18.05.2008: The Flatliners, Society Off, The Bandgeek Mafia, P.O. Box - Koblenz - Circus Maximus

 


THE FLATLINERS aus Kanada sind die neuste Entdeckung von Meister Fat Mike. Ihr aktuelles Album „The Great Awake“ durften sie dieses Jahr bereits auf dem Groezrock Festival vorstellen und heute, knapp eine Woche später nun also im Circus Maximus in Koblenz.

Das Vorprogramm wurde von 3 mehr oder weniger lokalen Bands bestritten die allesamt ihre Sache sehr gut machten. Die Luxemburger von VERSUS YOU hätten ursprünglich als Erstes spielen sollen, warfen allerdings kurz vor dem Auftritt ihren Schlagzeuger aus der Band. Schade um die Jawbreaker ähnliche Musik.

Somit war die Bühne frei für P.O. BOX aus Frankfreich, die inzwischen in der Koblenzer Region eine treue Fanschar haben. Ihr Ska-Punk ging gut nach vorne, konnte aber leider keine Überraschungen bereit halten und war auch viel zu schnell zu Ende. Überhaupt schien es als wollten alle Bands schnell mit ihrem Set durchkommen, obwohl Vs. You ihren Slot nun freigegeben hatten und somit eigentlich mehr Luft für die anderen Bands hätte sein können.

Als nächstes sind die Eifeler Jungs von THE BANDGEEK MAFIA an der Reihe die bereits im Support von Less than Jake erste Erfolge feiern konnten. Ihre Mischung aus Emocore und Ska-Punk klingt zwar im ersten Moment gewöhnungsbedürftig, funktioniert im Endeffekt aber doch sehr gut. Zeit für die geforderte Zugabe haben die Jungs dann trotzdem und der, für einen Sonntag und Koblenzer Verhältnisse, sehr gut gefüllte Circus Maximus dankt es mit dem Überfall am Merch-Stand. SOCIETY OFF spielen als nächstes und haben es relativ schwer. Der eigentliche Bassist ist erkrankt und zu Anfang wird ohne jeglichen Ersatz gespielt. Da SOCIETY OFF eher am politischen Street-Punk orientiert sind, schaut das Publikum auch erstmal verdutzt, geht allerdings nach 2 Songs genauso mit wie bei den Vorgängern. Die Koblenzer haben bereits einige Supportshows für Kollegen wie Far from Finished gespielt und man hört deutlich in der Stimme des SO Sängers, dass es ihm gefallen haben muss. Solider Auftritt und nun das Warten auf den Headliner.

THE FLATLINERS betreten die Bühne und reden, reden, reden. Wenn man es genau nimmt könnte man schon etwas erbost darüber sein dass die anderen Bands sich so beeilen mussten. Sehr betrunken starten sie irgendwann dann in ihr energiegeladenes Set, welches aber immer wieder vom Ober-Trunkenbold durch Gerede etwas in die Länge gezogen wird. Ein perfekter Querschnitt aus beiden Alben wird gespielt und dafür, dass die Flatliners noch eher unbekannt sind kannten erstaunlich viele das alte wie auch neue Material. Wenn man sich den schmächtigen Sänger so anschaut denkt man gar nicht, dass jener diese kraftvolle Stimme heraus bekommt. Als die Jungs aus Toronto ihren Hit „Eulogy“ ankündigen bildet sich sofort eine kleine aber feine Menschentraube und es wird mitgegröhlt was das Zeug hält, was die Band in freudiges Verzücken versetzt. Der letzte Song ist der Opener der aktuellen Platte und sorgt für Finger Pointing und lautes Mitsingen vor der Bühne. Das Mikro des Gitarristen wird kurzerhand einfach zum Mikro für drei Fans, die die Chöre der Band so impulsiv entgegen schmettern dass zwar die Band gerne weiter spielen würde aber der Sänger sich einfach zu betrunken fühlt.

Sehr schade und irgendwie auch unverschämt denn immerhin hat man (zwar sehr humane) 9 Euro Eintritt gezahlt aber andererseits kann man ruhig bei einer solchen Stimmung verlangen dass es weitergeht, zumal die Band wollte aber Sänger nicht. Ein Lob sollte trotzdem an Rat-Trap Booking heraus gehen für den schönen Konzertabend.