19.11.2010: Distance In Embrace, Escapado - Kamp - Bielefeld

 

Vor einigen Wochen ist es nun erschienen, das neue Album „Montgomery Mundtot“ der Band ESCAPADO und die Tour dazu ist derzeit im vollen Gange und nähert sich nun langsam dem Ende. So machen die Herren heute einen Stop in Bielefeld um nun auch hier ihren neuen Sänger und die neuen Songs zu präsentieren. Auf beides war ich übrigens sehr gespannt, hatte ich doch bisher leider noch nicht das Vergnügen mir diese etwas näher anzuhören. Jedoch sind mir die alten Sachen sehr vertraut und so hoffte ich auch einige von ihnen heute Abend zu hören.

Doch bevor es sich die Mannen aus dem schönen Norden Deutschlands auf der Bühne gemütlich machen können, sind erstmal die Jungs von DISTANCE IN EMBRACE an der Reihe schon mal ein wenig auf den Abend einzustimmen. Dazu haben sie auch jede Menge Zeit, da nur zwei Bands an diesem Abend spielen werden. So zieht sich ihr Set also über eine dreiviertel Stunde, in der sie das Publikum durchaus zu unterhalten wissen. Wobei es doch am Sound der Band einiges zu bemängeln gibt. Musikalisch bewegen sich die Jungs aus Minden in sehr metallischem Post-Hardcore mit so manchen Punkanleihen. Jedoch ist der melodische Gesang noch nicht wirklich ausgereift und wirkt des Öfteren etwas unharmonisch. Bei den Screams gibt es hingegen nicht so viel auszusetzen, außer das ihr Poduzent manchmal etwas unmotiviert dreinschaut. Ansonsten wirkt das ganze aber auch nicht besonders neu oder innovativ, hilft jedoch gut die Zeit zum Hauptact zu überbrücken und findet bei so manchen Anklang.

ESCAPADO lassen nun auch nicht mehr lange auf sich warten und das ist auch besser so, da ich nun endlich sehen will was sich bei der Band getan hat und ob ich sie wohl auch noch in Zukunft so sehr mögen werde wie bisher. Doch schon beim ersten Song wird deutlich, dass sich was verändert hat, jedoch wie ich finde überhaupt nicht zum negativen, denn auch Sänger Felix kann sich super hören lassen und weiß zu überzeugen. Natürlich spielen die Jungs hauptsächlich Songs ihres neuen Albums, was bei einer Tour zu eben diesem ja nicht weiter verwunderlich ist. Doch zu meiner großen Freude geben sie auch einige ihrer älteren Stücke zum Besten. So werden „Verbindung“, „Kommando MOSFET“ und „Coldblackdeathbloodmurderhatemachine“ zu meinen persönlichen Highlights dieses Abends. Zu Beginn hatte ich ein wenig Angst, dass sie nun auf Grund des neuen Sängers, diese Songs einfach nicht mehr anständig rüberbringen können. Doch zu meiner Überraschung klappt das an diesem Abend hervorragend und bei „Coldblackdeathbloodmurderhatemachine“ kommt nun auch ordentlich Bewegung ins Publikum. Es folgen noch weitere ihrer neuen Songs, die mir doch auf Anhieb sehr zusagen und mich wohl bald eine neue Investition in das Album „Montgomery Mundtot“ tätigen lassen. Die Jungs von ESCAPADO legen wirklich eine mitreißende Show hin und vor allem Felix scheint in der Musik auf zu gehen und schafft es perfekt die Emotionen der Songs auf das Publikum zu übertragen. Dieses ist auch restlos von den Mannen begeistert und freut sich über eine weitere Zugabe, bevor ihr Set endgültig endet.
Mich haben ESCAPADO an diesem Abend wirklich restlos überzeugt und werden wohl auch in Zukunft noch oft und gerne von mir gehört werden, denn obwohl viele über die Veränderungen in der Band schimpfen, finde ich nicht, dass sie dadurch an Qualität oder Überzeugung verloren haben. So freue ich mich bald auch mal die neuen Songs in meiner Anlage zu vernehmen und auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen mit der Band.