20.02.2008: The Casting Out, Eternal Tango, When Came April - Zürch (CH), Abart

 


From Posthardcore to Indierock – so wurde die Wandlung von Boysetsfire zu The Casting Out beschrieben und dementsprechend sah auch die Menschenmasse aus, die sich an diesem Mittwochabend im Zürcher Abart einfand, um das exklusive Schweizer Konzert von The Casting Out zu sehen: Die eine Hälfte der Leute mit T-Shirts von Bands wie Thrice, Rise Against und natürlich Boysetsfire und die andere Hälfte mit Röhrchenjeans und Schals.

Den Auftakt des Abends machte die Walliser-Band When Came April. Die vier Jungs machten ihre Sache gut, sie lieferten eine solide Darbietung ihres Gemisch aus Emocore und Punkrock, bei der man auch deutlich die Freude der Band an ihrer Musik sehen konnte. Zwischendurch noch ein paar Ansagen auf Walliserdeutsch – angeblich dem zweit beliebtesten Dialekt des Schweizerdeutsch – und schon hatten sie die volle Sympathie des Publikums. Doch bereits schon nach etwa vierzig Minuten verliessen die Jungs die Bühne, um der zweiten Band des Abends Platz zu machen: Eternal Tango.

Die Luxemburger, die ihren ersten Auftritt in der Schweiz hatten, feierten dann auch was das Zeug hält und es dauerte nicht lange, bis sich ihre Party-Stimmung auch auf das Publikum übertrug. Die Band und ihre Musik, die sich irgendwo zwischen Postpunk und Screamo bewegt, wurde abgefeiert wie verrückt, obwohl es nicht der Anschein machte, als ob wahnsinnig viele Leute im Publikum die Band überhaupt kennen würde. Doch dank ihren mitreissenden, eingängigen Singalong-Songs stellte die Unkenntnis kein Hindernis dar. Auch das Cover einer befreundeten Band wurde äusserst positiv aufgenommen. Die Ansage des Bassisten, in der er beteuerte, dass es nichts ausmachen würde, wenn wir denn Song nicht mögen würden - weil er sowieso nicht von ihnen ist - war somit überflüssig. So war das Publikum schlussendlich am Ende ihrer etwa 45-minütigen Show voll und ganz eingeheizt für die Band des Abends – The Casting Out!

Diese betraten auch schon bald die Bühne, rockten von der ersten Sekunde an richtig los und waren schon nach kurzer Zeit völlig durchnässt vor Schweiss. Ein Zustand, von dem sich die Band bei der Gründung von The Casting Out ja eigentlich verabschieden wollte, da die Band ursprünglich mal ein ruhiges, gemütliches Akkustik-Projekt werden sollte. Doch langsam wurde aus dem Akkustik-Projekt eine volle Rock-Band. Und anscheinend ist die ganze Band mit dieser Wandlung einverstanden, denn alle sprangen auf der Bühne umher, witzelten untereinander und mit dem Publikum und strahlten über das ganze Gesicht.

Mit „Quixotes Last Ride“ und „Your Latest Novelty“ wurden dann auch zwei absolute Mitsing- und Ohrenwurm-Songs geboten. Oder, um Nathan zu zitieren: „Oh, there's no greater pleasure than singing oh-oh-oh“. Recht hat er, denn das ganze Publikum hatte sichtlich Spass an dem Song - auch die, die zuerst eher noch kritisch dastanden. Doch auch ruhiger ging es zu und her. So zum Beispiel bei dem wunderschön melancholischem „Alone“ sowie einem der neuen Songs, die sie nebst den sieben bereits bekannten gespielt haben und die ebenfalls sehr viel versprechen. So kann man auf ein baldiges Album und somit eine nächste Tour hoffen, denn dieses Konzert strotzte von so viel Energie, Freude und Emotionen, dass es überlaut nach einer Fortsetzung schreit.

Schlussendlich kann man nur noch den Kommentar auf dem Flyer zitieren: „Die wundersame Wandlung von Boysetsfire ergibt die perfekte Vereinigung von Indie, Emo und Posthardcore!“

by Isabelle















Alte Kommentare

von Raphael 27.02.2008 12:14

Gute Review. Ich bereue es immernoch nicht in Wiesbaden gewesen zu sein.