19.04.2016: OK KID, ADI ULMANSKY - Mannheim - Alte Feuerwache

 

Hach, du wunderschöne Gästeliste - Fluch und Segen zugleich. Vor allem wenn man wieder einmal, widererwartend, trotz Bestätigung nicht auf selbiger steht. Und das mit 3 anderen, die zum selben Zeitpunkt in die Alte Feuerwache wollen, zusammen. Vorband halb verpasst, Manager her,  Lagebesprechung und letztendlich geht es doch in die heiligen Hallen. Glück gehabt.

Drinnen spielt bereits ADI ULMANSKY aus Jerusalem (Israel), die eine ganzschön weite Anreise, für ein paar Vorband-Slots, auf sich genommen hat - was man für OK KID und good old Germany nicht alles tut.
ADI ULMANSKY besteht aus ADI ULMANSKY (weiblich, seit 2007 aktiv)  und einem Synthesizer. Mehr nicht. Mal instrumental, aber meistens mit Gesang, zaubert Sie jede Menge elektronische Klänge in die Alte Feuerwache in Mannheim.

Eigentlich gibt es am gesamten Auftritt wenig bis nichts zu meckern. Der Sound ist stark, im Hintergrund leuchtet einem, in großen Buchstaben, ADI entgegen und jeder (noch so schwere) Ton sitzt. Ja,… eigentlich gibt es nichts zu meckern,… wäre da nicht meine Abneigung gegen elektronische Musik. Das ist alles gut gemacht, hochprofessionell und gut überlegt, aber überhaupt nicht meine Musik. Würde ich rauchen, würde ich es mir nun wahrscheinlich vor der Türe bequem machen und versuchen die letzten Sonnenstrahlen einzufangen. Mach ich aber nicht und somit verfolge ich im hinteren Teil der Alten Feuerwache die restlichen Minuten des Auftritts.

Ein bisschen durch den Wind scheint (an diesem Abend) nicht nur die Gästeliste, sondern auch ADI zu sein, als sie ankündigt das erste Mal in Mannheim zu spielen und das obwohl Sie erst letztes Jahr das wunderhübsche Maifeld Derby verzauberte. Egal. Bei all den Städten kann man good old Mannheim schon einmal vergessen.

Nach einer halben Stunde Pause wird es zum zweiten (und letzten Mal) an diesem Abend dunkel und OK KID läuten mit „Blüte dieser Zeit“ 1 ½ Stunden Konzerterlebnis pur ein. Und das auch wenn das erste große Erlebnis, mit dem Einsetzen des Beats, erst einmal ausbleibt. Denn der auf Platte so extrem gute, auf den Punkt abgemischte Sound, lässt live, vor allem zu Beginn des Konzerts, zu wünschen übrig. Zu wenig Power , zu wenig Energie, zu wenig Durchschlagskraft. Schade, denn allem voran der Opener lebt genau davon. An OK KID kann es jedoch kaum liegen. Extra für die Tour wurde die, sonst aus 3-Mann bestehende, Band auf 5-Mann aufgestock,(auch wenn die beiden Frischlinge sich während dem gesamten Konzert im Hintergrund halten). Im Vordergrund steht vor allem einer – Sänger Jonas Schubert. Er macht die Ansagen, er interagiert mit dem Publikum, er ist aber auch der einzige, von den 3 „Hauptbandmitgliedern“, der nicht an ein Schlagzeug bzw. einen Synthesizer gebunden ist und sich somit frei bewegen kann. Und das macht er auch. Wie einst Linus (von den Peanuts) wird von links nach rechts und rechts nach links getanzt. Immer dabei,… die Kuscheldecke,… ähh,… das Handtuch. Jenes brauch er aber auch, denn trotz tropischem Klima, selbst im hinteren Teil der Alten Feuerwache, scheint es Jonas nicht für nötig zu halten seine Wollmütze oder gar Jacke auszuziehen. Style vor Hitze. Man muss im Leben Prioritäten setzen.

Für die feierwütige Beatfraktion verwandeln sich OK KID zwischenzeitlich einmal kurz zu KID OK und spielen unter jenem Namen Beat-Versionen ihrer Songs. Nachdem das Publikum schon mehrere Male zuvor bewiesen hat dass Mitklatschen nicht unbedingt ihre Stärke ist( nicht weil keiner mitmacht, sondern weil es anscheinend seeehr anspruchsvoll ist das Ganze im Takt zu machen), beweist man hier zumindest dass man im „Arme-nach-vorne-und-nach-hinten-bewegen“ ausgezeichnet ist.  Und da die Arme schon einmal oben sind geht es für Sänger Jonas (direkt im Anschluss) einmal quer durchs Publikum, in den hintere Teil der Alten Feuerwache, um dort, vor dem Mischpult, den letzten Song zu beenden, um dann, von 2 Security und Management bewacht, hinter die Bühne gebracht zu werden. 2 Zugaben. Danksagung. Feierabend. Schön war's.