19.08.2015: PLANET WATSON, THE INTERRUPTERS, LESS THAN JAKE - Stuttgart - Universum

 

Die Vorfreude war groß, LESS THAN JAKE endlich mal wieder im Ländle begrüßen zu dürfen. Die Fans waren zahlreich erschienen. Als Beginn der Show war 21 Uhr angesetzt, allerdings vernahm man schon gegen 20.30 Uhr laute Töne. Die Stuttgarter Band PLANET WATSON durfte sich zwanzig Minuten lang austoben – im wahrsten (und keineswegs positivsten) Sinne des Wortes. Die vier-Mann-Gruppe versuchte durch schnelle und laute Musik sowie unverständliche Texte zu überzeugen. Leider ohne Erfolg. Der laut Facebook selbst beschriebene Sound als „fast and loud and short and also fast. and loud, too“ passte einfach nicht zum Publikum des Abends, das sich auf gute Laune Ska-Punk-Pop freute. Die vergeblichen Versuche des Sängers mit Scherzen auf Kosten seines Aussehens ein Lächeln in die Gesichter der anwesenden Menschen zu zaubern scheiterten ebenfalls. Nach zwanzig Minuten war es geschafft, es konnte nur besser werden.

THE INTERRUPTERS heizten dem Universum dann so richtig ein. Die Gruppe bestehend aus drei Brüdern und einer Front-Frau-Sängerin haben erst Anfang August ihr Debutalbum bei Hellcat Records veröffentlicht. Aimee Allen, alias Aimee Interrupter, überzeugt mit ihrer kräftigen Rockstimme, die einen Hauch Reibeisen enthält. Mit teils politischen Texten, wie in dem Song Can’t Be Trusted, kritisieren die vier Kalifornier die US-Geheimdienste FBI und CIA. Kombiniert mit einem lockeren Ska-Sound wird die Stimmung aber dadurch nicht bedrückt. Gute Laune steht auf dem Programm und wird auch geboten. Obwohl sie recht neu sind, scheinen die INTERRUPTERS schon Fans zu haben, die Texte mitsingen können. Das erfreut die Band natürlich ungemein.  Die drei Brüder haben auch Spaß auf der Bühne, allerdings widerspricht ihr Outfit bestehend aus schwarzen Hosen und Hemden mit weißen Krawatten etwas der Stimmung, die sie verbreiten. Das sieht zwar schick aus, ist aber für eine Ska-Punk Band ziemlich unpassend.  Nichtsdestotrotz, THE INTERRUPTERS sind eine neue Generation von Ska-Punk Rockern, die es sich lohnt im Auge zu behalten.

Als LESS THAN JAKE die Bühne betreten, gibt es kein Halten mehr. Von der ersten Minuten an tanzt das Publikum, hüpft auf und ab. Die lange Sehnsucht nach einer Show scheint sich auf ein Mal zu entladen. Nachdem Less than Jake-Luftballons begleitet von weißen Stofffetzen ins Publikum befördert wurden, ist die Geburtstagsparty für Erwachsene in vollem Gange. Unglaublich sympathisch und mit viel Kontakt zum Publikum bringen die fünf Jungs aus Florida Urlaubsfeeling in den Raum. Es werden wiederholt Leute auf die Bühne gebeten, um Bier zu trinken und zum nächsten Lied zu tanzen. Ein Mädchen im Publikum wird angesprochen, weil sie sich mit ihrem Handy beschäftigt anstatt mitzutanzen und –feiern. „We used to go to shows when no cell phones existed,“ erzählt der Sänger Chris und spielt damit auf das Alter der Bandmitglieder an. Dass immer mehr Menschen ganze Konzerte mit ihrem Handy aufnehmen oder ständig Fotos machen, gefalle ihm gar nicht. „At least there are a few people who still know what it means to go to a live show,“ schließt Chris und deutet ins Publikum. Die Stuttgarter fühlen sich geschmeichelt. Es kann weitergehen. LESS THAN JAKE spielen fast nur alte Songs. Das Publikum freut sich darüber. Stimmlich ist Chris super, falsche Töne sind nicht zu hören. Leider schon nach knapp über einer Stunde ist alles vorbei. Die Jungs aus dem Sunshine State verlassen die Bühne und es wird ein bisschen dunkler im Raum. Wer weiß wie lange es bis zum nächsten Mal dauert...