17.09.2008: Paradise Lost, Anathema - Kulturfabrik - Krefeld

 

Es muss ja nicht immer Hardcore sein...und so machte ich mich heute spontan auf nach Krefeld in die Kulturfabrik (KuFa). Vor der sonst so unscheinbar gelegenen Location, direkt neben einem Schlachterbetrieb, fanden sich gegen 19 Uhr schon zahlreich die ersten Fans beider Bands ein und bei einer exklusiven Show von PARADISE LOST UND ANATHEMA wollte wahrlich keiner fehlen. Die beiden englischen Bands luden zur 20 jährigen Geburtstagstour von PARADISE LOST in die KuFa und aufgrund der einzigen Deutschlandshow fand das Ganze in der großen Halle statt.

Mit einem Eintrittspreis von 30€ musste etwas geboten werden und so denn begannen ANATHEMA um halb neun. Von der ersten Note an war das Publikum wie in Trance und voller Begeisterung. Die Cavanagh Brüder unterstützt noch von Sängerin Lee boten ein gutes Set aus melancholischen Alternative Rock der älteren Stücke und für viele noch gewöhnungsbedürftig auch neueren Sachen. Ohne viele Gehampel und ohne unnötigem Ansagen wurden z.B. "Angels Walk Among Us", "Closer", "Angelica" und natürlich "Sweet Tears" gespielt. Eine Stunde voller großer Songs und wer noch mehr ANATHEMA braucht oder die Band noch nie gesehen hat, sollte diese Chance im Oktober nutzen. Da geht es dann alleine auf Europatour mit mehreren deutschen Terminen.

Nun aber zu den Headlinern aus Yorkshire und nach einer guten halben Stunde Umbaupause und einem düsteren Intro betraten Nick Holmes und co die Bühne. Leider war Lee Morris nicht mehr am Schlagzeug, da er die Band erst zu Beginn des Monats verlassen hatte. Somit durfte ein mir nicht bekannter Drumer an die Schiessbude und diesem merkte man seinen wohl ersten Gig regelrecht an. Na ja sei’s drum doch der sehr miese Sound zu Beginn des Sets setzte hier noch einen drauf. Etwas bleiern, sehr leiser Gesang ohne Druck dahinter ließ mich regelrecht erschauern, denn auf Platte klingt Nick Holmes sehr viel besser. Dieser machte dann auch keinen Hehl daraus wie sauer er auf die beiden Techniker war und nach vier Songs wurde der Gesang wirklich besser. Somit klang ein Song wie "Never for the Damned" echt schlecht, aber die folgenden Stücke rissen es noch mal raus. "Requiem", "As I Die" mit großer Unterstützung des Publikums und "Gothic", nur um eine Auswahl aus anderthalb Stunden Dark Rock, wie Nick Holmes den Stil der Band einmal definierte, zu nennen wurde ein guter Geburtstag gefeiert. Wird das Keyboard beim nächsten Mal dann nicht wieder vom Band eingespielt und zeigt sich Nick Holmes etwas entspannter, wird es ein spitzen Fest!