18.11.2013: The Naked And Famous, Anna F. - Köln - Live Music Hall

 



Vor kurzem haben THE NAKED AND FAMOUS, die vor allem durch ihren Hit „Young Blood“ im Frühjahr 2011 bekannt geworden sind, ein zweites Album namens „In Rolling Waves“ veröffentlicht. Im Rahmen einer ausgiebigen Europa-Tour machten die Neuseeländer auch in Köln Halt.

Von einer Vorband war im Internet leider nichts zu finden und so bin ich dann doch ein wenig überrascht als um 20 Uhr nicht der Headliner (wäre ja auch irgendwie komisch gewesen) sondern eine andere Kapelle auf der Bühne zu sehen ist. Es handelt sich um ANNA F. und ihre Mitmusikanten. Die Lieder der jungen Dame aus Österreich passen gut in das Vorprogramm des heutigen Abends, auch wenn sie ein wenig ruhiger ausfallen als die der neuseeländischen Tourbegleiter. Mit A-Gitarre, Keyboard und einem lediglich mit Cajon und einem Becken ausgestatteten Schlagzeuger weist die Musik viele Elemente des Pop(-Rock), aber auch des Folk auf. Der dezente musikalische Rahmen der Stücke lässt genug Platz für die fantastische Stimme ANNA F.‘s. So erntet sie ohrenbetäubenden Beifall und macht ihren Job als Anheizer sehr gut. Obligatorischerweise bedankt sie sich auch bei THE NAKED AND FAMOUS für’s mit-auf-Tour-nehmen. Das nach ihrem Geburtsort betitelte „Friedberg“ ist dann als letzter Song nochmal ein gutes Exempel für das Können der Österreicherin, die für ihr Debut-Album „For Real“ 2010 auch eine Goldene Schallplatte absahnen konnte.

Es dauert dann wirklich eine ganze Weile, bis es angerichtet ist für THE NAKED AND FAMOUS. Kein Wunder, bei den musikalischen und visuellen Effekten die man für die Live-Shows auffährt. Um kurz nach neun setzt die Musik von der Platte aus und gleich jubelt die Live Music Hall. Die aufstrebenden Electro-Popper aus Auckland lassen dann zunächst eine Reihe von sehr ruhigen Stücken („A Stillness“, „Hearts Like Ours“, „Girls Like You“) auf die Leute los, das Licht bleibt dabei passend zur Stimmung der Songs meist etwas dunkler, lediglich die Gesichter werden von unten beleuchtet. Die Stimmen der beiden Sänger klingen makellos, fallen jedoch leider stellenweise etwas zu leise aus. Man bemerkt gleich, dass bei dem alten Song der Beifall etwas lauter ausfällt und die Leute auch mehr mitsingen. Vor „Rolling Waves“ animiert Frontfrau Alisa, neuerdings mit blondierter Kurzhaarfrisur, die ersten Reihen dann aber doch zur Teilnahme. Bis das Konzert so richtig Fahrt aufnimmt, dauert es über eine halbe Stunde („The Sun“ oder „Frayed“ können noch nicht vollends mitreissen). Auch erfahrene Bands wie THE NAKED AND FAMOUS werden manchmal von technischen Problemen geplagt und so kommt es, dass „Grow Old“ aufgrund der fehlenden Stimmverzerrung auf Thoms Gesang unterbrochen wird. Daraufhin verlässt die ganze Band für mehr als 5 Minuten die Bühne, was ich sehr seltsam finde. Unterdessen repariert einer der Roadies das Keyboard. „All of This“ und vor allem „Punching in a Dream“ geben dann endlich Anlass zum Springen, Singen und Tanzen und beleben die Live Music Hall. Auch die Light-Show wird nun facettenreicher und ist wahrlich nichts für Epileptiker. Mit „No Way“ kühlen die Gemüter wieder ab und der Hit wird wippend mitgesungen. Dann soll angeblich schon Schluss sein – klar, Bands gehen ja ziemlich oft von der Bühne ohne ihren zweifelsfrei größten Hit zum Besten zu geben. Keine 2 Minuten später spannen THE NAKED AND FAMOUS Köln bei „To Move With Purpose“ ein letztes Mal auf wie einen Bogen, um dann das große Finale loszutreten: „Young Blood“ wird, wie zu erwarten war, kompromisslos von der Crowd abgefeiert und Alisa muss dabei kaum selbst singen. Die meisten Konzertbesucher sind jetzt restlos glücklich und strömen aus der Live Music Hall.

Im Nachhinein sammelten sich auf den Facebook- und twitter-Seiten von THE NAKED AND FAMOUS allerdings vermehrt Beschwerden über den Sound und die Stimmung beim Konzert. Die Reaktionen der jungen Band halte ich persönlich leider für sehr unprofessionell. Minuspunkte gibt es außerdem dafür, dass nicht alles 100% live gespielt wurde sondern teilweise Samples liefen (betrifft verschiedene Instrumente).