20.02.2015: Feine Sahne Fischfilet, The Movement - Hamburg - Uebel&Gefärhlich

 



Wenn es draußen regnet, sollte man sich hinter dicke Mauern begeben um ein bisschen zu feiern, zu singen, zu schwitzen und sich das Leben schön zu trinken. So heute Abend geschehen. Im Bunker an der Hamburger Feldstraße spielen FEINE SAHNE FISCHFILET zum Tanz auf. Unter Kristalleuchtern, neben Lilien, wie sich das eben so gehört.
Zum Aufwärmen betreten THE MOVEMENT die Bühne und haben es schwer. An Zitaten aus "The Great Dictator" hat man sich auch schon totgehört. Die Schlangen an der Garderobe haben sich noch nicht gelichtet. Das Konzert ist seit Wochen ausverkauft, doch noch ist es luftig hinter den dicken Wänden des Bunkers. Es kommt noch keine rechte Stimmung auf, das Publikum ist fixiert auf den Hauptact des Abends. "Die Internationale" zum Abgang macht fast schon mehr warm, als der Auftritt der Schweden.
FEINE SAHNE FISCHFILET starten ihren Auftritt mit "Bleiben oder gehen", wobei sich diese Frage schnell erübrigt. Spätestens als Glitzer von der Decke knallt. Mit Trompeten und Glitzer ist das Leben gleich nochmal eine Etage besser. Und so geht der Abend weiter. FEINE SAHNE FISCHFILET beweisen einmal mehr, dass sie mehr sind als die betrunkenen Punker aus der Kneipe an der Ecke. Zwischen Jägermeister und Bier passt immer noch eine gute Portion Gehirn. Zwar sind es die alten Parolen, leider sind diese immer dennoch brandaktuell. Songs der letzten beide Alben werden zum Besten gegeben, die Fahne der anifaschistischen Akion geschwungen, zu "Warten auf das Meer" wird auch mal zum Horn gegriffen und Trompeter Max gibt seine fulminanten Rapkünste bei "Wut" zum Besten. FEINE SAHNE FISCHFILET sind bekanntermaßen die Rampen unter den Säuen. Bierbecher fliegen, Bierduschen ergießen sich, kurz: es bleiben keine Wünsche offen. Gehirnpausen bei kollektiv gegröhltem "Komplett im Arsch", Hände, Fäuste, Finger in der Luft, Monchi darf aus Sicherheitsgründen keinen Jägermeister mit dem Publikum teilen. Die eineinhalb Stunden rauschen im Flug vorbei. Viel zu schnell sagt man "Gute Nacht", verabredet sich aber zum Kollektivbesäufnis im nahegelegenen Jolly Roger.
Am Ausgang liegt Konfetti auf dem Boden. Die Treppen werden hinuntergewankt, denn auf den Auzug mag man nicht warten. Draußen Regen und leere Bierflaschen. Ein wohliges Gefühl im Bauch und der Aktionismus wurde aufgefrischt. So kann es auch woanders wieder losgehen.