19.09.2017: SEETHER, LTNT, SONS OF TEXAS - Hamburg - Markthalle

 

Nach vielen Jahren des Wartens und Verpassens war es soweit. Das erste Mal SEETHER live. Am 19. September spielte die Post-Grunge-Band in der Markthalle in Hamburg, um ihr aktuelles Album "Poison the Parish" vorzustellen. Persönlich lernte ich die Band erst mit ihrem vierten Studioalbum "Finding Beauty in Negative Spaces" kennen und verliebte mich damals (2007) sofort in die kraftvolle und rauchige Stimme von Sänger Shaun Morgan. Songs wie "Fake It" oder "Like Suicide" stellen diese Stimme eindrucksvoll in den Vordergrund. Aber zurück zum Konzertabend an diesem Dienstagabend.

SONS OF TEXAS machten musikalisch den Anfang an diesem Abend. LTNT durften danach ran. Musikalisch passten beide Bands exzellent zu SEETHER, wodurch der Markthalle ein runder Post-Grunge/Alternative Rock-Abend geschenkt wurde. SONS OF TEXAS waren dabei eher extrovertiert, setzten sich für die Fotografen in Szene und boten das, was allgemein als "Rockshow" bekannt ist. LTNT waren musikalisch ebenso druckvoll. Bezogen auf die Bühnenpräsenz wirkte die Band jedoch introvertierter. Bei LTNT stand ganz eindeutig die Musik und nicht die Show im Vordergrund. Dies sollte sich auch bei SEETHER fortsetzen. Somit eine logische Folgerung die Bands in dieser Reihenfolge auf die Bühne loszulassen.

SEETHER begannen mit "Stoke the Fire", dem Opener des aktuellen Albums. In rot-orangen Lichtnebel gehüllt, begann die Band ihr Set mit dem druckvollen ersten Song von "Poison the Parish". Mit dem anschließenden "Gasoline" zog die Band dann vor allem die Fans der ersten Stunden auf seine Seite. Noch ein Opener, dieses Mal vom 2004 veröffentlichten Album "Disclaimer II". Diese beiden Songs zeigten sehr deutlich die druckvolle, teils aggressive Seite der Band, die viele Fans so mögen. Gleichzeitig geht den Songs aber nie die Eingängigkeit verloren. SEETHER spielten sich in ca 1,5 Stunden durch ihre gesamte Diskografie. Obwohl das Konzert im Rahmen der "Poison the Parish" Tour stattfand, spielte die Band letztlich nur ein Lied, das besagte "Stoke the Fire", vom aktuellen Album. SEETHER haben inzwischen ein solch großes Repertoire an Songs, dass sie letztlich auch ohne neues Album auf Tour hätten kommen können. Schade nur, dass sie "Something Else" nicht live gespielt haben. Song Nummer drei des aktuellen Albums und mein persönlicher Lieblingssong der Band (ever). Mit Songs wie "Truth", "Rise Above This", "Broken" oder No Jesus Christ" wussten SEETHER aber zu überzeugen.


"Betray and Degrade" soll wohl auch auf der Setlist gestanden haben, aber kurzfristig durch "The Gift" ersetzt worden sein. Falls das stimmt und SEETHER sich tatsächlich spontan dafür entschieden: ein Hoch auf die Spontaneität! Dafür gibt es sogar einen eigenen Absatz:

Shaun Morgan spielte "The Gift" solo mit seiner E-Gitarre. In einige Lichttrahlen und viel Schatten gehüllt, kreierte der begabte Sänger eine solch intime und besondere Stimmung, wie ich sie auf einem Konzert selten, wenn ich mich recht erinnere wahrscheinlich noch nie erlebt habe. Diese Stimmung steckte die Besucherinnen und Besucher unmittelbar an. Augen wurden geschlossen, die Stimmen wurden erhoben, Gänsehaut machte sich breit. Einige Smartphones wurden gezückt und es wurde versucht die Stimmung in Bild und Ton zu konservieren. Für mich DER bisherige Konzertmoment des Jahres.

Im Anschluss spielten SEETHER noch dreieinhalb Songs, denn das GUNS N' ROSES Cover "Sweet Child O' Mine" diente nur als Intro für den Rausschmeißer "Remedy". Nach ca. 1,5 Stunden SEETHER ging das Licht in der Markthalle wieder an. Letztlich eine gelungene Rockshow, auch wenn nicht alle Besucherinnen und Besucher mit dem Sound und der Wartezeit zufrieden waren. Tatsächlich wurde die Umbaupause zwischen LTNT und SEETHER meiner Meinung nach etwas unnötig in die Länge gezogen, vor allem wenn man bedenkt, dass es sich um einen Tag innerhalb einer Arbeitswoche handelte. Aber nun gut, auch das gehört wohl zu einer Rockshow. SEETHER bescherten mir persönlich einen der schönsten Konzertmomente überhaupt. Bis zum nächsten Mal!

Hier noch die Setlist von Seether:

1) Stoke the Fire
2) Gasoline
3) Truth
4) My Disaster
5) Nobody Praying for Me
6) Rise Above This
7) Save Today
8) Country Song
9) Words as Weapons
10) No Jesus Christ
11) Broken
12) Fine Again
13) The Gift (Shaun solo)
14) Fake It
15) Let You Down
16) Sweet Child O' Mine (Cover, GUNS N' ROSES)
17) Remedy

Und hier die Links zu den Fotogalerien:

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