19.05.2008: Genghis Tron, Nachtmystium, Devil Sold His Soul - Köln - MTC

 


Due to a serious family emergency we cancelled the last three days of our current tour in europe. berlin, munich, and milan, we are very
sorry and we promise we will come back as soon as we can.
So das Statement der extrem-Experime(n)taller aus dem Hause Relapse am Tage ihrer Köln Show. Es handelt sich also um das unfreiwillige Tourende und die somit einzige Deutschlandshow von GENGHIS TRON, die ihm Rahmen eines äußerst heterogenen Tour-Line-Ups durch Europa reisten.

Den Eröffnungswalzer bieten DEVIL SOLD HIS SOUL vor einem noch überschaubar gefüllten Saal dar. Der schmächtige Frontjüngling (oder zumindest jung wirkende) Ed annektiert zunächst die paar Meter Wohlfühlzone vor der Bühne, wo er ruhelos auf und ab wütet und sich mit wehender Mähne in Rage schreit. Tighter Post Hardcore / Metal mit
einer progressiven Note stärkt dem Sänger den Rücken während grelle Stroboskopsalven die Epilepsie-gefährdeten Zuschauer in die Flucht schlagen. Auch wenn der cleane Gesang ein wenig zu sehr auf die Tränendrüse drückt, hinterlassen die Engländer einen guten Eindruck beim sehr gemischten Publikum.

Szenewechsel. Die vorderen Reihen des MTC werden beständig von düster wirkenden, langhaarigen Gestalten infiltriert, denn mit NACHTMYSTIUM erfolgt dann auch ein psychedelisches Kontrastprogramm auf der kleinen Bühne. Kein Licht-Firlefanz keine großartige Show, dafür aber knüppelharter und atmosphärischer Black Metal steht auf dem Programm und unmittelbar werden Haupthaar und Nackenmuskulatur vor sowie auf der Bühne ihrem metallischen Zweck zugeführt. Das Trio gibt ziemlich Vollgas, grunzt ein paar Ansagen ins Mikro und verschwindet dann auch schon wieder.

Für den Hauptact dieses Abends erfolgt dann noch einmal die komplette lichttechnische Aufrüstung und irgendwie scheinen GENGHIS TRON auch mehr Neonröhren und Lichtequipment als Instrumente dabei zu haben. 3 Mann, vier Keyboards und eine Gitarre sorgen für die nächsten 35 Minuten für ein extremes und intensives audiovisuelles Erlebnis, welches die Zuschauer vom ersten Moment an in den Bann zieht. GENGHIS TRON leben ihren eigenen Exorzismus auf der Bühne aus vor dem es kein entkommen gibt. Trotz besagter Intensität scheinen die Jungs nicht wirklich alles zu geben und dann berichtet man auch noch mal an dieser Stelle vom Tourabbruch, ohne sich weiter über irgendwelche Gründe auszulassen. Die ganze Situation scheint die Band zu belasten und so spart man sich dann auch die Zugabe, kündigt jedoch ein Wiedersehen im Herbst an. Wir sind gespannt wie das dann aussieht, denn wenn GENGHIS TRON an diesem Abend nur auf halber Leistung gelaufen sind, vermag man gar nicht abschätzen was für ein Abriss bei Vollgas zu erwarten ist.