19.05.2009: Alesana, Fall From Grace, Parachutes - Köln - Werkstatt

 


Fast ein Jahr ist es her, dass ALESANA die Werkstatt in Köln komplett ausverkauften. Am gestrigen Dienstagabend war das ähnlich. Der Sold-Out Status war zwar erreicht, doch lang nicht so viele Besucher wie gewohnt waren in der Werkstatt. Vielleicht lag es daran, dass viele Eltern vor der Tür warteten, ein Kölsch tranken und erstaunt wie auch erschrocken über die jugendlichen Banden grinsten. Denn das Publikum schien keineswegs ein Jahr gealtert. Sogar eher noch jünger. Die Einlassschlange war gezeichnet von Ausweiskontrollen und Erlaubnisschreiben der Erziehungsberechtigten die an der Eingangstüre oftmals schlechte Karten hatten, frustriert schienen ebenfalls die Besucher der ansässigen Discountermärkte, die Slalom um das wartende Publikum fahren mussten.

Und wo man inzwischen eher Toleranz der schwarzen Meute entgegen bringt (immerhin war jeder mal jung), kann man keinesfalls Humor daran finden wenn irgendwelche Wichtigtuer mit "Die Wilden Kerle" T-Shirts (Nur Tokio Hotel Shirts wären unlustiger) oder einem Edding Schriftzug mit "ICH ESSE EMOS" auflaufen. Verzweifelte Versuche Aufmerksamkeit zu erhaschen schlagen also komplett fehl.

Doch nach der ersten Betrachtung jeglicher Fehltritte betreten pünktlich um 19.30Uhr die Saarländer von THE PARACHUTES die Bühne. Diese legen wie immer ein solides Set hin, erinnern in den atmosphärischen Einlagen immer noch positiv an ALEXISONFIRE und wissen schon zu überzeugen. Leider gibt der Sound heute nicht allzu viel her, sodass Vieles im Soundbrei versinkt und man beispielsweise die Vocals von Bassist Elmar so gar nicht mithört. Das Publikum juckt's nicht. Die fordere Front hält tapfer Handys und Kameras in die Luft, die hintere probt den Affenaufstand. Warum man bei so einer Band allerdings die Arme und Beine so weit wie möglich von sich schwingen muss bleibt mir ein Rätsel. Gerade bei dieser Band. Aber nun gut, das Publikum fordert die "Wall of Death, Wall of Death, Wall of Death" und bekommt sie prompt. Doch ganz so erprobt scheint niemand zu sein. Ahnungslos stehen viele einfach rum, manche mokieren sich in der Mitte der Werkstatt mit coolem Rumgepose und beim zweiten Versuch klappt es endlich. Alle außer Rand und Band.

Nach gut 25 Minuten ist aber leider schon Schluss mit den PARACHUTES und in Anbetracht der nachfolgenden FALL FROM GRACE wünschte man sich entweder eine Stunde Stille oder eine längere Spielzeit für die Saarländer. Denn das, was FFG hier abliefern ist völliger Schrott. Irgendwo zwischen Power-Poprock und ein bisschen Geschrei angesiedelt hat man erstmal enorme Soundprobleme, dann langweilt man mit ödem "Clap your hands" Gebrülle. Da schaut man sich doch lieber an wie die Werkstatt vor der Garderobe zum Schulhof wird. Die einen klatschen sich gegenseitig in die Hände, die anderen lassen sich vom Freund die Arme mit Edding bemalen und alles ist eigentlich viel zu viel für jene, die über 20 Jahren alt sind. Zum Glück endet der FALL FROM GRACE Auftritt schnell und man freut sich auf den Hauptact.

Dieser allerdings benötigt über eine halbe Stunde (!!!!!) Umbauzeit und braucht eine Ewigkeit um die Bühne zu betreten. Wo die Band vor einem Jahr noch Sympathiepunkte sammelte herrschen jetzt die Starallüren und es scheint als würde selbst den jüngeren Semestern der Spaß verloren gehen. Als die Helden der Stunde, ALESANA, dann die Bühne betreten bricht selbstverständlich die Hölle aus. Das Publikum dirigiert sich wie von selbst und der nasse Haufen wankt durch die Werkstatt. Mitgesungen wird jede einzelne Zeile und auch die Band gibt sich höchst energisch. Der Mix aus klarem Gesang und allen anderen Facetten beeindruckt noch immer, aber gerade Live kann man dem einen noch höheren Spaßfaktor abgewinnen als auf Platte. Überraschenderweise gibt es aber nicht nur Songs vom neuen Album, sondern auch genügend ältere Tracks die natürlich übermäßig abgefeiert werden. Zwar entspannt sich der Sound noch immer nicht so richtig, jedoch stört das wie gesagt niemanden. Nach gut 45 Minuten nehmen die Eltern ihre Nassen Kinder wieder in Empfang und sind froh, dass die Tour von ALESANA zumindest für Köln in diesem Jahr gelaufen ist. Jedoch treten ja schon in wenigen Tagen BRING ME THE HORIZON an selbige Stelle.

Alte Kommentare

von DrFaust 24.05.2009 23:09

Heute ist der erste Tag an dem ich mich offiziell alt fühle!

von uwe 24.05.2009 23:37

halbe stunde umbauzeit? wieso so viele "!!!!!!" ?? ist doch nicht lang..

von Nuwanda 25.05.2009 10:58

Die halbe Stunde hat ja auch 45 Minuten gedauert! Und 45 Minuten für einen so dermaßen schlechten Sound ist wohl ein wenig übertrieben! Aber ich kenne auch Leute, die sich nach den ersten Songs von Alesana ganz schnell auf den Heimweg gemacht haben...und auch ich war einer der Glücklichen :D

von bittebitte 25.05.2009 17:55

sag nie mehr das dich die parachtues an alexisonfire erinnern !!!

von Echt... 26.05.2009 18:21

....ey, ich glaub es geht los!?!?

von PhiL 28.05.2009 01:27

genau. parachutes sind um längen besser als alexisonfire. versteh den hype net.

von Sno 28.05.2009 10:33

Da fehlen mir glatt die Worte. Ganz ganz ganz ehrlich, nein! Sind sie nicht, nichtmal ansatzweise, auch wenn man die Bands aufgrund von unterschiedlichem Stil eigentlich garnicht miteinander Vergleichen kann. Nichtsdestotrotz kann ich mich nicht dran erinnern jemals in Versuchung gekommen zu sein nen Alexis Song zu skippen ... das " WATCH OUT, WATCH OUT, WATCH OUT FOR MEEEEE " Gebrüll geht einem jedoch schon recht flott auf den Zeiger... mMn.

von Sno 28.05.2009 11:01

Sorry für Doppelpost, aber falls das Ironie gewesen sein sollte tuts mir Leid, man sollte einfach noch keine Comments vor dem ersten Kaffee schreiben ... ;)