Kollegen von THE LAWRENCE ARMS als auch mit VERSUS THE WORLD auf.

Da man das Musikzentrum nicht wirklich bezüglich seiner Konzertanfangszeiten vernünftig einschätzen kann, reisen wir bereit gegen 21.00 Uhr an und komischerweise haben wir keinerlei Probleme mit dem Parkplatz. Am heutigen Abend lungern komischerweise auch keine besoffenen Teenies vorm Eingang aber das liegt vielleicht an der Jahreszeit und dem Winter, den man dieses Jahr nicht loszuwerden scheint. Also rein in die gute Stube aber auch im Musikzentrum ist nicht all zu viel los. Wie immer drücken sich die Massen um den Eingang rum und direkt vor die Bühne wagte sich eigentlich keiner. Entweder die Anhänger der Band geben sich damit zufrieden, wenn sie NUFAN vielleicht einmal im Jahr sehen, oder manch einer wollte nicht die stattlichen 16 Euro Abendkasse aufbringen.

Kurze Zeit nach unserem Eintreffen machen die Kung Fu Sprössling von VERSUS THE WORLD den Anfang. Die Band aus Santa Barbara ist am heutigen Abend dem Publikum scheinbar gänzlich unbekannt, dabei erleben sie gerade Mike Davenport am Bass, der noch bis 2005 bei THE ATARIS musizierte sowie Drummer Trevor Lewis von ANTIFREEZE. Und auch die restliche Besatzung überzeugt mit melodischen und emotionalen Pop Punk, der sich stark nach Drive-Thru Records anhört. Da ich die beiden folgenden Bands bereits schon diverse Male gesehen habe, freue ich mich entsprechend besonders auf den Auftritt des Openers. VERSUS THE WORLD wurden scheinbar direkt nach der US Tour mit NUFAN mit in den Flieger gezerrt und zeigen sich gut gelaunt auf der Bühne. Das Publikum zeigt sich leider äußerst zurückhaltend und nährt sich nur langsam der Bühne. Leider ist der Sound bei der kalifornischen Band nicht der beste, nach dem letzten Song hat sich die Crowd jedoch gut angewärmt und zeigt sich zufrieden und erwartungsvoll.

Als nächstes durften sich THE LAWRENCE ARMS am Publikum versuchen und die angereisten Fat Wreck Fans kannten die Jungs sogar und schoben sich schnell nach vorne. THE LAWRENCE ARMS sind ja auch beständig am touren, und ich durfte sie glaube ich schon in so ziemlich jeder Location in Hannover erleben, mal vor kaum Publikum und mal vor einer tobenden Crowd. Das Musikzentrum ist bis dato definitiv die größte Bühne auf der ich sie erlebe und die Jungs sind mal wieder sichtlich gut gelaunt, obwohl sich am heutigen Abend doch extrem mit den Ansagen zurückgehalten wird. Dabei stänkern die Jungs doch so gerne in alle Himmelsrichtungen, aber nicht heute. Vielleicht hat es auch mit dem extrem schlechten Sound zu tun, denn der Gesang von Chris und Brendan schafft es kaum sich über die Rhythmusfraktion zu erheben. Nichts desto trotz begeistern THE LAWRENCE ARMS mit Hits ihres aktuellen Albums "Oh! Calcutta!" sowie altem Songmaterial, welches das Publikum dann auch in Bewegung bringt. Definitiv sympathisch ist mal wieder, dass die Jungs direkt auf die Songwünsche der Fans eingehen und mindestens 2 Mal genau den geforderten Song zum Besten geben, hätte doch nur der Sound gestimmt…

Für den krönenden Abschluss sollte dann die Fat Wreck Institution in Sachen Melodic Punkrock sorgen. NUFAN drücken der Welt seit Anno 1987 ihren Stempel auf obwohl bestimmt keiner der hier Anwesenden die Band seitdem verfolgt. Mit "Not Your Saviour" legt man den perfekten Start für den Abend hin und sofort wird fleißig vor der Bühne rumgesprungen. Wo kommen denn auf einmal die ganzen Leute her, die man zuvor gar nicht gesehen hat? Tony Sly und seine Mannen haben auch auf einmal einen verdammt guten Sound, eigentlich Schade, dass dieser den Vorbands nicht vergönnt war. Für das Publikum gibt es entsprechend keine Halt mehr, es wird wild von der Bühne gehüpft, der ein oder andere macht bei der Gelegenheit noch schnell ein Bild von seinem Idol und sich mit der Handycamera und alle sind zufrieden. Den jungen Mädchen, die da von der Bühne hüpfen hätte man vielleicht vorher mal n kleinen Crashkurs in Sachen Stagediving verpassen sollen, denn als Mädchen ist es nicht das Günstigste bauchwärts in die Massen zu hüpfen. NUFAN verstehen es jedenfalls sämtliche ihrer Fans mit der entsprechenden Songauswahl aus ihrer Albenhistorie zu beglücken. Natürlich gibt es auch neue Songs von "Keep Them Confused", Hits wie "On The Outside", "Dumb Reminders", oder "For Fiona" dürfen jedoch nicht fehlen. Mit dem "Redemption Song" gab es dann auch noch die BOB MARLEY Coverversion, die ich schon ewig nicht mehr gehört hatte. Recht zeitig und natürlich mit Zugaben endet der Konzertabend im Musikzentrum. Drei Abende und 3 Konzerte war jetzt schon fast ein bisschen viel des Guten, aber man will sich ja über so was nicht beschweren.

Bleibt mir nur noch der Appell an die Veranstalter zukünftig bitte allen Bands mit einem akzeptablen Sound zu versorgen.